Aktuell rechnen die meisten Unternehmen damit, dass uns die aktuelle Speicherkrise noch bis mindestens 2028 begleiten wird. Die Auswirkungen: Alle Komponenten und Geräte, die Arbeitsspeicher und Speicherplatz benötigen, werden teurer. Besonders eindrucksvoll kann man das etwa an DDR5-RAM für PCs beobachten. Die Preise haben sich innerhalb eines Jahres vervielfacht. Der Zulieferer SK Hynix aus Südkorea bekennt sich nun zu Gegenmaßnahmen. Man wolle die Fertigungskapazitäten nämlich verdreifachen.
Bevor ihr zu jubeln beginnt: Das kann und wird nicht von heute auf morgen passieren. Denn neue Anlagen müssen erst gebaut und filigran optimiert werden. Deswegen visiert SK Hynix für die angesprochene Verdreifachung seiner Fertigungskapazitäten einen Zeitraum von acht Jahren an. Bis 2034 dürfte es demnach dauern, bis wir davon vollends etwas merken. Immerhin: Innerhalb der nächsten fünf Jahre möchte man die Kapazitäten gegenüber dem aktuellen Status schon einmal verdoppeln. Dieser Meilenstein sollte dann also 2031 erreicht sein.
Dabei hat SK Hynix seine Pläne schon deutlich beschleunigt. Denn der Zulieferer hatte schon vor einigen Jahren eine Expansion angekündigt – und wurde dafür zunächst sogar belächelt. Ursprünglich wollte man bis 2045 drei weitere Werke bauen. Dieses Vorhaben wurde also schon um mehr als 10 Jahre vorverlegt. Offen hält sich der Speicherzulieferer auch, eine weitere Expansion im Ausland voranzutreiben. Das könnte z. B. in Japan geschehen. Allzu konkret ist es da aber noch nicht geworden.
Klar ist: Aufgrund des KI-Hypes werden enorme Speichermengen für Datenzentren benötigt. Da die Geschäftskunden bereit sind, hohe Preise zu zahlen, fokussieren sich die Zulieferer auf jenes Segment. Privatkunden sind das letzte Glied in der Kette. Die Folge sind Preissteigerungen und Lieferengpässe. Teilweise haben Firmen sogar ihr Line-up für Privatkunden ganz eingestellt. Das hat etwa Micron vorgemacht und seine traditionsreiche Marke Crucial sang- und klanglos begraben.
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