Wero: Der europäische PayPal-Konkurrent kommt kaum vom Fleck

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Der europäische Bezahldienst Wero sollte eigentlich die große Antwort der heimischen Banken auf PayPal und Kreditkartenriesen wie Visa oder Mastercard sein. Doch rund fünf Monate nach dem Start im Onlinehandel sieht die Realität ernüchternd aus. Große Namen fehlen in der Liste der Partner fast vollständig. Eine Umfrage des Handelsblatts soll zeigen, wie zäh das Geschäft anläuft.

Von den zehn umsatzstärksten Onlinehändlern in Deutschland ist bisher keiner dabei. Media-Markt-Saturn stellt eine Anbindung zwar vage in Aussicht, nennt aber kein festes Datum. Beim Schwergewicht Otto wird noch diskutiert, eine Entscheidung zur Integration steht aus. Andere bekannte Marken wie Zalando, Ikea oder die Shop Apotheke prüfen das Ganze zwar, halten sich aber bedeckt.

In den Niederlanden taucht Wero bei Zalando immerhin schon neben anderen Diensten auf. Aufgepasst: Das ist tatsächlich auch bei Amazon Deutschland so, aber das ist noch aufgrund des damaligen IDEAL-Zahlungsdienstes, der ja zu Wero wird. Vor vielen Jahren mussten die Niederländer ja bei Amazon Deutschland bestellen, da es da noch kein eigenes Angebot gab. Händler wie Rewe winken ab, da das System schlicht noch zu unbekannt sei.

Dass es nicht vorangeht, liegt laut Handelsblatt an mehreren Faktoren. Ein großes Problem ist der technische Aufwand. Händler müssen Wero nicht nur in ihre Shops einbauen, sondern auch Prozesse wie Retouren und Beschwerden komplett neu anpassen. Zudem ist der Markt in Deutschland fest in der Hand von PayPal. Mit etwa 36 Millionen Kunden und einem Marktanteil von rund 30 Prozent am Umsatz ist der US-Dienst der Platzhirsch. Händler zahlen dort zwar oft Gebühren von 1,6 Prozent oder mehr, nehmen das aber für die Sicherheit und Bekanntheit in Kauf. Wero möchte hier mit niedrigeren Gebühren von etwa 0,77 Prozent punkten, doch das allein reicht bisher nicht als Zugpferd.

Dazu kommt Konkurrenz aus dem eigenen Lager. Die Europäische Zentralbank arbeitet am digitalen Euro, der 2029 starten könnte. Viele Händler warten lieber ab, ob dieses Projekt am Ende günstigere Konditionen bietet oder gar zur Pflicht wird. Das setzt Wero unter Zeitdruck, da im Juni wichtige Entscheidungen im EU-Parlament anstehen.

Laut der Betreiberfirma EPI nutzen bereits acht Millionen Menschen in Deutschland den Dienst, wobei konkrete Transaktionszahlen fehlen. Unternehmen wie Lidl, Hornbach oder Decathlon haben die Einführung für die nähere Zukunft geplant. Rossmann, das ursprünglich als Partner gehandelt wurde, rudert hingegen zurück und spricht nur noch von einer intensiven Prüfung.

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