Kurztest: Prusa USS Drybox und Ultraglow PETG

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Seit geraumer Zeit arbeiten hier im privaten Druckerzimmer zwei 3D-Drucker der Marke Prusa – genauer – der CORE One und CORE One L sehr regelmäßig mit. Ich nutze die beiden eigentlich hauptsächlich wegen ihrer Zuverlässigkeit und der verhältnismäßig niedrigen Arbeitslautstärke, an die ein geschlossener Bambu-Drucker oder andere geschlossene Modelle einfach nicht herankommen. Vor einiger Zeit schickte mir Prusa dann aber auch noch die neue USS Drybox und das wahnsinnig spannende Ultraglow PETG zu, welches noch nicht allzu lange im Store des Unternehmens zu erwerben ist. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich?

Die USS Drybox ist kein Raumschiff der Enterprise-Klasse, sondern stattdessen eine Erweiterung für bestehende CORE-One oder CORE-One-L-Systeme, mit der sich Filamentrollen trocken am Drucker gelagert verstauen und nutzen lassen. Zudem kann man das Ganze auch als kostspielige (pro Box 32,99 Euro) und stapelbare Lagerbox nutzen, um seine Filamente dauerhaft trocken zu lagern.

Beim Ultraglow PETG hingegen handelt es sich um ein neues, im Dunkeln leuchtendes, Filament, das ungelogen das aktuell hellste seiner Sorte auf dem Markt ist. „PETG Ultraglow Green“ ist aber mit einem Preis von 69,99 Euro für 800 Gramm nicht nur recht teuer, es ist aufgrund seiner Beschaffenheit auch enorm abrasiv und lässt handelsübliche 3D-Drucker regelrecht leiden. Doch dazu gleich mehr.

Fangen wir mal mit der Drybox an. Jene hängt hier am CORE One L, könnte aber nach der Umrüstung meines CORE One auf den CORE One (dank 10-Euro-Upgrade von Prusa) auch dort arbeiten. Die Aufbewahrungsbox setzt unter anderem auf sechs Klicklaschen, die sich gar nicht mal so einfach öffnen und schließen lassen, was aber am Ende dann auch für die entsprechende Luftdichtigkeit sorgt. Allerhand Dichtungen im Inneren, ein mitgeliefertes und von innen in der Box zu befestigendes Hygrometer und Platz für den ebenfalls mitgelieferten Beutel mit Trockensilikat machen aus der Dose aber mehr als nur eine langweilige Box. Das Hygrometer ist durch das grau-milchige Material nicht ideal abzulesen, für den flotten Blick auf die Werte reicht es aber.

Zudem könnt ihr an der Drybox auch ein kleines Schildchen einschieben mit dem enthaltenen Material – entweder mit den am Umkarton befindlichen Schildern oder aber ihr druckt euch welche von den Vorlagen auf Printables. So vergisst man auf jeden Fall nicht, welche Filamentsorte man da irgendwann einmal eingelegt hat. Die ganze Box wird dann per Bajonett-Spulenhalter nach dem Einlegen des Filaments direkt an der Druckerseite befestigt und sitzt dann auch angenehm sicher. An der Oberseite der Drybox gibt es außerdem noch eine Schnellzugriffsöffnung. Das ist eine kleine Gummikappe, die luftdicht auf dem Auslass für das Filament sitzt, den Filamentfaden fest greift und dann ermöglicht, das Material nach dem Drucken schnell und geschützt vor Feuchtigkeit, schnell griffbereit zu verstauen.

Prusa wirbt damit, dass die Standardspulen (bis zu 1 kg) von fast (!) allen Anbietern verstaubar sind. Tatsächlich habe ich noch eine sehr alte Geeetech-Spule, die minimal zu breit ist und sich der Deckel der Box so nicht schließen lässt. Andere Spulen haben dann teils recht große Innendurchmesser bei der Aufnahme. Da der Innenkranz der Drybox natürlich eine feste Größe besitzt, hängen einzelne Spulen anderer Hersteller teils etwas nach unten durch, sodass die Spulen etwas an der Unterseite schleifen. Ich habe aber bislang noch keine Spule erlebt, die dann am Ende so stark geschliffen hat, dass es Probleme beim Abziehen des Filaments gegeben hätte.

Die Spule hängt aufgrund der größeren Öffnung etwas durch, lässt sich aber weiterhin problemlos in der Drybox drehen.

Die Box hängt hier nun schon einige Wochen am Drucker, den Silikatbeutel habe ich das erste Mal getauscht und noch immer macht das Konzept seine Arbeit sehr gut. Ob das Ganze aber wirklich etwas für euch ist, oder ob ihr lieber weiter auf andere Systeme oder direkt das Drucken aus einem Filamenttrockner heraus bevorzugt, das müsst ihr für euch selbst entscheiden.

Und dann wäre da noch das neue PETG mit dem „Leuchtet im Dunkeln“-Effekt. Ich erwähnte es eingangs bereits, das Material kann Drucker leiden lassen. Nämlich dann, wenn man sich nicht um die korrekte Nozzle kümmert – in meinem Fall habe ich mir eine 0,6 mm E3D-Obxidian-Nozzle für die Prusas geordert, natürlich ordentlich gehärtet. Warum?

Damit das Material so krass leuchtet, wurde da Strontiumaluminat drin verarbeitet, und zwar in der höchstmöglichen Menge, die überhaupt möglich sei, so Prusa. Noch mehr Anteil und die Druckfähigkeit des Materials wäre negativ beeinträchtigt worden, heißt es. Ich habe die Rolle hier dann zur trockenen Aufbewahrung direkt in die Drybox verfrachtet.

In der Nahaufnahme fällt dann spätestens auch dem letzten auf, wie rau das Material tatsächlich ist. Streichelt sich wie ein Dreitagebart…

Doch auch so spürt man bereits beim Einfädeln des Filaments, dass es sich hier um das vermutlich aktuell am meisten abrasive Material auf dem herkömmlichen FDM-Markt handelt. Bereits beim Auspacken der Spule kann man die Unebenheiten auf dem Spulenfaden erkennen, vor allem aber spüren. Fädelt man Ultraglow dann durch den PTFE-Schlauch, dann ist die Reibung auch hier enorm hoch, sodass eben jene Tubes nach einiger Zeit des Druckens mit dem Material eindeutig durch sein dürften und es einen Austausch benötigt.

Mit einer 0,4-mm-Nozzle oder kleiner ist fast nicht zu vermeiden, dass es zum Clogging kommt, die Düse also verstopft. Lohnt sich der Aufwand und die Anschaffung dann aber wenigstens am Ende? Eindeutig, sofern man eben zwingend das aktuell am hellsten leuchtende Filament auf dem Markt sucht. Ich habe hier schon einige PLA-Varianten anderer Hersteller ausprobiert, hatte für einen direkten Vergleich unter anderem ein PLA von Bambu Lab herangezogen.

Prusa verspricht, dass Ultraglow auch noch 6 bis 8 Stunden nach dem Aufladen mit Licht gut leuchtend zu sehen sein soll. Das kann ich hier eindeutig unterschreiben, sogar über die 8 Stunden hinaus. Erste Fehlversuche mit dem Material (ich verwendete zu Beginn nicht die pulverbeschichtete Buildplate, sondern die texturierte PEI-Variante – erstere hat hier am Ende den besseren Halt geliefert) landeten in meinem PETG-Abfallsammelbehälter und leuchteten darin auch noch am nächsten Morgen, also knapp 11 Stunden später, auffallend in der Box. Hilft im Übrigen auch beim Wiederfinden verloren gegangener Ultraglow-Abfälle. Beleuchtet wurde das Material bis dahin dann ausschließlich von den Innen-LEDs des Druckers.

Im direkten Vergleich muss nicht lange erklärt werden, welches das bisherige Leucht-PLA, und welches das neue Ultraglow-PETG von Prusa ist. Da hat das Unternehmen eindeutig nicht zu viel versprochen. Nun darf man aber eben auch den erwähnten Preis von knapp 70 Euro pro 800 g nicht vergessen. Da können Fehldrucke schon durchaus mal schmerzlich ins Geld gehen. Mir wurde die Rolle zur Verfügung gestellt, ich kann hier drucken, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Handelsübliche Leucht-Filamente sind da meist dann doch deutlich günstiger. Aber sie sind eben auch lange nicht so leuchtstark wie Ultraglow. Der geneigte 3D-Druck-Enthusiast hat oft auch schon allerhand verschiedene Nozzles für seine Drucker daheim, da muss dann vielleicht nicht zwingend zugekauft werden wie in meinem Fall. Verschleiß kann sich hier aber nicht vermeiden lassen, quasi überall im Drucker, wo der Filamentfaden dann eben durchläuft.

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