Marktübersicht eGPU: Grafik-Power für Laptops

Externe Grafikkarten versorgen Laptops mit mehr GPU-Leistung. Wir zeigen, wie die Karten arbeiten und welche Lösungen verschiedener Hersteller anbieten.

Es klingt verlockend: Einfach eine externe Grafikkarte im Gehäuse kaufen, per USB-C am Laptop anschließen und Spiele oder Virtual Reality (VR) mit der Leistung eines hochwertigen Desktop-PCs spielen. Externe Graphics Processing Units (eGPU) scheinen dank Thunderbolt 3 und USB-C endlich bereit für den Massenmarkt zu sein.

Die Idee, eine externe Grafikkarte in einem an sich schwachen System zu nutzen, ist nicht neu. Ein Ansatz ist, die leistungsstarke Schnittstelle PCI-Express zu verwenden. Doch dies ist eher etwas für Bastler, braucht es doch dedizierte Karten und meist angepasste Treiber.

Der aktuelle Ansatz nutzt die Thunderbolt-3-Schnittstelle. Diese liefert mit bis zu 40 Gigabit/s einen ordentlichen Durchsatz. Dennoch bleibt die Technik hinter einem internen PCIe-x16-Steckplatz zurück. Zum einen ist Thunderbolt 3 nur an eine PCI-Express-Lane angebunden, ein PCIe-x16-Steckplatz kann vier dieser Lanes nutzen. Zum anderen bringt der aktuelle Standard PCI Express 3.0 liefert 7,99 GByte/s – pro Lane. Die Datenübertragung ist bei Tunderbolt 3 also geringer, dennoch schnell genug für externe Grafikkarten. Zudem profitiert Thunderbolt 3 von einer breiten Unterstützung auf Mac- und Windows-Systemen. Bei Geräten wie aktuellen Ultrabooks oder Macbooks ist Thunderbolt 3 in den USB-C-Anschluss integriert.

Der Einsatz einer eGPU ist dadurch simpel: Das Betriebssystem erkennt das externe Gerät als zusätzliche Grafikkarte. Dank der aktuellen Treiberunterstützung können Windows und Mac OS die Karte wie ein internes Gerät ansprechen und die eGPU für rechenintensive Aufgaben nutzen.

Sinnvoll ist, eine eGPU zusammen mit einem externen Monitor zu verwenden. Im Normalfall werden Monitore, die an die eGPU angeschlossen sind, direkt vom Betriebssystem erkannt. Es ist theoretisch auch möglich, die eGPU mit dem internen Notebook-Display zu verwenden. Das funktioniert aber nur mit Zusatztools. Wer dies umsetzen möchte, sollte einen Blick auf das englischsprachige Forum von egpu.io werfen. Da die Daten jedoch vom System an die Karte und auf der gleichen Leitung wieder zurückgeliefert werden, leidet die Leistung

Wichtig ist zu wissen, dass nicht jeder USB-C-Anschluss automatisch Thunderbolt 3 unterstützt. Gerade bei Windows-basierten Notebooks können Hersteller bei jedem Anschluss entscheiden, welche Protokolle sie integrieren. Abhilfe schafft hier ein Blick in die Spezifikationen oder an den jeweiligen Anschluss. Wenn neben der USB-C-Buchse ein kleiner Pfeil eingetragen ist, sollte Thunderbolt vorhanden sein.

Ein anderes potentielles Problem könnte auf Systemen auftreten, die sowieso schon zwei Grafikkarten haben, etwa eine Nvidia Optimus neben der normalen Intel-HD-Grafik. Die eGPU landet dann als dritte Karte im System, was zu Konflikten führen kann. Tatsächlich hatten wir in unserem Praxistest mit einem aktuellen Macbook Pro aber keine Probleme.

Bei den eGPUs verfolgen die Hersteller zwei Ansätze: Komplettsysteme oder modulare Gehäuse. Beide haben Vor- und Nachteile. Ein Komplettsystem aus Gehäuse und Grafikkarte liefert ein Rundum-Sorglos-Paket: Das Netzteil ist auf die Grafikkarte abgestimmt, die Kühlung ist optimiert, der Treiber angepasst. Dafür sind Kunden auf den jeweils verbauten Grafikchip festgelegt. Im Test hatten wir so ein System von Gigabyte, verbaut war eine AMD RX580. Neben Gigabyte bietet Sonnett solche Systeme an, neben AMD-Systemen sind auch GPUs von Nvidia zu haben.

Alternativ können Nutzer Leergehäuse kaufen und die jeweilige Karte selbst einsetzen. Das bietet mehr Flexibilität bei der Auswahl der GPU und macht ein Upgrade einfach. Dafür muss man unter Umständen damit leben, dass die Kühlung nicht optimal oder etwas Bastelei beim Einbau notwendig ist. Die meisten Leergehäuse erlauben aber genug Platz für die jeweilige Karte samt Kühler. Solche eGPU-Gehäuse kommen unter anderem von Razer, Zotac oder HP Omen.

Welche Variante man bevorzugt, hängt stark vom Nutzer ab. Wer bereits eine leistungsstarke Grafikkarte besitzt, für den ist der Kauf eines einfachen Gehäuses oft sinnvoller als eine komplette Neuanschaffung. Wer hingegen sowieso alles neu kauft, kann auch zu einem Komplettsystem greifen.

Um die eGPU in der Praxis zu testen, haben wir eine RX 580 Gaming Box von Gigabyte mit einem Macbook Pro verbunden. Auf dem Mac lief die aktuellste Version von Mac OS, zudem war Windows 10 per Bootcamp nativ auf einer Partition installiert. Die gute Nachricht zuerst: Unter beiden Systemen funktioiniert die Karte problemlos. Wir steckten die Karte in den USB-C-Anschluss, Mac OS erkannte sie und die Karte ist sofort verfügbar. Damit die installierten Spiele, darunter Civilization VI und Counterstrike: Global Offensive, die Karte erkennen, mussten wir das externe 4K-Display lediglich als primärern Monitor definieren.

Unter Windows 10 war das Ergebnis ähnlich: Mit dem aktuellen Treiber von AMD war es kein Problem, die eGPU für Spiele oder Anwendungen zu nutzen.

Im Spiel haben wir den Leistungsschub sofort bemerkt. Um die Karte genauer zu überprüfen, testen wir die eGPU und die interne Grafikkarte mit dem Benchmark 3DMark und dem Szenario TimeSpy 1.0 Standard. Die Ergebnisse stammen aus der Windows-10-Installation des Macbook Pro.

Die Werte zeigen, dass die externe Karte einen massiven Leistungssprung gegenüber der integrierten Lösung liefert. Dabei kommt den eGPUs ein weiterer Vorteil zu Gute: Die Anbieter dieser Lösungen müssen hier nicht auf die abgespeckten mobilen Grafikchips setzen, sondern können die normalen Desktop-GPUs nutzen und die maximale Leistung ausschöpfen. Das bedeutet schnellere Chips und auch deutlich mehr Grafik-RAM.

Zusätzlich zum klassischen Gaming fanden wir im Test eine der wirklichen Stärken der eGPUs: Virtual Reality. VR-taugliche Systeme sind derzeit teuer, und nicht jeder will sich zusätzlich zum Notebook einen wenig portablen Desktop-PC stellen. Die eGPU kann genau hier ansetzen und normale Notebooks VR-tauglich machen. In unserem Test konnte SteamVR eine normale HTC Vive (Testbericht) problemlos erkennen, sowohl unter Windows wie auch unter Mac OS.

Ein positiver Nebeneffekt: Viele der eGPU-Gehäuse verfügen über eine ganze Reihe zusätzlicher Anschlüsse, von USB bis hin zu Netzwerk-Buchsen. Einige Produkte versorgen den Laptop per USB-C auch mit Strom, sie können so de facto die Funktion einer Docking-Station übernehmen.

Beim Kauf eines reinen Gehäuses sollte man unbedingt darauf achten, wie groß die verbaute Grafikkarte maximal sein darf.

Komplettsysteme liefern alles, was man zum Einsatz braucht. Leider sind die verbauten GPUs nicht zwingend die aktuellsten. Ein Upgrade ist unter Umständen möglich, es kommt dann allerdings auf das Gehäuse an.

Im Rahmen unseres Praxistests waren wir von der eGPU mehr beeindruckt als wir bislang dachten: Die aktuelle Generation der Geräte funktioniert einfach — und das sowohl unter Mac OS wie unter Windows 10. Damit werden die Geräte eine interessante Alternative für alle, die gerne spielen oder ressourcenintensive Programme nutzen, aber keinen zusätzlichen Desktop-Rechner zusätzlich zum Notebook einrichten möchten. Gerade für VR-Fans sind eGPUs eine interessante Alternative zum hochgezüchteten Desktop oder schweren Gaming-Notebook.

Es gibt aber ein paar Punkte zu beachten: Wir empfehlen jedem, einen externen Monitor mit der eGPU zu nutzen. Es lässt sich die Grafikkausgabe auch auf das interne Display umleiten, zumindest für Bastler, die kein Problem mit Leistungseinbrüchen haben. Zudem sollten Windows-Nutzer genau darauf achten, dass der Laptop USB-C samt Thunderbolt-3-Unterstützung mitbringt.

Bei der Wahl zwischen einem modularen oder Komplettsystem kommt es auf die Präferenzen des Käufers an. Wer sich eine ordentliche Karte und ein separates Gehäuse leisten kann, der fährt damit wahrscheinlich langfristig besser. Doch auch die Komplettsysteme liefern deutlich mehr Leistung als eine interne Grafik und sind noch dazu meist günstiger als die Kombination aus Gehäuse und Karte.

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3D-Druckbetten: Bessere Haftung für Standard-Filamente

Eines der häufigsten Probleme beim 3D-Druck ist die schlechte Haftung zwischen Filament und Druckbett. Wir erklären, welche Oberflächen zum besseren Halt der Materialien verhelfen.

Grundsätzlich gilt: Je präziser der Abstandes zwischen Druckdüse und Druckbett auf das Filament abgestimmt ist, desto besser haftet der Druck. Die erste Schicht sollte zudem deutlich langsamer gedruckt werden als der Rest des Objekts.

Wer sich nicht sicher ist, welches Filament das Richtige ist sollte sich unseren Ratgeber zu den Standard-Filamenten ansehen.

Polylactide (PLA) halten bei Raumtemperatur auf nahezu allen Standard-Druckbetten. Dennoch kommt es bei schlecht kalibrierten Druckern und insbesondere bei niedrigeren Temperaturen zu Haftungsproblemen. Um Haftung zu gewährleisten, bietet sich an, die Druckplatte mit einem handelsüblichen Klebestift zu bestreichen. Das klebrige Druckbett muss dann nach jedem Druck gesäubert werden — erfahrungsgemäß eine ganz schöne Sauerei. Bei beheizen Druckbetten funktioniert der Klebestift-Trick übrigens nicht. Der Kleber trocknet schnell aus und die Haftwirkung geht verloren.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Bluetape oder Malerkrepp, das auf das eigentliche Druckbett aufgeklebt wird. Es bietet PLA gute Haftung und ist einfach und verhältnismäßig günstig verfügbar. Das Problem beim Tape: Das raue Klebeband überträgt sich auf das Druckobjekt und hinterlässt die Oberflächenstruktur auf dessen Unterseite. Außerdem hält das Klebeband nur einige Drucke, bevor es an Haftung verliert. Oft reißt es beim Lösen eines Drucks ein. Wer auf diese Lösung setzt, muss sein Bluetape regelmäßig austauschen. Und das kann — je nach Druckertyp — eine ganz schöne Fummelei sein. Die Klebeband-Lösung funktioniert bei beheizten und unbeheizten Druckbetten. Bluetape gibt es in Rollenform oder als zugeschnittene Bögen.

Deutlich länger haltbar und somit pflegeleichter sind sogenannte Dauerdruckplatten aus Polyetherimide (PEI). Ein bekannter Hersteller aus diesem Bereich ist Buildtak, deren Druckbett-Auflagen in verschiedensten Größen verfügbar sind. Die dünnen Kunststoffbögen werden auf das eigentliche Druckbett aufgeklebt und sorgen für gute Haftung auf kalten sowie warmen Oberflächen. Das Anbringen der selbstklebenden PEI-Bögen ist deutlich unkomplizierter als der Umgang mit Bluetape oder Kreppband. Die selbstklebenden Platten sind in verschiedenen Größen, Formen und Farben erhältlich.

Wer ein Heizbett einsetzt, sollte bei PLA die Temperatur auf 50 bis 60 Grad Celsius einstellen. So sollte das Filament auch auf dem Standard-Druckbett halten. Falls es trotzdem zu Haftungsproblemen kommt helfen, bis auf das Einschmieren mit Kleber, die oben genannten Varianten.

Alternativ bietet sich bei beheiztem Druckbett die Verwendung einer Filaprint-Druckplatte an. Diese ist zwar verhältnismäßig teuer, bietet aber einige Vorteile. So halten darauf auch andere Filamente und das Ablösen fertiger Drucke nach dem Abkühlen ist so komfortabel wie bei keiner anderen Lösung. Die abgekühlten Drucke lösen sich praktisch von alleine. Im warmen Zustand ist der Ausdruck jedoch fast nicht abzubekommen. Die Platten des Herstellers Filafarm sind in verschiedenen Größen erhältlich.

Holz- und Metall-Filament sind ähnlich unkompliziert wie PLA. Bei ordentlicher Kalibrierung des Düsenabstands zum Druckbett haftet es auf fast allen Standard-Druckbetten. Wer trotzdem Probleme hat, kann auch hier zum Klebestift greifen. Zumindest bei unbeheizten Druckbetten. Wer ein Heizbett nutzt, sollte es auf 45 bis 60 Grad Celsius aufheizen, um optimale Haftung zu erreichen.

Bluetape und PEI sind ebenfalls geeignete Oberflächen für den Druck mit Holz oder Metall. Das Klebeband ist zwar günstiger, der Aufwand beim Anbringen und vor allem beim Auswechseln ist allerdings deutlich höher. PEI ist stabiler und hält dementsprechend länger.

Für Besitzer eines Druckers mit Heizbett lohnt sich auch für diese Filamenttypen die Anschaffung einer hochpreisigen Filaprint-Dauerdruckplatte.

Wer zum ersten Mal mit Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS) druckt und vorher nur Erfahrungen mit PLA gesammelt hat, merkt schnell, wie widerspenstig sich einige Filament-Typen verhalten. Für die Verwendung des Filaments ist grundsätzlich ein beheiztes Druckbett mit einer Temperatur zwischen 80 und 110 Grad Celsius notwendig. Bei Druckern ohne Heizbett ist die Verarbeitung selbst mit Tuning-Maßnahmen nicht möglich. Die hohe Oberflächentemperatur alleine reicht aber meist nicht, damit Drucke auf den Standard-Druckbetten halten. Da sich ABS beim Abkühlen stark zusammenzieht, haftet zwar das Objekt, die Ecken heben sich aber.

Eine Trick ist der Einsatz von Polyimid-Folien wie Kapton-Tape. Das hitzeunempfindliche Klebeband verbessert die Haftung von ABS signifikant. Die Oberfläche ist glatt und hinterlässt keine Abdrücke auf der Unterseite des Drucks. Wenn das Klebeband alleine nicht ausreicht, hilft eine zusätzliche Schicht Haarspray. Das sorgt für besseren Halt, macht aber eine Riesensauerei. Wer sein Druckbett nicht abnehmen kann, sollte davon Abstand nehmen. Ein weiterer Nachteil des Materials: ABS haftet zwar auf Kapton-Tape, nicht jedoch PLA. Wer beide Filamente im Wechsel druckt, muss ständig die Oberfläche seines Druckbetts austauschen. Auf Dauer ist das nicht nur nervig und zeitraubend, sondern auch teuer. Außerdem ist das Aufbringen des sehr dünnen Kapton-Tapes nicht unproblematisch. Wer nicht sauber arbeitet, hat Luftblasen und Falten in seiner Oberfläche. Diese sehen auf dem fertigen Druck unschön aus und vermindern außerdem die Haftwirkung.

Eine weitere Möglichkeit, ABS auf einer Druckplatte zum besseren Haften zu verhelfen, ist der Einsatz einer PEI-Dauerdruckplatte. Dieses lässt sich einfach anbringen und funktioniert auch mit PLA. Erfahrungsgemäß hält ABS extrem gut auf den oben bereits erwähnten Buildtak-Bögen. Das Problem: Wer den Abstand zwischen Düse und PEI-Oberfläche nur etwas zu klein einstellt, bekommt den fertigen Druck fast nicht mehr ab. Zwar helfen Zange, Spachtel und großer Kraftaufwand. Dann aber besteht die Gefahr, die Dauerdruckplatte zu zerstören. Erfahrungsgemäß passiert das relativ schnell. Wer jedoch den richtigen Düsenabstand gefunden hat, kann die PEI-Oberfläche über Monate verwenden.

Die teuerste Lösung ist auch bei ABS die Verwendung einer Filaprint-Dauerdruckplatte. Bei einer Druckbett-Temperatur ab 110 Grad Celsius bietet sie erfahrungsgemäß sehr guten Halt. Ist das ABS abgekühlt, löst sich der Druck ohne Kraftaufwand. Es ist bei dieser Lösung wichtig, die Dauerdruckplatte nicht mit bloßen Händen anzufassen. Bereits minimale Fettspuren auf der Oberfläche verringern die Haftung extrem.

Wer PETG als Filament verwendet, benötigt ein beheiztes Druckbett. Die optimale Temperatur der Druckunterlage liegt bei 75 bis 90 Grad Celsius. Es gibt zwar vereinzelte Berichte, dass PETG auch ohne Heizbett auf Bluetape oder einer Klebeschicht hält. Aber die Erfahrung zeigt, dass dies normalerweise nicht klappt.

Zusätzlich bietet sich zur Verbesserung der Haftung auch für dieses Filament die Verwendung von Bluetape, beziehungsweise Malerkrepp, an. Die Lösung ist günstig, allerdings nicht sehr langlebig.

Wer keine Lust hat, das Klebeband ständig auswechseln, kann bei PETG zur Filaprint-Platte greifen. Durch die Kompatibilität mit fast allen Filamenten relativiert sich der hohe Preis.

Auf PEI hält PETG ebenfalls, zumindest wenn der Abstand zwischen Druckkopf und Druckbett ideal eingestellt ist. Allerdings ist die Haftung oft so gut, dass die Druckplatte beim Entfernen des Druckobjektes sehr schnell kaputt geht. Wir raten daher von dieser Kombination ab.

Zum Druck flexibler Objekte aus Thermoplastischem Polyurethan (TPU), wie Schutzgehäuse für Kameras, ist kein beheiztes Druckbett notwendig. Das TPU-Filament ist auch ansonsten verhältnismäßig einfach zu drucken — vorausgesetzt man benutzt keinen Bowden-Extruder. Wer ein Heizbett verwendet sollte es auf 45 bis 60 Grad Celsius aufheizen.

Wer — trotz der von Haus aus guten Hafteigenschaften — Probleme hat, sollte es mit Bluetape oder Malerkrepp probieren. Wer mit dem Klebeband arbeitet, muss es aufgrund der geringen Haltbarkeit regelmäßig wechseln. Das ist auf Dauer zeitaufwändig und teuer. Außerdem überträgt sich die grobe Oberflächenstruktur des Klebebandes auf die Unterseite des Drucks.

Komfortabel ist die Verwendung einer Druckunterlage aus PEI. Diese ist deutlich stabiler und mittelfristig nicht teurer als Klebeband.

Für Drucker mit Heizbett ist die teure Filaprint-Oberfläche für TPU ebenfalls geeignet. Wer die Investition nicht scheut, bekommt eine stabile und sehr zuverlässige Druckunterlage, auf der auch flexible Filamente zuverlässig halten.

Besitzer eines Druckers ohne Heizbetts sollten erfahrungsgemäß zu einer PEI-Dauerdruckplatte greifen. Diese bietet allen nutzbaren Filamenttypen ausreichend guten Halt und die Kosten sind nicht besonders hoch.

Wer nur bei niedrigen Zimmertemperaturen Haftungsprobleme hat, kann auch zum günstigen Klebestift greifen. Das Reinigen ist mit der Zeit aber nervig und der Kleber daher keine vernünftige Dauerlösung.

Wer ein beheiztes Druckbett nutzt, sollte sich eine teure, aber für praktisch alle Materialtypen geeignete Filaprint-Dauerdruckplatte zulegen. Die Anschaffungskosten sind auf den ersten Blick zwar recht hoch, aber auf lange Sicht lohnt sich die Investition in diese sehr haltbare und zuverlässige Lösung.

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Renkforce RF100: Günstiger 3D-Drucker von Conrad im Test

Der Elektronikhändler Conrad hat mit dem RF100 einen 3D-Drucker für unter 300 Euro im Angebot. Wir haben getestet, wie sich das Einsteiger-Gerät in der Praxis schlägt.

Der RF100 kommt sauber verpackt und gut geschützt bei den Kunden an. Der massive Rahmen besteht aus Metall. Lediglich die Seitenverkleidungen sind aus hochglänzendem, schwarzen Kunststoff gefertigt. Die Verarbeitung ist für den Preis überraschend hochwertig. Sämtliche elektronische Komponenten sitzen im Inneren des Gehäuses. Die Leitungen, die zum Druckkopf führen, sind mit Kabelschutzschläuchen umhüllt. Das Geräts wiegt rund neun Kilogramm.

Der Aufbau des Druckers ist unkompliziert: Es sind zwei Kabelbinder zu entfernen, der Führungsschlauch für das Filament in eine Halterung zu schieben und der Filament-Halter auf der Rückseite anzuschrauben. Anschließend folgt die Kalibrierung des Druckbetts und das Einlegen des Filaments.

Der Druckkopf des RF100 hängt an der horizontalen X-Achse (Links- und Rechsbewegung). Diese ist auf beiden Seiten mit der Y-Achse verbunden (Bewegung von vorne nach hinten). Die Z-Achse zur Höhenverstellung fährt nicht der Druckkopf, sondern die bewegliche Druckplattform ab. Die Konstruktion ist verwindungsfest und sehr stabil.

Das Druckbett aus Glas ist nicht fest mit dem Drucker verbunden, sondern mit drei starken Dauermagneten an der Plattform der Z-Achse befestigt. Zur Kalibrierung der Druckunterlage stehen drei Rändelschrauben zur Verfügung.

An der Frontseite des Gehäuses ist ein mehrzeiliges Display und ein Dreh-Taster zur Steuerung angebracht. Der SD-Karten-Einschub sitzt auf der linken Gehäuseseite.

Zum Lieferumfang des Druckers gehören Strom- und USB-Kabel und eine 8 GByte große SD-Speicherkarte mit 3D-Modellen und der Slicing-Software Cura. Eine lange Pinzette hilft bei der Reinigung des Druckkopfs, mehrere Sechskantschlüssel sind für Wartungsarbeiten im Paket. Ein Spachtel zum Entfernen des Drucks vom Druckbett und ein kleiner Seitenschneider, zum Lösen der Transportsicherung, gehören ebenfalls zum Lieferumfang. Außerdem sind eine 250-Gramm-Rolle Polylactide-Filament (PLA) und mehrere Filament-Muster beigelegt. Wer möchte, kann also gleich mit Holz, Metall, TPU und Farbwechsel-PLA drucken.

Die beigelegt Software Cura für Windows und Mac ist, verglichen mit anderen Programmen, einfach zu bedienen. Trotzdem ist es ratsam, sich in die Software einzulesen.

Der RF100 arbeitet mit Filamenten beliebiger Hersteller. Da das Druckbett nicht beheizt ist, kann der Drucker trotzdem nicht jedes verfügbare Material verarbeiten. Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) oder Nylon haften beispielsweise erst ab einer gewissen Druckbett-Temperatur (Übersicht Standard-Filament, Übersicht exotische Filamente). Der Druck von PLA oder dem beigelegten Holz- oder Metall-Filaments ist problemlos möglich.

Da das Verbrauchsmaterial nicht in den Druckkopf hineingeschoben, sondern von dort eingezogen wird, eignet sich der RF100 auch für das gummiartige Thermoplastisches Polyurethan (TPU). Ein absoluter Vorteil gegenüber anderen vergleichbaren Druckern.

Die kleinstmögliche Schichtdicke beträgt 0,1 Millimeter. Der Bauraum – also der Platz, der für den 3D-Druck zur Verfügung steht – misst 12 × 12 × 12 Zentimeter. Diese Abmessungen taugen nicht für große Ausdrucke. Für zahlreiche Anwendungen und den Einstieg ins Thema ist die Größe trotzdem ausreichend.

Zur Übertragung der Druckdaten nutzen wir im Test die beigelegte SD-Karte. Wer möchte, kann den Drucker aber auch direkt per USB mit dem Computer verbinden und die Drucke darüber starten. Eine kabellose Verbindung per WLAN oder Bluetooth steht nicht zur Verfügung.

Für Einstellungen am Drucker dient das integrierte Display und dem daneben angebrachten Drehtaster. Dieser arbeitet absolut exakt, anders als das Pendant vom Wanhao Duplicator i3 Mini. Das Auswählen der Menüpunkte gestaltet sich intuitiv und unproblematisch. Allerdings ist die Bedienung des Druckers trotzdem unnötig kompliziert: Im Vergleich zu anderen Druckern sind extrem viele Schritte notwendig, um beispielsweise das Filament zu laden oder das Druckbett zu kalibrieren. Hier gefällt uns die Umsetzung der Software beim Davinci Mini w+ (Testbericht) oder Duplicator i3 Mini (Testbericht) deutlich besser.

Zur Vorbereitung eines Drucks ist das Programm Cura im Lieferumfang, eine sogenannte Slicing-Software. Diese teilt digitale 3D-Objekte in einzelne Schichten auf und gibt an den RF100 weiter, mit welchem Tempo und mit welcher Temperatur er drucken soll. Cura ist zuverlässig und unkompliziert. Durch die weite Verbreitung der Freeware sind im Internet zahlreiche Tipps und Tricks zu finden.

Das Druckerprofil des RF100 ist in Cura bereits angelegt. Eigenes Konfigurieren des Bauraums, Filament-Durchmessers oder Geschwindigkeiten ist deshalb nicht notwendig. Alternative Programme, wie das kommerzielle Programm Simplify3D, funktioniert ebenfalls mit dem RF100.

Zum Erstellen von 3D-Objekten ist eine Slicing-Software allerdings nicht geeignet. Dazu benötigen Anwender ein zusätzliches Programm. Hier lohnt ein Blick auf die 3D-Software von Windows oder das weit komplexere Autodesk Fusion360.

Die Muster-Modelle auf der beigelegten Speicherkarte funktionieren ohne Umwege über den Computer. Wer möchte, kann also direkt loslegen.

Zu Beginn bedarf es einiger Softwareeinstellungen, damit die Drucke ordentlich funktionieren. So scheiterten bei unserem Test die ersten Druckversuche mit dem RF100 aufgrund mangelnder Haftung am Druckmett. Das ist ein bekanntes Problem, welches wir auch mit dem Duplicator i3 Mini hatten: Nach mehreren gedruckten Schichten beginnt sich das Druckteil von der Unterlage zu lösen. Wer den Vorgang jetzt nicht abbricht, kann zusehen, wie der Druckkopf das Druckteil verschiebt und in der Luft weiter druckt.

Bei Zimmertemperaturen über 20 Grad Celsius sollte dieses Problem nicht auftreten. Zumindest dann nicht, wenn das Druckbett korrekt kalibriert ist und auch sonst alle Einstellungen in der Slicing-Software stimmen. Dennoch ist es ratsam, die erste Druckschicht mit verminderter Geschwindigkeit und ohne Bauteilkühlung zu drucken. Diese Maßnahmen verbessern die Haftung und sind reine Einstellungssache.

Falls es trotzdem zu Haftungsproblemen kommt, hilft das Einschmieren des Druckbetts mit einem handelsüblichen Klebstift. Dann klebt die erste Druckschicht und der Druck lässt sich ohne Haftungsprobleme abschließen. Sogar dann, wenn der Abstand zwischen Düse und Druckbett nicht perfekt stimmt.

Der RF100 druckt zwar ordentlich, allerdings sind im Test mehrere Versuche notwendig, bis das erste Objekt in passabler Qualität gelingt. Die notwendigen Korrekturen sind Temperatur- und Geschwindigkeitsanpassungen in den Einstellungen der Slicing-Software. Welche Kniffe für die verschiedenen Fehler im Druckbild nötig sind, erklären Anleitungen im Internet. Ein gutes Beispiel mit den häufigsten Druckfehlern und Lösungen findet sich hier.

Sind die korrekten Einstellungen endlich gefunden, klappen auch größere Drucke mit Stützstruktur und Überhängen. Die Druckergebnisse sind dann mit denen des Davinci Mini w+ und des Duplicator i3 Mini vergleichbar.

Wer auf der Suche nach einem günstigen Fertig-Drucker für Einsteiger ist, macht mit dem RF100 alles richtig. Zusätzlich zum günstigen Preis überzeugen vor allem die sehr gute Verarbeitung und die Tatsache, dass der Drucker sogar flexibles Filament verarbeiten kann.

Während bei den Modellen von Davinci Mini w+ und Duplicator i3 Mini keinerlei Nacharbeit in Sachen Software-Einstellungen nötig ist, funktioniert der Conrad-Drucker erst nach längerem Herumprobieren. Die Steuerung des Druckers per Wähl-Taster ist zwar nicht ideal, aber immerhin logisch und zielführend.

Die größten Einschränkungen des RF100 sind der begrenzte Bauraum und das unbeheizte Druckbett. Wer beispielsweise ABS oder PETG drucken will, muss sich einen Drucker mit beheiztem Druckbett zulegen. Wem Materialien wie PLA, Holz-Filament oder flexibles TPU ausreichen, der kann zuschlagen.

Wer mit dem RF100 arbeitet, muss sich trotz guter Hardware, unbedingt mit dem Thema Slicing-Software beschäftigen. Wer darauf keine Lust hat, ist mit dem deutlich günstigeren, Duplicator i3 Mini (Testbericht) besser beraten. Dieser kann ohne Modifikationen allerdings kein TPU drucken. Das gleiche gilt auch für den ab Werk sehr gut funktionierenden Davinci Mini w+. Dieser ist allerdings etwas teurer als der RF100 und arbeitet nur mit Filament des Herstellers xyzprinting.

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LG Electronics PH550G: mobiler HD-Beamer im Test

Der PH550G ist ein Beamer mit integriertem Akku, HD-Auflösung und vielen Anschlussmöglichkeiten. Wir haben das knapp 375 Euro teure Gerät einem ausgiebigen Test unterzogen.

Ein weißes, hochglänzendes Gehäuse aus Kunststoff umgibt den PH550G. Der Projektor misst 174 × 109,5 × 44 mm, er ist also größer als ein DIN A6 Blatt – ein DIN A4 Blatt zweimal gefaltet. Das Gewicht des Beamers beträgt knapp 650 g. Insgesamt macht das Gerät einen verhältnismäßig robusten Eindruck. Auf der Front rechts sitzt die Linse, auf der Oberseite ein Schieberegler zum Scharfstellen des Bildes. Oben befindet sich der Einschaltknopf, der auch als Navigations-Kreuz zur Steuerung der Benutzeroberfläche dient. Komfortabler geht dies jedoch mit der beigelegten Fernbedienung.

Links und rechts tönen die Lautsprecher mit ihrer Leistung von jeweils 1W aus entsprechenden Öffnungen im Gehäuse. Auf der Unterseite gibt es fünf kleine runde rutschfeste Standfüßchen und in der Mitte ein Gewinde zum Anschließen von Stativen und Halterungen. Auf der Rückseite finden sich der Anschluss für das Netzteil, ein AV-Eingang, RGB-Eingang, HDMI-Eingang, USB-Port, als Audio-Ausgang eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse und eine Anschlussmöglichkeit für ein Kensington-Lock. Zum Lieferumfang gehört eine schicke Filztasche zum Schutz des Projektors beim Transport.

Die native Auflösung des PH550G beträgt 1280 × 720 Pixel im Bildverhältnis 16:9, die Helligkeit gibt der Hersteller mit 550 Lumen an. Die Projektionsdiagonale des Gerätes beträgt maximal 100 Zoll. Der HDMI-Eingang unterstützt zur direkten Übertragung von Smartphones und Tablets Slimport, MHL und AV-Adapter für iOS-Geräte. Für drahtlose Übertragung von Handy und PC via integriertem WLAN-Modul unterstützt der Beamer Miracast. Um externe Lautsprecher zu nutzen, stehen zusätzlich zum Klinken-Ausgang auch Bluetooth zur drahtlosen Verbindung zur Verfügung.

Der PH550G hat einen integrierten Akku für den Betrieb unterwegs. Zur Kapazität des Akkus macht der Hersteller keine Angaben. Wir kamen im Test auf eine Laufzeit von etwas mehr als zwei Stunden, der Hersteller verspricht zwei einhalb Stunden. Der PH550G gestattet, Filme dreidimensional darzustellen. Dazu benötigen Nutzer jedoch eine spezielle 3D-Brille, die sich der DLP-Link-Technologie bedient. Diese befindet sich nicht im Lieferumfang.

Die Benutzeroberfläche des PH550G ist übersichtlich aufgebaut, die Bedienung mit der beiliegenden Fernbedienung größtenteils selbsterklärend. Alternativ ist die Bedienung direkt am Gerät möglich. Dabei agiert der Power-Button als Vier-Achsen-Stick zur Navigation, durch kurzes Drücken des Power-Buttons werden die gewünschten Optionen ausgewählt. In der Praxis ist diese Art der Bedienung jedoch recht mühselig. So existiert keine Möglichkeit, im Menü einen Schritt zurück zu gehen. Zum anderen gestaltet es sich kompliziert, das Steuerkreuz auf den gewünschten On-Sceen-Button zu navigieren

Der PH550G liefert mit seiner HD-Auflösung ein zufriedenstellend scharfes Bild, die Farbwiedergabe des Gerätes gefällt uns gut. Mit seiner Helligkeit von 550 Lumen eignet sich das Gerät in abgedunkelten, aber auch hellen Räumen für Präsentationen, Inhalte sind gut erkennbar. Word-Dokumente und Power-Point-Präsentationen öffnet der Beamer direkt vom USB-Stick, dies geht also auch ohne Screen-Mirroring vom Smartphone. Filme mit dem PH550G zu schauen macht Spaß. Dazu sollte der Raum jedoch zumindest ein wenig abgedunkelt sein. Komplett abgedunkelt kommt dann aber erst so richtig Kino-Feeling auf.

Im Test spielte der PH550G die gängigsten Bild- und Video-Formate ohne Murren ab. Bei Videos mit einer größeren Auflösung als Full HD versagt er jedoch den Dienst – 4K-Videos unterstützt das Gerät nicht. Die Stereo-Lautsprecher des PH550G bieten eine hohe Lautstärke. Wie bei vielen mobilen Beamern kann der Sound aber nicht überzeugen. Die Speaker klingen dünn und flach. Wie beim kürzlich von uns getesteten Toumei C800S bietet es sich an, einen externen Lautsprecher per Audio-Ausgang oder Bluetooth zu verbinden.

Der PH550G ist ein noch verhältnismäßig günstiger Beamer, dessen herausstechende Merkmale das gute Bild, die vielen Eingangsmöglichkeiten und der integrierte Akku sind. Die Helligkeit genügt zur Nutzung des Beamers auch in wenig abgedunkelten Räumen, die Lautsprecher konnten uns jedoch nicht überzeugen. Grundsätzlich ist der Beamer empfehlenswert. Wer weniger Geld ausgeben möchte, dem empfehlen wir einen Blick auf den Toumei C800S (Testbericht) zu werfen. Der löst zwar nur 854 [×] 480 Pixel auf, schafft es damit aber ein ansehnliches Bild an die Wand zu werfen. Dieser Beamer benötigt für den Betrieb jedoch möglichst gut abgedunkelte Räume, punktet aber mit Android als Betriebssystem.

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