Test Sharp Aquos C10: leichtes Smartphone, altes Android

Das Sharp Aquos C10 ist ein Mittelklasse-Smartphone und kostet 299 Euro. Ob sich die Anschaffung lohnt und welche Alternativen es gibt, verrät TechStage im Test.

Das Gehäuse des Aquos C10 ist aus den drei Materialien Kunststoff, Metall und Glas gefertigt. Während die meisten Hersteller, wie beispielsweise BQ mit dem Aquaris X2 Pro (Testbericht) oder Xiaomi mit dem Mi A2 (Testbericht), auf hochwertiges Polycarbonat, Metall oder Glas pur setzen, verwendet Sharp für sein knapp 300 Euro teures Smartphone eine Rückseite aus einfachem Kunststoff. Sie besitzt eine Hochglanzoptik, doch genau das ist ungünstig: der Rücken fängt Kratzer und Fingerabdrücke schnell ein, außerdem lässt er sich nach innen drücken. Ganz so edel fühlt sich das nicht an.

Ein Vorteil der Bauweise mit Kunststoff führt zum merklich geringem Gewicht von nur 140 g. Mit einer Display-Diagonalen von 5,5 Zoll, einer Höhe von 141 und einer Breite von 72 mm zählt das Aquos C10 zu den kompakteren Smartphones. Nur bei der Tiefe von 7,9 mm ist das Xiaomi Mi A2 mit 7,3 mm besser aufgestellt. Das Aquos C10 lässt sich allein mit einer mittelgroßen Hand gut bedienen. Das liegt unter anderem an den dünnen Rändern links, rechts und oben.

Die Verarbeitung des Aquos C10 ist insgesamt mittelmäßig. Die Übergänge sind fast nahtlos. In kleinen Spaltmaßen rund um die schmale Hörmuschel sammelt sich aber Feinstaub, der nur durch starkes Pusten verschwindet.

Der Fingerabdrucksensor sitzt auf der vorderen Seite unterhalb des Bildschirms. Obwohl die Fläche in rechteckiger Form ziemlich breit ist, könnte der Sensor etwas tiefer ins Gehäuse gehen. So wäre er besser zu ertasten. Im Alltag funktioniert er schnell und zuverlässig.

Im Aquos C10 kommt der Snapdragon 630 zum Einsatz. Dem Prozessor mit acht Kernen stehen 4 GByte RAM zur Seite. Im Vergleich zu anderen Smartphones steht das Aquos C10 mittelmäßig gut da. Im Benchmark von Antutu erzielt das Aquos C10 einen Wert von 89.000 Punkten. Die Mi A2 von Xiaomi kommt auf 132.000 Punkte und ist damit rund 48 Prozent schneller als das Sharp-Telefon. Nur das Galaxy A6 (Testbericht) kostet genau so viel wie das Aquos C10 und ist 30 Prozent langsamer. Doch wenn es einem nur um die Leistungsfähigkeit eines Smartphones geht, dann gibt es zum Preis von 329 Euro das Pocophone F1 von Xiaomi (Testbericht), das einen Leistungsvorsprung um ganze 200 Prozent bietet. Die Bedienung funktioniert schnell und flüssig, Ruckler oder Verzögerungen bei Animationen oder App-Starts sind nicht vorhanden.

Der Speicher des Aquos C10 ist 64 GByte groß. Dem Nutzer stehen davon etwa 45 GByte für seine Daten zur Verfügung. Das entspricht einem Anteil von 70 Prozent, das ist schlechter als der Durchschnitt von 72 Prozent in dieser Preisklasse. Beim Motorola One (Testbericht) stehen beispielsweise 73 Prozent bereit, sprich 46 von 64 GByte. Wem der Speicher zu wenig ist, legt bei Bedarf eine Speicherkarte im Format Micro-SD ein. Optional lässt sich auch eine zweite Nano-SIM-Karte für Dual-SIM einlegen. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, hat TechStage ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?

Das Display des Aquos C10 ist 5,5 Zoll in der Diagonalen groß und löst Full-High-Definition+ auf, das sind 2040 [×] 1080 Pixel im Bildverhältnis von 17:9. Bei einer Darstellung von insgesamt 2,2 Millionen Pixeln beträgt die Punktdichte 420 Pixel pro Zoll (ppi). Damit ist die Bildschärfe mehr als ausreichend für den alltäglichen Gebrauch, für VR-Inhalte reicht es allerdings nicht. Die Helligkeit mit gemessenen 535 cd/m2 ist hoch und deutlich besser, als bei den meisten Geräten in der Mittelklasse. Im Display ist in der oberen Mitte eine tiefe Einkerbung, darin befindet sich die nach vorne gerichtete Selfie-Kamera mit 8 Megapixel. Die Ecken des Bildschirms sind an den Ecken abgerundet, genau wie das Gehäuse auch. Allerdings sind die Radien unterschiedlich groß, weshalb der Rahmen um das Display an einigen Stellen etwas dicker verläuft, als der Rest.

Auf dem Rücken des Sharp Aquos C10 sitzt eine aus dem Gehäuse herausschauende Dualkamera mit 12 und 8 Megapixel. Wegen der Unwucht liegt das Smartphone nicht flach auf einem ebenen Untergrund, sondern schaukelt leicht hin und her, wenn man es währenddessen bedient. Die Assistenzkamera liefert Informationen zur räumlichen Tiefe und ermöglicht so einen Bokeh-Effekt mit verschwommenem Hintergrund. Testbilder zeigen, dass der Effekt nicht sonderlich gut ist. Oft ist ein größerer Abstand zum Objekt notwendig, das erfährt der Nutzer aber nicht während des Fotomachens, sondern erst später beim Betrachten der Resultate. Zudem schwächelt die Kamera bei feineren Elementen wie Menschenhaar oder Ästen und ähnliches. Bietet die Umgebung viel Licht, macht die Kamera des Aquos C10 schöne Bilder. Bei wenig Licht kommt sie an ihre Grenzen, die typisch für Smartphones dieser Preisklasse sind.

Auf dem Sharp-Smartphone läuft Android in der Version 8 Oreo. Damit ist es nicht mehr ganz so aktuell, wie vergleichbare Smartphones. Selbst ein Update auf die 8.1er-Version ist bisher nicht vom Hersteller veröffentlicht. Ob und wann das Upgrade auf Android 9 Pie folgt, ist bisher ungewiss. Erfahrungswerte zum Verhalten vom Hersteller existieren kaum. Die Tatsache, dass der Sicherheits-Patch noch vom 1. August 2018 ist, sagt viel über Sharps Geschwindigkeit aus.

Im Lieferumfang des Aquos C10 sind drin: Smartphone, USB-C-Kabel, Schnellladegerät und ein Adapter für 3,5-mm-Klinke auf USB Type-C. Einen analogen Anschluss zum Verbinden von Kopfhörern hat das Sharp-Smartphone nicht. Wer den Akku laden und zeitgleich Musik über Kopfhörer hören möchte, braucht einen gesonderten Adapter. TechStage hat solche Adapter für unterschiedliche Geräte getestet: Vergleichstest – 2-in-1-Adapter mit USB Type-C und 3,5 mm.

Das kabelgebundene Laden des 2700-mAh-Akkus dauerte im Test keine zwei Stunden. Nach einer Ladezeit von 30 Minuten erreichte der Akku einen Stand von 44 Prozent. Der Akku hält bei gewöhnlicher Nutzung rund 1,5 Tage. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Video bei maximaler Display-Helligkeit hat das Sharp 12 Stunden und 41 Minuten mit einer einzigen Akkuladung erreicht. Das ist ein Top-Wert.

Das Sharp Aquos C10 kommt zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 299 Euro in den Handel. Deutlich zu teuer für die billige Verarbeitung und die schwache Leistung. Im Preisvergleich ist es schon ab 210 Euro erhältlich. Lohnt sich das Telefon dann doch? Nicht wirklich; das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht gegeben. Für 199 Euro gibt es das Xiaomi Mi A2 mit besserer Hardware und aktueller Software, welche auf Android One basiert und länger mit Updates versorgt wird. Darf es etwas mehr kosten, dann sind das BQ Aquaris X2 Pro oder Xiaomi Pocophone F1 deutlich bessere Alternativen.

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Danke: bestboyzde

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