Honor 9 Lite im Test: viel Smartphone für wenig Geld

Mit dem Honor 9 Lite bringt die Huawei-Tochter einen Preiskracher auf den deutschen Markt. Für 229 Euro gibt es ein gut ausgestattetes Smartphone mit vier Kameras in einem Gehäuse aus Glas. Was das Honor 9 Lite sonst noch kann und ob sich der Kauf lohnt, zeigt der Testbericht von TechStage.

Käufer erhalten neben dem eigentlichen Smartphone ein Ladekabel sowie das zugehörige Netzteil. Kopfhörer von minderwertiger Qualität, wie beim baugleichen Huawei P Smart (Testbericht), gibt es nicht. Das schont die Umwelt, denn die Dinger braucht wirklich niemand. Ein Klinkenstecker im 3,5-mm-Standard ist vorhanden, so lässt sich jedes beliebige Headset anschließen.

Das mitgelieferte Ladegerät besitzt keine Schnellladefunktion; es liefert eine Spannung von 5 Volt und einen Strom von maximal 2 Ampere. Die Leistungsaufnahme beim Laden des Honor 9 Lite beträgt maximal 13,9 Watt, durchschnittlich zeigt das Messgerät einen Wert von 10,2 Watt an. Das vollständige Aufladen des 3000 mAh großen Akkus dauert 2 Stunden und 50 Minuten.

Für eine begrenzte Zeit gibt es ein Angebot: Beim Kauf des Honor 9 Lite wird eine microSD-Karte mit einer Größe von 64 GByte beigepackt. Die Aktion gilt bundesweit bei allen Händlern, solange der Vorrat reicht. Bei unserem Testgerät, das uns direkt von Huawei Deutschland zur Verfügung gestellt wurde, war allerdings keine dabei.

Das Honor 9 Lite ist 7,6 mm dünn und hat ein Gewicht von 149 Gramm. Damit fühlt es sich verhältnismäßig leicht an. Das Telefon besitzt eine schlanke Bauform. Mit einer Breite von 71,9 Millimetern liegt es bequem in der Hand. Wegen der Länge von 151 mm ist es jedoch zu lang für die Einhandbedienung mit einer mittelgroßen Hand.

Das Honor 9 Lite besteht hauptsächlich aus Glas. Sowohl hinten als auch vorne befindet sich eine leicht gebogene Glasschicht, das vom Markenhersteller Corning („Gorilla Glass“) stammt. Der Rahmen des Gerätes ist aus Metall und stabilisiert die Konstruktion. Die Verarbeitung wirkt insgesamt solide; das ganze Konstrukt wirkt sehr hochwertig. Ungleiche Spaltmaße oder Knarzgeräusche gibt es nicht. Das Honor 9 Lite ist allerdings nicht staub- oder wasserdicht, deshalb gilt Vorsicht bei Nässe und Regen.

Im Honor 9 Lite arbeitet ein Kirin 659; dazu gibt es 3 GByte RAM. Der Achtkern-Prozessor wird von Huaweis Chip-Tochter HiSilicon Technologies produziert und arbeitet mit einer Taktfrequenz von 2,36 GHz, genau wie im Huawei Mate 10 lite (Testbericht) oder im Huawei P Smart (Testbericht). In den gängigen Benchmarks erreicht das Smartphone ein durchschnittliches Ergebnis, im Antutu sind es 63.000 Punkte. Um eine Vorstellung des Machbaren zu vermitteln: Aktuelle Smartphones der High-End-Klasse erreichen im gleichen Test 195.000 bis 220.000 Punkten.

Aber so beeindruckend diese Zahlen auch sein mögen: Für die Bedienung im Alltag ist die Leistung des Honor 9 Lite völlig ausreichend. Bis auf wenige Stellen, zum Beispiel beim Rotieren des Displays in der Kamera-App, ruckelt das Smartphone kaum und läuft flüssig.

Der Speicher des Honor 9 Lite hat eine Größe von 32 GByte. Nach Abzug der ungewöhnlich viel ab Werk installierten Software bleiben dem Nutzer 23 GByte für das Speichern von Dateien zur Verfügung. Der Speicher ist per microSDXC um bis zu 2 TByte erweiterbar, aktuelle Speicherkarten gibt es bis 512 GByte. Welche Speicherkarte die beste für ein Android-Smartphone ist, lest Ihr in unserer Kaufberatung.

Genau wie das Huawei P Smart unterstützt auch das nahezu identische Honor 9 Lite Dual-SIM. Der Schlitten für die SIM-Karten nimmt entweder zwei Nano-SIMs auf oder eine SIM- und eine microSD-Karte. Die erste SIM beherrscht 4G LTE in allen für Deutschland relevanten Frequenzbänder (B3, B7 sowie B20). Die SIM Nummer zwei unterstützt lediglich den langsamen Datenstandard 2G mit 9,6 kBit/s auf Quadband-Frequenz (850, 900, 1800 und 1900 MHz).

Im Honor 9 Lite sitzt ein vom Nutzer selbst nicht austauschbarer Akku mit einer Nennladung von 3000 mAh. Die Kapazität ist im Vergleich zu anderen Geräten überdurchschnittlich. Entsprechend lang ist auch die Betriebsdauer: 1,5 Tage bei moderater Nutzung und 9 Stunden bei intensivem und aktiven Gebrauch. Das Aufladen des Akkus läuft kabelgebunden über den mittlerweile in die Jahre gekommenen Micro-USB-Anschluß. An dieser Stelle wäre der zweiseitig verwendbare USB Type C wünschenswert gewesen. Drahtloses Laden ist nicht an Bord, ist aber auch in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich.

Smartphones von Huawei und der Tochtermarke Honor beherrschen ein Kernmerkmal sehr gut: das Telefonieren. Das Honor 9 Lite haben wir im Großraum Hamburg mit Vodafone und o2 Telefónica Germany getestet. Die Gesprächsqualität und der Empfang sind exzellent. Weniger positiv ist die Qualität des integrierten Lautsprechers, dessen Volumen zu gering wirkt und frt sich bereits ab einer Lautstärkeeinstellung von 75 Prozent blechern anhört.

Was ist sonst noch dabei? UKW-Radio, NFC, Bluetooth 4.2 und WLAN nach dem n-Standard. Aktuelles ac-WLAN mit Dual-Band-Funk ist nicht integriert.

Das Honor 9 Lite besitzt ein 18:9- respektive 2:1-Display. Es hat dünne Ränder und macht die Anzeige schlank.

„In Zukunft werden wir nur noch solche Bildschirme verbauen“, erklären Repräsentanten von Honor Deutschland bei der Produkteinführung des Smartphones. Die Anzeige hat eine Diagonale von 5,65 Zoll – es ist das gleiche Display-Panel wie im Huawei P Smart. Der Hersteller will künftig verstärkt auf Verbundeffekte setzen und in vielen unterschiedlichen Geräten möglichst identische Komponenten verbauen, um Vorteile beim Einkauf und bei der Entwicklung nutzen zu können.

Die Anzeige hat Full-HD+-Auflösung, also 2160 × 1080 Pixel. Insgesamt werden 2,1 Millionen Bildpunkte dargestellt, die für eine absolut ausreichende Schärfe sorgen. Das LC-Display zeigt exzellente Farben und ist trotz des günstigen Gerätepreises wenig blickwinkelabhängig. Die Helligkeit ist hoch.

Das Honor 9 Lite ist das erste Smartphone des Herstellers, das vier Kameras besitzt. Sowohl vorne als auch hinten gibt es das gleiche Setup: jeweils eine Dual-Kamera mit 13 und 2 Megapixeln. Aufgrund des Abstands zwischen den Kameralinsen ermittelt das Gerät Tiefeninformationen im Bild. Auf Wunsch berechnet die Software der Kameras einen Bokeh-Effekt, der einer großen Blende von f/0,95 gleich kommt. Bilder mit verschwommenem Hintergrund kann somit nicht nur die hintere, sondern auch auf den gerichtete Kamera. Die Qualität beider Cams ist identisch.

„Damit setzt ihr euch und eurer Welt perfekt in Szene. Mehr Likes, Shares und Follower garantiert!“ heißt es auf der Produktseite von Honor Deutschland. Einen Garant für mehr „Gefällt-mir-Angaben“ können wir nicht versprechen, aber ja: die Bildqualität der Kameras ist ausgesprochen gut, und das gilt vor allem für die Frontkamera. Nicht, weil sie besser ist als die andere, aber sie ist auch nicht schlechter – und das ist eine Besonderheit. Bei wenig Licht kommt die Kamera an ihre Grenzen, im Großen und Ganzen liefert sie gute und detaillierte Ergebnisse mit viel Schärfe

Die Kamera-App auf dem Honor 9 Lite bietet umfangreiche Funktionen. Neben einer Automatik beherrscht sie auch die manuelle Steuerung für Foto- und Videoaufnahmen in einer maximal möglichen Auflösung von Full-HD (1080p). Darüber hinaus existieren Funktionen wie Zeitraffer, Langzeitbelichtung, Hochkontrast (HDR) und bewegte Bilder.

Für die Software haben wir Lob und Kritik zugleich. Das Gute zuerst: Die Oberfläche ist Huaweis EMUI 8.0, dessen Grundlage die aktuelle Android-Version OS 8.0 Oreo ist. Die Firmware ist auf den neusten Stand, genau wie der Sicherheits-Patch von Google vom Montag, den 1. Januar 2018.

Auf dem Honor 9 Lite ist allerdings ziemlich viel Müll in Form von Bloatware installiert. Dabei handelt es sich um Apps und Spiele, die kaum ein Nutzer haben will. Dabei sind Spiele wie Puzzle Pets, Kingoms, Dragon Mania, Reise-Apps wie booking.com oder eBay. Die Apps kosten Speicher, lassen sich aber glücklicherweise vom Systemspeicher entfernen. Trotzdem scheint das Honor 9 Lite stark subventioniert zu sein, wenn neun ganze Apps als Inklusive-Paket angeboten werden.

Nicht alles ist schlecht: Die Bedienungsanleitung und weitere Informationen zum Gerät befinden sich in der Service-App HiCare. Über die Applikation Designs erhält man Zugang zu einer breiten Auswahl von Looks, mit denen das Aussehen der Software umgestalten und individualisieren lässt.

Das Honor 9 Lite gibt es in drei Farben: Silber, Schwarz sowie das von uns getestete Blau.

Für den Preis von 230 Euro bietet das Honor 9 Lite ziemlich viel: gutes Display, starker Akku, zwei Kameras vorne und hinten, ein schickes Glasgehäuse sowie aktuelles Android. Gegen einen Kauf spricht kaum etwas. Der Hersteller hätte auf USB Type C und WLAN mit 5 GHz setzen können. Die vielen Apps sind zwar nervig, lassen sich jedoch deinstallieren.

Wer gerade auf der Suche nach einem neuen Smartphone mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis ist, kann zum Honor 9 Lite greifen.

  • Test: Huawei P Smart
  • Test: Huawei Mate 10 lite
  • Test: Honor 7X
  • Test: BlackBerry Motion

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Danke: bestboyzde

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