Nextcloud Umzug: einfach machen, nicht einfacher.

„So einfach wie möglich. Aber nicht einfacher.“

Dieses Zitat stammt von Albert Einstein und heißt maximal ausformuliert in etwa „mach dir ein Problem so einfach, dass du es lösen kannst, nicht aber einfacher als es sein muss, denn dann geht der Sinn in dem Problem verloren“.


Der Titel-Satz hat vom Ursprung her zwar überhaupt nichts mit IT zu tun, und doch musste ich mich Anfang der Woche daran erinnern.

Ich habe auf meinem Homeserver unter anderem eine selbst gehostete Nextcloud auf Docker-Basisi am laufen. Der Einfachheit halber habe ich damals als Datenbankgrundlage SQLite genommen, eine kleine, selbsständige Datenbank, die oft in beengten Situationen, wie Mobiltelefonen oder kleinen Anwendungen verwendet wird.

Für mich als einzigen Nutzer ist das an sich auch ausreichend, jedoch kamen in Vergangenheit immer mal wieder Situationen aus, die mich störten: das Laden des Web-GUI dauerte länger, Befehle aus der Dokumentation funktionierten nicht (weil diese eine MySQL Datenbank vorraussetzten) oder, noch viel schlimmer, Backups von Kontakten und Kalendern konnten nicht importiert werden, bzw. nur auf Biegen und Brechen mit massiven Fehlern.

Deswegen wollte ich meinen Unterbau auffrischen mit dem Ziel: einen Container für die Nextcloud, und einen für eine MySQL/MariaDB Datenbank.

Weil der Mensch faul ist, wovon ich mich nicht auch ausschließen kann, wollte ich es schnell und einfach. Nicht dreckig, aber rückblickend wäre es das doch wohl geworden. Wenn ich etwas mache, dann denke ich in die Zukunft und will es direkt ordentlich machen.

Versuch 1: schnell einfach = Denkfehler

Zuerst habe ich die neue Nextcloud mit einem Compose-File aufgesetzt und gestartet. Ich dachte, allein die Angabe meines vorhandenen Datenverzeichnisses genügt, um die neue Installation nutzen zu können.


Wie zu erwarten, hat es das nicht: die Nutzer wurden in der Loginmaske nicht erkannt, die Installation forderte das Administratorkonto einer Erstinstallation.

Versuch 2: mehr denken führt auch mal zu Problemen

Als nächstes dachte ich, ich starte die neue Nextcloud, fahre den alten Container runter, damit dieser nicht in die Datenverzeichnisse schreibt und beim Import inkonsistente Daten hervorruft, und kopiere die Daten aus dem Web-GUI in die neue NC.

Fehler 1:

wenn die alte Nextcloud nicht läuft, kann ich nicht auf die Daten zugreifen (hätte man sich auch denken können…). Weiter KÖNNEN garnicht beide Nextcloud-Instanzen laufen, da immer nur ein Container das darunterliegende Image nutzen kann!

Fehler 2:

per SFTP konnte ich auch nicht an die Daten, da das Datenverzeichnis zwingend dem User „www-data“ gehören MUSS. Der Root-User kann dass zwar umgehen („Ich bin Root, ich darf das!“), aus Sicherheitsgründen habe ich aber den Root-Login auf meinen Server deaktiviert und der Nutzer „www-data“ hat außerhalb meiner Nextcloud nichts zu melden.


Ergebnis: Daten nicht grafisch aufrufbar.

Versuch 3: umständlich von Anfang an = (fast immer) erfolgreich

Dann musste ich doch in den sauren Apfel beißen: Nextcloud wurde mit neuer MariaDB gestartet, und meine Nutzer der alten Nextcloud manuell angelegt und die Konten und Apps wie vorher eingerichtet.


Danach habe ich per SSH-Terminal von meinem Server die Daten von Verzeichnis „Alt“ (/mnt/hdd/nextcloud/USER/files/) mittels rekursiven Copy-Befehls („cp -r“) in das neue User-Verzeichnis kopiert (/mnt/hdd/ncdata/USER/files/).


Damit noch nicht getan, denn die Nextcloud, bzw. besser die Datenbank weiß noch nichts davon, dass die Daten jetzt vorliegen.


Zum Glück hat Nextcloud dafür einen schönen, wenn auch langen Indexier-Befehl parat:

„sudo docker exec -ti –user www-data [nextcloud-app] /var/www/html/occ files:scan –all“

Danach waren alle Ordner und Dateien im Web-GUI wieder vorhanden und auch meine Kalender und Kontakte wurde fehlerfrei importiert.

Was lernen wir daraus: manchmal muss es doch etwas mehr sein als „eben mal schnell“. Sich die Dinge genau zu überlegen verhindert viele Probleme, kann aber auch in die falsche Richtung leiten.


Eben nach dem Motto „mach es dir einfach und stressfrei, aber nicht einfacher, denn dann ist es keine zufriedenstellende Lösung“.


Auf jeden Fall habe ich einiges dazugelernt, was ich bestimmt in Zukunft nochmal gebrauchen kann.


Und denkt immer dran: vor solchen Operationen am offenen Herzen sind Backups ein Muss und ersparen euch haufenweise Stress und Ärger!

Over and Out


– Boba Fett

Kommentar zu Microsoft

Manche Menschen werden es nie verstehen.


Heute habe ich wieder etwas gelesen, was mich mittlerweile nur noch müde mit dem Kopf schütteln lässt: ein Internetnutzer berichtete davon, dass er jetzt vermehrt auf Linux umsteigen, und irgendwann ganz auf Windows und Microsoft-Dienste verzichten will. So ein Vorgehen begrüße ich prinzipiell, nur war in dem Fall mal wieder die Wortwahl entscheidend:

„wegkommen von der Spionagesoftware Windoof und Onkel Billy von Microschrott.“

Windows ist für mich weder Spionagesoftware, noch kann Bill Gates was dafür, dass du Windows nutzt. Was viele nicht wissen, oder nicht begreifen möchten ist, dass Windows keine Spionagesoftware ist.


Die Definition von Spionage beschreibt Wikipedia wie folgt: „Spionage ist die meist verdeckte, mit nachrichtendienstlichen Mitteln und Methoden betriebene Beschaffung von Staatsgeheimnissen oder anderen Informationen über politische, militärische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und andere Themen […]“

Dass Windows Informationen, sogenannte Telemetriedaten, auf amerikanische Server sendet ist kein Geheimnis, nur dass es sich dabei lediglich um technische Inhalte wie Systemspezifikationen handelt, die freiwillig an jeden Bug- und Crash-Report angehangen werden, passt vielen wohl nicht in die Argumentation.


Auch von verdecktem Sendeverhalten mit ausgeklügelten Mitteln die nur staatliche Organisationen verwenden können kann keine Rede sein. Microsoft selbst bietet ein Diagnostic-Tool an, mit welchem man die gesendeten Informationen auslesen kann.


Es ist offen dokumentiert, dass solche Daten erhoben werden und es steht zudem im Nutzungsvertrag von Microsoft drin, den jeder natürlich komplett gelesen hat, bevor er ihm zustimmte.


Von Spionage laut Definition ist hier also nichts zu sehen.

Es ist leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen, um die Schuld von sich abzuweisen.

Dass Microsoft auch ein Interesse an persönlichen Daten hat, versucht das Unternehmen nicht zu verstecken: Microsoft-Konto, OneDrive (wehe du willst verschlüsselte Dateien hochladen), Copilot…damit lassen sich schon ganz schön Steckbriefe füllen.


Wo hat dich Microsoft aber gezwungen, diese Dienste zu nutzen? Seine Office Dokumente auf OneDrive laden, seine Emails auf Outlook abrufen und Copilot nach der Lösung für die Hausaufgaben fragen, sich dann aber im Internet beschweren, Microsoft sammle zu viele Daten und spioniere dich aus?

Es gibt da ein schönes Sprichwort: wer A sagt, muss auch B sagen:


Bist du dagegen, dass ein ausländisches Unternehmen in deinen Dokumenten wühlt, deinen Bildschirm fotografiert oder Features einführt, welche zu nicht möchtest?


Dann hör auf, diese Dienste und deren Betriebssystem zu nutzen! Wenn dir eine Person im echten Leben blödkommt, quaselst du ja auch nicht mit ihr weiter und geht am Abend zusammen einen trinken.

Oft ist das neu gewählte Betriebssystem der „Freiheit“ dann ein Ubuntu, PopOS oder Linux Mint. Ich sage nicht, dass das eine schlechte Entscheidung ist, das Sendeverhalten reduziert sich drastisch und man bekommt mehr das, was man auch möchte, aber sich bei Microsoft über Telemetrie und ungewollte Features beschweren und dann Ubuntu nutzen…

Wenn jemand meint, er möchte Windows aus freien Stücken nutzen, dann ist das in Ordnung und niemand soll da reinreden. Nur sich danach lauthals zu beschweren, erscheint dann doch etwas ironisch.

Over and Out


– Boba Fett

Windows 8 ist gestorben – ein Tribut zum Abschied

Kein Startsound ertönt. Stattdessen fliegen Kacheln ins Bild. Es ist 2012 und eine neue Windows-Version erschien. Damals ein spannendes Ereignis, wegen dem Enthusiasten zum Elektronikhändler fuhren, um eine Kopie zu ergattern. In Form einer buntgestalteten Box, die neben dem Lizenzschlüssel noch eine DVD enthielt, die zum Upgrade verhalf.

Windows 8 ging andere Wege als seine Vorgänger, denn es waren andere Zeiten. Dem klassischen Desktop-Computer wurde der Tod prophezeit. Alles bewegte sich in die Richtung tragbarer Geräte. Als große Konkurrenz sah Microsoft das iPad und wollte Apple den Gnadenstoß verpassen. Mithilfe eines Tablets, welches zugleich ein richtiges Arbeitsgerät sein kann. Das Surface Pro wurde geboren. Ebenso wie ein Windows, welches seinen Fokus erstmalig auf Fingereingaben legte.

Innerhalb des Systems verwandelten sich kleine Listen plötzlich zu großen, viereckigen Boxen. Zugleich mutierten Programme zu Apps. Darüber hinaus verschwanden die namensgebenden Fenster, nun erstreckte sich alles über den gesamten Bildschirm. Was geschah mit dem klassischen Desktop? Er rückte in den Hintergrund als Eintrag in der App-Liste.

Das beste System für Tablets… weit vor iPad OS

Windows 8 Mail-App auf einem Microsoft Surface RT 2

Windows 8 war anders, weil Microsoft ihre kreative Ader auslebte. Gewisse Konventionen wurden missachtet, um eine eigene Benutzererfahrung zu schaffen. Dies machte schon die Scrollrichtung deutlich, denn die Inhalte fuhren nicht nach unten fort, sondern nach rechts. Auch der bloße Anblick einer App reicht, um die unverwechselbare Designphilosophie zu erkennen. Das flache Design, die kantigen Ecken, ein gewisser Hauch von Minimalismus. Nichtsdestotrotz waren es übersichtliche Layouts, dank des Einsatzes von unterschiedlichen Farben sowie Farbtönen.

Der Finger war unter Windows 8 kein einfacher Pointer, sondern ein echtes Werkzeug. Jeder Fingertipp war bedeutend, denn er wurde mit einer Animation belohnt. Wischte man von dem linken Bildschirmrand rein, brachte es die zuletzt genutzte App zum Vorschein. Wischte man von der gegenüberliegenden Seite rein, so erschien die Charms Bar. Eine Werkzeugleiste mit den wichtigsten Optionen immer griffbereit. Demnach basierte ein Großteil der Bedienelemente von Windows 8 auf Gesten, schon weit vor iPad OS.

Jede Animation war verspielt und stehts flüssig. Windows 8 glitt schwerelos auf Tablets und machte selbst auf günstigen Geräten eine bessere Figur als Android. Das erinnert an die glorreichen Tage von Windows Phone, dessen Stärke ebenfalls die gute Performance auf Handys im unterem Preissegment war.

Der größte Flop seit Vista

Windows 8 Startmenü auf einem Microsoft Surface RT 2

Es gibt zahlreiche YouTube-Videos, die alle demselben Drehbuch zugrunde liegen. Ein interessierter Protagonist startet erstmalig Windows 8, um sich einen Eindruck von dem neuen System zu verschaffen. Doch sobald das Startmenü erscheint, besteht sein Vokabular nur noch aus vulgären Ausdrücken, die das System mit Exkrementen vergleichen.

Aber auch abseits der Medien erzeugte der radikale Stilumbruch von Windows 8 viele Probleme. Wie fährt man das System herunter? Eine Schnitzeljagd nach der Schaltfläche, ernüchternderweise ohne eine Xbox-Live-Errungenschaft als Belohnung zu erhalten. Deswegen kann ich euch verraten, dass der Button zum Herunterfahren in der Charms-Bar hauste, die für Maus-Nutzer echt versteckt war.

Von der Presse gehasst, von den Nutzern geächtet. Windows 8 genießt einen ähnlich schlechten Ruf wie Vista. Heute besitzt das System einen Marktanteil von nur zwei Prozenten und liegt damit weit unter Windows 7. Obwohl einige gute Verbesserungen eingebracht wurden, von denen auch Desktop-Nutzer profitierten.

Windows 8 brachte viele Neuerungen

Windows 8 Task-Manager auf einem Microsoft Surface RT 2

Die Entwickler von Microsoft waren nicht nur damit beschäftigt, eine Kacheloberfläche über das klassische Windows zu hämmern. Auch in den darunterliegenden Schichten brachten sie tolle Neuerungen ein, die Windows nachhaltig zu einem besseren System machen. Die wohl populärsten Neuerungen waren der überarbeitete Task-Manager, die neue Wiederherstellungsumgebung sowie die Taskleiste für mehrere Monitore.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die technischen Errungenschaften, die dafür sorgen, dass Windows 8 unglaublich effizient lief. Ein geringerer Ram-Verbrauch wurde durch Memory-Combining, mehr On-Demand-Dienste und der Überarbeitung alten Programmcodes erreicht. Darüber hinaus weitete Microsoft die GPU-Beschleunigung auf eine Vielzahl an UI-Elementen aus, um ein flüssiges Erlebnis zu gewährleisten.

Ich gehe nicht näher auf die Neuerungen ein, weil es Microsoft viel besser kann als ich. Sie dokumentierten alles in ihrem Entwicklungsblog zu der Entstehung von Windows 8. In detaillierter Art und Weise, aus der Perspektive der UX-Designer. Immer untermauert mit interessanten Fakten, Analysen und Berechnungen.

Leider hat Microsoft den Blog aus dem Internet verbannt, was eine Unverschämtheit ist. Doch glücklicherweise gibt es mit der Wayback-Machine ein Internetarchiv, worin der gesamte Blog gesichert ist. Ich kann jedem empfehlen, alle vier Seiten durchzublättern und die interessanten Themen rauszupicken. Es sind spannende Beiträge.

Hier klicken, um zum „Building Windows 8“-Blog zu gelangen.

Was ergibt sich aus dem Flop von Windows 8?

Windows 8 Charms Bar über dem Startmenü auf einem Microsoft Surface RT 2

Windows 8.2 war auch mal als große Aktualisierung geplant. Doch letztendlich verworfen, weil Microsoft keinen Sinn darin sah, ein System mit schlechtem Ruf weiterzupflegen.

Ein paar Umstrukturierungen in der Windows-Entwicklungsabteilung später und wir sind bei Windows 11 angelangt. Bei diesem Projekt steht die Vereinheitlichung von Windows an oberster Stelle. Viel Sinn ergibt das für den Endnutzer, weil es nur noch einen Ort für die Einstellungen geben soll. Im Endeffekt war Windows 8 ein verwirrendes Betriebssystem, weil es zwei komplett unterschiedliche Strukturen aufwies, die eine große Inkonsistenz erzeugten.

Die Vereinheitlichung bringt aber nicht nur Vorzüge. Im Endeffekt stößt man dadurch beiden Nutzergruppen bös auf, weil nicht jedem die beste Erfahrung geboten werden kann. Mittlerweile fühlt sich Windows auf Tablets wie ein Fremdkörper an, weil die meisten Gesten verworfen wurden. Ebenso muss man mit der Computermaus riesengroße Schaltflächen treffen, in vereinfachten Menüs, die weniger intuitiv und funktional sind. Wenn zwei Welten aufeinanderprallen, dann fühlen sich die Bewohner beider Planeten ihrem ursprünglichen Lebensraum beraubt.

Außerdem fehlt Microsoft mittlerweile der Mut zur Veränderung. Windows 11 wirkt austauschbar, wie ein Best of anderer Systeme. Möglicherweise herrscht bei Microsoft eine gewisse Angst, den großen Fehler von Windows 8 zu wiederholen, mit zu vielen Umbrüchen einen weiteren Flop zu erzeugen.

Tschüss, Windows 8!

Windows 8 Startmenü anpassen

Zum Abschluss des Artikels bleibt mir nichts anderes übrig, als mich von Windows 8 zu verabschieden. Mit dem Sicherheitsupdate vom 10. Januar 2023 hat das System sein letztes Update erhalten. Aus diesem Grund stellt die aktive Nutzung ab sofort ein Sicherheitsrisiko dar. Es wird empfohlen auf ein modernes System umzusteigen.

Windows 8 ist ein unterschätztes Betriebssystem. Die letzte Windows-Version, die sich nicht als Service sah, sondern als in sich schlüssiges Produkt. Eine Ära, die uns gemeinsam mit Windows Phone 8 hier in diesem Blog zusammengebracht hat und lange in Erinnerung bleiben wird.

Doch selbst die größten Windows 8-Liebhaber müssen sich eingestehen, dass bei der ganzen Genialität, die in das System geflossen ist, eine grundlegende Sache übersehen wurde. Nämlich eine angenehme Umgebung für PC-Nutzer zu schaffen.

Windows 8.1 gratis auf Windows 10 updaten

Falls ihr noch Windows 8.1 im Einsatz haben solltet und auf Windows 10 umsteigen wollt, um euren Computer längerfristig nutzen zu können, dann schaut unser Video zum Gratis-Upgrade an.

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