
Ich bin seltenst am Steuer eines Autos zu finden. Meistens trifft man mich laufend an – oder auf dem Fahrrad, ab und an aber auch auf dem E-Scooter. In der letzten Zeit bin ich ein wenig mit dem NIU KQi3 Pro E-Scooter durch unsere Gegend gefahren und kann aus diesem Grunde schon ein paar Worte zu dem E-Scooter verlieren. NIU stellt nicht nur E-Scooter her, sondern auch Roller und auch ein E-Bike findet sich im Programm.

Aufgrund der gesetzlichen Regelungen sind die Scooter hierzulande eh alle mit maximal 20 km/h unterwegs, von daher lasse ich das „Drum herum“ mal aus – sprich: die Geschichte mit ab 14, nur inklusive Versicherung etc. kennt ihr sicher. Grundsätzlich gibt es den E-Scooter von NIU in 3 Ausführungen, denn es gibt das Modell Sport, den Pro sowie den Max. Die unterscheiden sich bezüglich Gewicht, Akku und Bremse.

Mein Pro-Modell soll bis zu 50 Kilometer weit kommen und dabei Fahrer bis zu 120 Kilo aufnehmen. Der NIU KQi3 Pro E-Scooter ist klappbar, ist aber nicht wirklich etwas für den längeren Handtransport – 20,3 Kilo stehen auf der Uhr. Beim NIU KQi3 Pro E-Scooter setzt man auf 350 Watt Nennleistung, der Akku ist 486 Wattstunden stark und war bei mir nach nicht ganz 6 Stunden wieder vollgeladen. Im Gegensatz zum Sportmodell hat man hier Dual-Bremsen vorne und hinten verbaut. Ansonsten ist alles dran, was man in Deutschland braucht, ein Vorder- ein Rücklicht und eine klassische Klingel. Grundsätzlich ist der Markt da ja recht ähnlich.
Dennoch fiel der NIU KQi3 Pro E-Scooter beim Auspacken gleich auf. Klar, auf der einen Seite ist es das Gewicht, auf der anderen Seite empfinde ich das breite Trittbrett als eine feine Sache. Wer mag, kann auch die Füße nebeneinander bequem platzieren. Ebenfalls fiel mir das wertige Erscheinungsbild auf, da hatte ich nichts zu meckern.
Während der ersten Ausfahrt merkte ich, dass zumindest die Bremsen meines Modells etwas scharf eingestellt waren. Aber als Besitzer eines solchen Scooters kennst du nach ein paar Fahrten dein Gerät. Nicht wundern: Wer direkt losfährt, ist mit maximal 15 km/h unterwegs, den normalen Modus muss man in der App freischalten, vorher gibt’s den Idioten- Einsteiger-Modus für 200 Meter Fahrt.

Erwähnenswert ist sicher auch die App, da kann man beispielsweise das Sperren des Scooters justieren. Ebenfalls können Fahrten auch aufgezeichnet werden, sodass ihr eure Trips in einer Reiseübersicht sehen könnt. Hier wird dann auch angezeigt, wie viel Akkukapazität ihr für den jeweiligen Trip verbraucht habt.

Zur Leistung des Akkus. Rein technisch soll der Akku bis zu 50 Kilometer Reichweite haben. Das deckt sicherlich die Idealbedingungen ab, nicht aber die Reichweite eines Menschen, der, wie ich, um bis zu 95 Kilo wiegt. Doch nicht nur das Gewicht ist so eine Sache, auch die Temperatur spielt mit rein, Steigungen, Bodenuntergrund, rekuperieren und, und, und. Niemals habe ich 50 Kilometer erreicht. Im Schnitt hatte ich bei 30 Kilometer das Ende der Fahnenstange in Sichtweite.

Das ist natürlich eine ordentliche Abstufung zur ausgerufenen Bis-Leistung. Allerdings machen es alle Hersteller so. Es wird eine Bis-Leistung angegeben, die sich meistens auf Menschen beruft, die um 75 Kilo wiegen, null Gegenwind haben, den Standardmodus nutzen und auf ebener Strecke unterwegs sind. Ist natürlich völliger Quatsch.

Kleines Beispiel: Ich fahre zum Test E-Bikes und Scooter immer auf der Strecke, auf der ich auch meine Halbmarathons laufe. Ich starte daheim und habe dabei meist Asphalt und eine relativ ebene Betonstrecke bis an den Deich, wo es dann zwei starke Steigungen gibt. Den Gegenwind bei meiner Referenzfahrt würde ich einmal als durchaus spürbar für ca. 30 % der Strecke nennen, unterwegs war ich immer „volle Pulle“.

Das Ende vom Lied? 17,5 Kilometer gefahren und daheim eine Restkapazität von 45 % gehabt. Da muss man nicht ganz lange rechnen, um auf knapp 30 Kilometer bei identischen Voraussetzungen zu kommen. Ich selbst finde es immer schade, wenn ich das in anderen Tests nicht erfahre, da wird ganz oft nur von der theoretischen, nicht aber der praktischen Reichweite gesprochen.
Fahrgefühl und Federung gehen mit den 9,5-Zoll-Luftreifen völlig in Ordnung. Habe mich jedes Mal sicher gefühlt. Was auffällt: Bei Fahrten bergab wird schon merklich eingebremst, das könnte den einen oder anderen unter Umständen stören.

Dafür geht’s aber volle Pulle bergauf, da zieht der Motor richtig an, das fand ich klasse und teilweise auch überraschend. Das Display kann nicht nur die Geschwindigkeit anzeigen, hier wird auch über die Akkukapazität informiert. Leider mit ein paar Balken, prozentual wird es zumindest in der App visualisiert. Ebenfalls lassen sich hier die Modi einstellen, vom unterstützten Schiebemodus über den Energiesparmodus sowie den normalen 20-km/h-Modus ist da alles dabei. Die Rekuperation lässt sich auch justieren.
Was bleibt am Ende denn übrig nach meinen Fahrten?
- Hervorragende Verarbeitung
- Diebstahlschutz zuschaltbar
- Gute Performance
- Hoher Spaßfaktor
- klappbar, doch 20 Kilo sind nur bedingt dauerhaft tragbar
- Gut gestaltete, übersichtliche App
- People of Kilo sind kürzer unterwegs
- Das Ganze hat seinen Preis, 799 Euro werden für das Pro-Modell fällig
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