Der geplante Milliarden-Kauf der MediaMarkt–Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com stößt bei Politikern in Brüssel auf harten Widerstand. Die Europäische Kommission hat JD.com im Rahmen ihrer laufenden Untersuchung nach der Verordnung über ausländische Subventionen (Foreign Subsidies Regulation, FSR) eine offizielle Begründungserklärung übermittelt. Damit legt die EU-Behörde ihre konkreten Einwände gegen den Deal erstmals formell auf den Tisch.
In dem Verfahren geht es um den Verdacht, dass JD.com staatliche Beihilfen aus China erhalten hat, etwa in Form von Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen oder direkten Zuschüssen. Diese drittstaatlichen Subventionen könnten dem chinesischen Konzern einen unfairen Vorteil verschafft haben, um überhaupt erst ein entsprechend hohes Übernahmeangebot für Ceconomy abzugeben. Zudem befürchten die europäischen Wettbewerbshüter, dass solche Finanzhilfen nach einer Übernahme die Marktverhältnisse im EU-Binnenmarkt verzerren könnten.
Mit der Begründungserklärung hat JD.com nun die Gelegenheit, Stellung zu beziehen, Akteneinsicht zu nehmen oder der Kommission konkrete Zugeständnisse und Auflagen vorzuschlagen, um die Bedenken auszuräumen. Der chinesische Konzern hatte die Vorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen und betont, die Übernahme werde rein über private Bankkredite sowie eigene liquide Mittel aus dem laufenden Geschäft finanziert.
Die Entscheidung der Kommission greift dem finalen Ergebnis zwar noch nicht vor, die Uhr tickt jedoch: Die vorläufige Frist für den Abschluss der vertieften Prüfung läuft bis zum 2. Oktober 2026. Es ist das erste Mal überhaupt, dass die EU ein Übernahmeverfahren eines chinesischen Akteurs unter den strikten Regeln der neuen Drittlandsubventionsverordnung so detailliert aufrollt.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision – ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.
