
Nachdem der Markt für Near-Eye-Displays 2025 ordentlich Federn lassen musste, soll es 2026 wieder aufwärtsgehen. Das zumindest prognostiziert Omdia in seiner aktuellen Marktanalyse. Die Analysten rechnen mit einem Umsatz von 675 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei den Auslieferungen sieht es ähnlich aus: Hier sollen 14,53 Millionen Displays den Weg in Geräte finden, ein Zuwachs von 16 Prozent.
Der Hauptgrund für die Trendwende ist wenig überraschend: AR-Brillen. Während klassische VR-Headsets weiter schwächeln, investieren Hersteller zunehmend in leichte Smart Glasses mit KI-Funktionen und AR-Brillen. Laut Omdia haben Unternehmen wie Meta, Apple, Samsung und Huawei ihre Produkt-Roadmaps entsprechend angepasst und setzen inzwischen stärker auf diese Geräteklasse.
Besonders deutlich fällt das Wachstum wohl im AR-Segment aus. Omdia erwartet 2026 rund 4,1 Millionen ausgelieferte AR-Displays. Das wären 154 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz soll gleichzeitig um 152 Prozent auf 156 Millionen US-Dollar steigen. Als Gründe nennt das Unternehmen neue Produkte von RayNeo, Alibaba, XREAL und VITURE sowie ein insgesamt stärker wachsendes Ökosystem.
Bei VR sieht die Sache dagegen weiter eher zäh aus. Große Hardware-Sprünge bleiben aus, die Geräte sind nach wie vor vergleichsweise klobig und für den Alltag kaum geeignet. Dazu kommt ein Software-Angebot, das aus Sicht von Omdia (und vielen von uns sicher auch) bislang nicht genügend Nutzer überzeugt. Auch deshalb wandern Investitionen und Aufmerksamkeit zunehmend in Richtung KI-Brillen und AR.
Die Prognose fällt entsprechend aus: Für VR-Displays erwartet Omdia 2026 einen Rückgang der Auslieferungen um 4 Prozent auf 10,5 Millionen Einheiten. Der Umsatz soll ebenfalls um 4 Prozent sinken.
Unterm Strich zeigt sich damit ein Wandel, der sich schon seit einiger Zeit abzeichnet: Die Musik spielt inzwischen deutlich stärker bei leichten AR- und KI-Brillen als bei klassischen VR-Headsets. Ob sich dieser Trend langfristig bestätigt, wird am Ende aber auch davon abhängen, ob die neuen Geräte im Alltag tatsächlich einen Mehrwert bieten.
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