eBay hat gute Nachrichten für Käufer und schlechte Nachrichten für Verkäufer. So vereinfacht der Online-Marktplatz den Kaufabbruch. Käufer haben jetzt so lange die Möglichkeit, eine Bestellung abzubrechen, bis der Artikel tatsächlich als „verschickt“ markiert wird. Es ist also damit zu rechnen, dass es häufiger zu Abbruchanfragen kommen könnte.
Das räumt auch eBay ein und verpackt es diplomatisch in seiner Info-Mail: „Möglicherweise werden Sie einen leichten Anstieg der Abbruchanfragen feststellen“. Dies könnte aber laut dem Unternehmen dadurch aufgewogen werden, dass weniger direkte Kommunikation zwischen Käufern und Verkäufern notwendig sein werde. Auch stehe es den Verkäufern weiterhin frei, Abbruchanfragen zu akzeptieren oder auch abzulehnen.
Generell ist das vor allem für Privatverkäufer ein „schwieriges“ Thema. Ich habe da in den vergangenen Jahren eine deutliche Negativtendenz erlebt. Konnte man früher damit rechnen, dass ein Käufer seinen Artikel bezahlt und alles anstandslos läuft, ist das heute häufig nicht der Fall. Oft wollen Käufer inzwischen Artikel unter Vorwänden zurückgeben oder bezahlen gar nicht erst und äußern sich auch auf Nachfragen nicht. Ich rechne damit, dass man durch die Änderung von eBay bald häufig erleben wird, dass Menschen einen Artikel hoch bieten, aber dann direkt nach dem Zuschlag doch einen Abbruch anstreben. Klar, kann man das dann verweigern, wird aber wohl in den meisten Fällen dadurch nur weiteren Ärger mit dem wankelmütigen Bieter erleben.
eBay erhofft sich eine erhöhte Kundenzufriedenheit
Bei Abbruchanfragen von Käufern sollen die Verkäufer vor neutralen oder negativen Bewertungen geschützt sein, unabhängig davon, ob man sie akzeptiert oder ablehnt. Da bin ich jedoch gespannt, ob das in der Praxis wirklich so funktioniert. Laut eBay hätten vorherige Tests gezeigt, dass die neuen Modalitäten die Käuferzufriedenheit um 25 % gesteigert hätten. Die Änderung habe angeblich nur zu einem minimalen Anstieg der Abbruchanfragen geführt.
Für gewerbliche Verkäufer ist das Ganze aber wirklich vielleicht nicht schlecht, da sie ohnehin Widerruf und Rücksendemöglichkeiten anbieten müssen. So spart man sich dann in der Tat Geschreibe mit dem Käufer. Da bedauerlicherweise aber durch eBay auch Privatverkäufer einbezogen werden, sehe ich den Attraktivitätswert der Plattform für jene eher weiter sinken.
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