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Retro-Gaming-Konsolen im Vergleichstest

Alte Spiele-Klassiker aus den Achtzigern auf Retro-Konsolen zu zocken ist ein großer Spaß, nur welches der zahlreichen Systeme ist das Beste? Wir haben verschiedene Modelle getestet und verraten, für wen sich welche Konsole am besten eignet.

Einer der wichtigsten Faktoren bei der Kaufentscheidung zu einer Retro-Konsole ist die verwendete Software. Die von uns getesteten Systeme unterscheiden sich in erster Linie durch die Tatsache, dass einige Konsolen veränderbare Software nutzen und andere nicht. Das ist spätestens dann relevant, wenn man zusätzliche Spiele installieren möchte.

Bei der billigen Handheld-Konsole mit hunderten vorinstallierten Spielen ist es beispielsweise möglich, eigene ROMs mittels SD-Karte zu ergänzen. Selbst die originalen Classic-Konsolen NES Mini und SNES Mini von Nintendo sind veränderbar. Mit einem entsprechenden Hack lassen sich weitere Spiele nachladen.

Bei den günstigen Nachbau-Konsolen aus China geht das nicht. Zwar kommen diese bereits mit hunderten vorinstallierten Spielen zum Kunden, wenn aber das persönliche Lieblings-Game fehlt, ist das sehr ärgerlich.

Am meisten Möglichkeiten hat der Nutzer mit einer Selbstbau-Konsolen. Diese bieten neben dem individuellen Design auch die größte Freiheit in Sachen Software. Auf Konsolen auf Basis des Raspberry Pi laufen beispielsweise Games von fast allen Nintendo-Systemen, Sega Megadrive, C64, Amiga und vielen weiteren.

Da die Nintendo-Konsolen aufgrund der hohen Beliebtheit innerhalb weniger Wochen vergriffen waren, sind die Verkaufspreise in die Höhe geschossen. Findige Geschäftsleute aus China nutzen diese Situation und verkaufen Eins-zu-Eins-Kopien von Nintendos Mini-Classic-Konsolen.

Diese sehen den Originalen zwar zum Verwechseln ähnlich, allerdings haben sie entscheidende Nachteile: Das größte Manko der Klon-Konsolen ist die Software. Eigene Spiele im Nachhinein zu installieren ist nicht möglich, außerdem schummeln die Hersteller bei der Angabe der installierten Titel, und die Rechtmäßigkeit der Spiele-Lizenzen ist zumindest fragwürdig.

Der China-Klon des SNES hat zwar tatsächlich hunderte Spiele vorinstalliert; trotzdem enttäuscht die Titelauswahl. Auf dem Konsolen-Nachbau ist kein einziges Super-Nintendo-Spiel vorhanden, es gibt nur Spiele der älteren NES-Konsole. Wer sich auf SNES-Spiele gefreut hat, wird an diesem vermeintlichen Schnäppchen keinen Spaß haben.

Nintendo-Fans empfehlen wir deshalb den originalen SNES Classic Mini. Dieser ist zwar um ein vielfaches teurer, aber hochwertig verarbeitet, mit tollen, lizenzierten Spielen bestückt und offen für Bastler, wenn die Vorauswahl der Games nicht ausreicht. Wie das genau funktioniert erklären wir in unserem Testbericht.

Bei der Kopie des Classic Mini NES sieht es etwas besser aus. Immerhin sind alte NES-Spiele installiert, so wie man es erwartet. Die Sortierung der Spiele ist allerdings eine Katastrophe. Wer die alten Nintendo-Klassiker spielen will und nicht auf ein bestimmtes Spiel aus ist, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Wer spezielle Spiele im Auge hat, sollte besser zum Original von Nintendo greifen.

Wer eine All-in-One-Lösung für Spiele von verschiedenen Konsolen sucht, muss selbst basteln. Mit einer Konsole auf Raspberry-Basis funktionieren unter anderem Spieletitel von NES, SNES, Wii, Gameboy, Gameboy Color, Gameboy Advanced oder Nintendo DS.

Die Spiele der neueren Konsolen wie Nintendo Wii laufen zwar theoretisch, allerdings ruckelt die Wiedergabe stark. Die älteren NES- oder SNES-Spiele laufen hingegen flüssig. Die Kosten für einen Selbstbau beginnen bei etwa 40 Euro. Wie der Aufbau einer DIY-Konsole funktioniert haben wir in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengefasst.

Wer Retro-Games unterwegs zocken will, braucht eine der günstigen Handheld-Konsolen mit vorinstallierten Spielen. Die Auswahl der günstigen China-Handhelds ist sehr groß; deren Ausstattung sehr unterschiedlich. Verarbeitungsqualität und Haptik der von uns getesteten Konsole sind eher mäßig und passen zum niedrigen Preis von knapp 30 Euro. Weder der Bildschirm noch die Bedientaster sind so richtig zufriedenstellend. Zwar funktioniert die Handheld-Konsolen insgesamt ganz gut, aber auf lange Sicht frustrieren die ungenaue Steuerung und der schlechte Bildschirm. Ob eine Lizenz für die installierten Spiele vorliegt, ist ebenfalls fraglich. Für kurzzeitiges Zocken in Bahn oder Auto sind die mobilen Konsolen trotzdem gut geeignet.

Zum Ausprobieren geht es aber noch günstiger. Mit den passenden Apps wie beispielsweise ClassicBoy oder Snes9x EX+ wird jedes Android-Smartphone im Handumdrehen zur mobilen Retro-Konsole. Wir haben getestet, wie genau das funktioniert.

Die Steuerung erfolgt entweder über den Touchscreen des Smartphones oder mit einem Gamepad. Es funktionieren sowohl Bluetooth- als auch USB-Controller. Zur Nutzung der kabelgebundenen Devices ist allerdings zusätzlich einen OTG-Adapter nötig.

Eine weitere Möglichkeit für mobiles Zocken wäre der Selbstbau auf Basis des Raspberry-Einplatinen-Computers. Aufgrund der geringen Größe einer Handheld-Konsole ist so ein Aufbau eine echte Herausforderung und kommt deshalb nur für sehr erfahrene Bastler in Frage.

Wer sich mehr für Automaten-Games als für Nintendo & Co. interessiert, der sollte sich seine Konsole entweder selbst bauen oder zu einer fertigen Lösung wie der Pandora's Box greifen.

Diese Konsole setzt auf echte, digitale Arcade-Joysticks und klackernde Druckknöpfe. Das einfache Plug&Play-System für maximal zwei Spieler hat uns im Test überzeugt: Gehäusedesign und bekannte Arcade-Spiele sorgen für authentisches Spielhallen-Feeling. Die Verarbeitung ist hochwertig und der Nutzer kann die Spiele nach eigenen Vorstellungen sortieren. Mit einem Hack ist es auch möglich, eigene ROMs zu installieren – ausprobiert haben wir das aber noch nich. Einziges Manko an dieser Lösung ist der verhältnismäßig hohe Preis.

Nintendo-Fans die ein unkompliziertes System haben möchte, sollte sich für den originalen Classic Mini SNES entscheiden. Wer Arcade-Games aus der Spielhalle vorzieht kauft am besten die Konsole Pandora's Box. Nutzer die sowieso gerne basteln oder ein Multi-Konsolen-System wollen, sollten sich auf jeden Fall für die flexible und günstige DIY-Konsole entscheiden. Zum Spielen unterwegs empfehlen wir die Nutzung eines Android-Devices mit der passenden App.

  • Kaufberatung Retro-Konsolen: Nintendo, Sega, Atari & Co.
  • Anleitung: Retro-Konsole mit dem Raspberry Pi selber bauen
  • Retro-Konsole Nintendo SNES Classic Mini im Test: Kaufen!
  • SNES-Klon im Test: gute Hardware, falsche Spiele
  • China-Klon von Nintendos Classic Mini NES im Test
  • Arcade-Feeling: Retro-Konsole Pandora's Box im Test
  • Mobile Retro-Konsole aus China im Test: 10.000 Spiele, 40 Euro

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Gigaset Elements Alarm System im Test: ungewöhnlich gut

Gigaset bietet mit seiner Elements-Serie eine umfangreiche Auswahl an Smart-Home-Sensoren, die kabellos über DECT kommunizieren. Wir haben das Starterkit Alarm System L getestet und eine intelligente Alarmanlage mit App-Steuerung eingerichtet.

Einen Überblick über das Thema Smart-Home-Alarmanlagen, Grundlagen zur Planung des Systems und die Informationen, warum die Polizei solche Systeme und den privaten Einbau nicht empfiehlt, finden sich in unserem Grundlagen-Artikel: Smart-Home-Alarmanlagen selbst planen und einbauen

Gigaset Elements verhält sich in vielen Punkten ein wenig anderes als die gesammelte Konkurrenz. Zum einen liegt das an der verwendeten Technik. Wer Gigaset hört, denkt sofort an schnurlose Telefone, und in der Tat: Während andere Hersteller wie beispielsweise Bosch (Testbericht) zur Kommunikation auf Smart-Home-Standards wie Zigbee setzen, sprechen bei Gigaset die Sensoren per DECT-Funk mit der Zentrale. So macht das ansonsten noch AVM bei seinen Smart-Home-Produkten (Zwischenstecker AVM Fritz DECT 210 im Test).

Außerdem sind die Alarm-Sensoren von Gigaset irgendwie außergewöhnlich. Während alle anderen Hersteller zur Überwachung von Türen und Fenstern auf Sensoren setzen, bei denen ein Magnet am Fenster- oder Türflügel und ein Reed-Kontakt mit Funkmodul am Rahmen montiert wird, sind die Elements-Sensoren einteilig. Sie sind vergleichsweise groß und werden direkt auf Tür- oder Fensterflügel montiert, einen Magneten für die andere Seite gibt es nicht.

Das hat uns zunächst skeptisch gemacht und erst einmal an Microsofts Einführung von Windows Phone denken lassen: Hauptsache, erst mal alles anders machen?! In der Praxis haben sich die Sensoren aber bewährt. Sie nutzen Kompass und Beschleunigungssensor, um zu erfassen, ob Tür oder Fenster offen oder geschlossen sind. Die Montage ist einfach, denn die Magneten der anderen Lösungen im richtigen Abstand anzubringen, kann bei schmalen Rahmen oder schiefen Flächen durchaus eine Herausforderung darstellen. Und konzeptionell haben die Gigaset-Sensoren noch einen großen Vorteil. Während die Reed-Kontakte nur die Zustände „geschlossen“ und „nicht geschlossen“ voneinander unterscheiden können, erkennt Elements auch, wie ein Fenster geöffnet wird: Normal über den Griff von innen oder gewaltsam mit Stößen, Schlägen, und Hebeln. Im zweiten Fall lösen die Sensoren auch dann Alarm aus, wenn die Anlage eigentlich unscharf geschaltet ist. Respektive: Sie sollen es tun. Um die Fenster am Haus meines Kollegen zu schonen, haben wir das nicht ausprobiert.

Außerdem mit im Paket sind eine IP-Kamera für die Aufstellung im Inneren, ein Bewegungsmelder und eine kleine Sirene. Letztere ist ebenfalls erwähnenswert, denn auch hier ist das Konzept anders als bei der Konkurrenz: Die Sirene ist eine kleine Box mit Euro-Stecker auf der Rückseite. Hat man sie einmal mit der Zentrale gekoppelt, kann man sie überall in Haus oder Wohnung in die Steckdose stecken. Fertig.

Die Logik läuft bei Gigaset Elements lokal auf der Basis-Station, zur Einrichtung ist allerdings das Anlegen eines Nutzeraccounts beim Hersteller nötig. Wer das nicht möchte, sollte sich die Smart-Home-Alarmanlage von Bosch ansehen, die trotz App-Steuerung ohne Zwangsregistrierung auskommt.

Wir haben das Starterkit Elements L mit drei Tür- und Fenstersensoren, Bewegungsmelder, Sirene und Kamera getestet. Es gibt aber auch günstigere Sets:

Zugegeben, in diesem Punkt hatte das Gigaset-System keinen guten Start. Unser erster Gedanke beim Öffnen der Verpackung war: „Ach du Schande.” Der Grund dafür ist ein unglaubliches Sammelsurium an kleineren und größeren Bestandteilen, die sich im Karton befinden. Neben der Zentrale, den Sensoren, Kabeln und Netzteilen sind das etliche Kunststoffteile, Batteriedeckel, Gehäuserückseiten, verschiedene Halter zum Hinstellen, zum Schrauben und zum Kleben, mit oder ohne Winkel, Schrauben, Klebepads und so weiter.

Drapiert man das vor sich auf dem Tisch, gibt es zunächst einmal nur viele Fragezeichen. Es will sich nicht so recht erschließen, was wohin gehört. Nach ein paar Minuten und den ersten Erfahrungen ist das dann aber doch ganz logisch: In den meisten Fällen gibt es den eigentlichen Sensor, dazu die passende Batterie, einen Deckel für's Batteriefach, eine Gehäuserückseite und einen abnehmbaren Halter samt Klebepads. Vor allem letzteres ist genial: Während bei der Konkurrenz die Sensoren üblicherweise direkt auf Fenster und Türen geklebt werden, kann man sie bei diesem System relativ einfach wieder abnehmen. Dadurch sind Batteriewechsel und eine eventuelle Neukopplung komfortabel durchzuführen. Für den Bewegunsmelder, der in unserem Starterkit enthalten ist, gibt es gleich drei verschiedene Halterungen: einen Standfuß, einen Clip für die Wandmontage und einen angewinkelten Clip, der den Sensor im 45-Grad-Winkel ausrichtet. Das ist klasse, so findet sich für jede Wohnung und jedes Haus der passende Montageort.

Einmal zusammengebaut, sehen die einzelnen Komponenten dann durchaus attraktiv und hochwertig aus. Zwar wirken vor allem Tür- und Fenstersensor aufgrund ihrer gewählten Technologie deutlich größer als die Magnetkontakte der Konkurrenz, aber sie stören nicht. Vor allem auf weißen Fensterrahmen fallen sie nicht auf. Im direkten Vergleich zu Konkurrenzprodukten wirken die Sensoren wertiger. Sie sind hervorragend verarbeitet und es sieht nicht so aus, als hätte der Hersteller am Material gespart.

Etwas nervig ist die Aufstellung der Smart-Home- beziehungsweise Alarmzentrale Base. Sie benötigt eine Internet-Verbindung per Netzwerkkabel sowie Strom über das mitgelieferte Netzteil, die Kabel werden durch Öffnungen im Gehäuse geführt. Das funkioniert aber nicht, die Basisstation steht nicht sauber auf dem Tisch. Zur Lösung legt der Hersteller eine Metallklammer samt Schrauben bei, mit der man die Kabel unten einspannt – das ist fummelig, und irgendwie schaffen es andere Hersteller ja auch, die Kabel ohne Schrauben sauber zu führen. Ein Pufferakku ist übrigens bei Gigaset ebenso wie bei Bosch nicht in der Zentrale vorhanden. Wer auch bei Stromausfall ein funktionierendes System haben möchte, muss die Alarmzentrale und den Internet-Router per externer USV mit Strom versorgen.

Die Kopplung der einzelnen Komponenten funktioniert so: Sensor näher als einen Meter an die Basisstation heranbringen, Taster an Sensor und Zentrale lange drücken, in der App bestätigen. Das hat oft, aber nicht immer reibungslos geklappt. Der Grund ist eine etwas unklare Angabe in der App: Man soll die Taste drücken, bis die LED ausgeht. Seit einem Firmware-Update vor wenigen Wochen blinkt die LED aber beim Koppeln, die App soll erst in der kommenden Woche aktualisiert werden – wenn die Anleitung dann wieder zur Software passt, ist dieser Kritikpunkt aus der Welt.

Ähnlich wie bei anderen Smart-Home-Systemen ist die Alarmanlage bei Gigaset Elements zwar elementarer, aber eben auch nur ein Bestandteil. Vorhandene Sensoren können auch für andere Aufgaben genutzt werden. So schaltet beispielsweise der Bewegungsmelder auf Wunsch auch Philips-Hue-Leuchten an oder über den Schuko-Zwischenstecker eine Stehleuchte.

Im unserem Starter-Set ist ein Bewegungsmelder enthalten, dazu gibt es zwei Fenster- und einen Türkontakt. Der Bewegungsmelder hat keinen Unterkriechschutz und soll Haustiere bis zu einem Gewicht von 25 kg ignorieren. Weil unserem Testgerät weder Hund noch Katze beilagen, konnten wir das aber nicht ausprobieren. Der Bewegungsmelder unseres Testpakets ist bereits nach wenigen Tagen wegen leerer Batterie ausgefallen. Wir vermuten, dass die Batterie bereits gebraucht war und werden das noch einige Zeit weiter beobachten.

Tür- und Fenstersensoren arbeiten, wie oben schon erwähnt, nicht mit Magnetkontakten. Im Inneren sind stattdessen diverse Sensor-Chips verbaut, die wir etwa von Smartphones her kennen: Magnetfeldsensor, Gyroskop, Beschleunigungssensor, Thermometer und Barometer. Nach dem Koppeln in der App muss man sie auf Fenster oder Türen aufkleben und dann einlernen. Dazu schließt und öffnet man das Fenster abwechselnd und bestätigt das jeweils auf dem Smartphone; der gesamte Vorgang dauert etwa zwei Minuten.

Die Idee hinter diesem Prinzip ist genial. Während Magnetkontaktsensoren nur zwei Positionen kennen, soll das Gigaset-System beispielsweise auch Schläge und Tritte gegen Türen und Fenster, Bohren, Hebeln oder Erschütterungen bemerken und kann Alarm schon dann auslösen, wenn die Tür noch geschlossen ist. Außerdem erkennen die Sensoren so, wenn sie abgenommen werden. Im scharfen Zustand des Alarmsystems fangen sie dann sofort selbst an, Alarmtöne von sich zu geben. Ist das Alarmsystem unscharf, gibt es eine entsprechende Meldung in der App, dass der Sensor neu kalibriert werden muss. Manipulierte Sensoren bleiben so nicht lange unentdeckt.

Nicht Bestandteil unseres Starter-Kits ist der neue Universalsensor. Er funktioniert nicht nur bei normalen Türen und Fenstern, sondern beispielsweise auch an Schiebe- oder Schwenkschiebetüren, an der Katzenklappe oder am Garagentor – sowohl mit Sektionaltoren als auch mit Schwingtoren. Derzeit kostet er allerdings 20 Euro mehr als die anderen Melder, daher wird er in der Praxis wohl nur in solchen Sonderfällen zum Einsatz kommen.

Außerdem gibt es noch Rauchmelder sowie Wasserstandssensor als weitere Gefahrenmelder und einen „Smart Plug“, also einen Zwischenstecker, mit dem sich Verbraucher wie eine Stehlampe schalten lassen. Mit der entsprechenden Einstellung in der App sind so auch Komfortfunktionen möglich: Der Bewegungsmelder kann nicht nur Alarm auslösen, sondern auch das Licht einschalten. Wie beim System von Bosch ist es aber auch hier nicht möglich, das Grundprinzip der Zwangsläufigkeit einzuhalten – dafür fehlt es schlicht an Aktoren und Sensoren.

Auf den ersten Blick passt die App perfekt zum System: Die ersten Schritte sind nervig. Los geht's beim Start der App zunächst mit der Registrierung eines Nutzerkontos beim Hersteller. Dass es auch ohne diesen Registrierungszwang geht, hat uns Bosch bei seinem System gezeigt. Weiter geht's mit dem Abnicken des Kleingedruckten, das hier so nervig ist, wie zu besten Zeiten von Windows-Installationen: Man muss in der App den kompletten Text mehrere Seiten lang durchscrollen, bevor man ihn abnicken kann. Danach geht's an die Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort, und auch das läuft nicht so ganz sauber ab. Zwar zwingt einen die App sinnvollerweise, ein sicheres Passwort zu vergeben, aber strikte Vorschriften, wie das auszusehen hat, nerven. Und wir hatten Probleme bei der Einrichtung des Kontos mit einer GMX-Adresse, wobei das wohl ein „bedauerlicher Einzelfall“ ist. Mit einer anderen Adresse war es kein Problem.

Danach folgt das ebenfalls etwas fummelige Pariring von Basis und Sensoren. Weiß man aber, wie es wirklich geht, klappt das innerhalb von Minuten. Trotzdem: Dass der Sensor beim Anlernen weniger als einen Meter von der Basisstation entfernt sein sollte, nervt vor allem bei der mitgelieferten Sirene mit 230-Volt-Stecker.

In der App gibt es dann Hinweise, wie die Sensoren zu montieren sind. Das ist hübsch gemacht und klappt, inklusive dem Kalibrieren von Tür- und Fenstermeldern, auf Anhieb. Die Erklärungen der Bosch-App sind allerdings noch deutlich ausführlicher.

Außerdem haben wir noch die im Set enthaltene Überwachungskamera aufgestellt. Die Ersteinrichtung und das Verbinden mit dem WLAN klappt mit einem iPhone ganz hervorragend, mit einem Galaxy S4 Mini war es etwas holpriger: Zur Konfiguration baut das Smartphone eine Bluetooth-Verbindung zur Kamera auf. Beim iPhone passiert das unbemerkt im Hintergrund. Beim Samsung gab es immer Fehler – so lange, bis wir neben Bluetooth auch Zugriff auf GPS zugelassen haben. Absicht ist das laut Gigaset nicht, die Position des Nutzers wird nicht gespeichert. Eventuell ist das auf eine Hardware-Eigenheit des Galaxys zurückzuführen, die Entwickler wollen das prüfen.

Ist die Einrichtung erst einmal abgeschlossen, präsentiert sich die Gigaset-App attraktiv, aufgeräumt und logisch. Die Bedienung im Alltag lässt keinerlei offene Fragen. Es gibt eine übersichtliche Startseite mit allen Sensoren auf einen Blick, dort lässt sich die Alarmanlage auch scharf und unscharf schalten. Die Kamera ist ebenfalls vorbildlich in die App integriert.

Einen ausführlichen Überblick über die Funktionen der App sowie die Einrichtung der Alarmanlage gibt's in der folgenden Bilderstrecke:

Das Schärfen und Entschärfen des Systems ist ausschließlich per Smartphone und App möglich. Eine optionale Code-Tastatur oder ein NFC-Leser ist nicht im Angebot. Das gilt es vor allem dann zu beachten, wenn auch Dritte Haus oder Wohnung betreten können sollen, beispielsweise die eigenen Eltern oder eine Reinigungskraft.

Ist die Alarmanlage scharf, führt das Ansprechen der Sensoren zum Alarm. Im konkreten Fall unseres Sets bedeutet das, dass Push-Meldungen an die registrierten Smartphones herausgehen und die Alarmsirene in der Wohnung trötet – übrigens durchaus auffällig laut.

Aufgrund der Sensor-Technik, auf die Gigaset setzt, wird der Alarm unter Umständen auch dann ausgelöst, wenn die Anlage unscharf geschaltet ist. Stellen die Sensoren Gewalteinwirkung fest, aktivieren sie die Sirene.

Wer möchte, kann optional ein kostenpflichtiges Cloud-Speicher-Paket abschließen. Zum Ausprobieren gibt es das Willkommens-Paket (3 Monate für 1,09 Euro einmalig), danach ist das Safety Package ab 99 Cent pro Monat interessant. In dem Fall speichert die Kamera kurze Szenen, wenn der Bewegungsmelder anspricht, sowie bis zu fünf Minuten Videomaterial im Alarmfall in der Cloud. Praktisch, wenn man vom Alarm nichts mitbekommt.

Genau das ist übrigens auch ein großes Problem, unter dem fast alle Smart-Home-Alarmsysteme leiden: Was macht man, wenn es anspricht? Das sollte man sich im Idealfall bereits vor dem Kauf überlegen. Aktuell gibt es bei Gigaset keine Möglichkeit, externe Sicherheitsdienstleister zu beauftragen.

Aufgrund der verwendeten Sensor-Technik finden wir die Gigaset-Lösung sehr interessant – speziell deswegen, weil sie auch dann Alarm auslösen können, wenn die Anlage eigentlich unscharf geschaltet ist.

In diesem Punkt konzentrieren wir uns aber vor allem auf IT-Sicherheitsprobleme. Zumindest auf den ersten Blick macht der Hersteller hier alles richtig. Die Kommunikation zwischen App und Base erfolgt verschlüsselt, ebenso die Übertragung zwischen Base und den einzelnen Sensoren und Aktoren. Bei der Einrichtung wird der Nutzer gezwungen, ein sicheres Passwort festzulegen. So soll das sein.

Ob es in den Untiefen der Software allerdings Sicherheitslücken oder konzeptionelle Sicherheitsprobleme gibt, können wir ohne weiteres nicht feststellen. Gut ist jedenfalls, dass die Software der Base sowie die Software der einzelnen Sensoren aktualisiert werden kann – so kann der Hersteller auf Lücken reagieren. Im Rahmen unseres Tests gab es ein Update für die Sirene.

Gigaset Elements macht vieles anders. Das geht bei der DECT-Funkübertragung los und endet bei den außergewöhnlichen Sensoren ohne Magnetkontakt. Auf Anhieb wirkt das alles erst einmal etwas erschlagend: Unglaublich viele Bestandteile im Paket, deren konkreter Sinn sich erst später erschließt. Das gleiche gilt für die Ersteinrichtung, die zunächst etwas fummelig erscheint.

Läuft das System, kann es dann aber seine Vorzüge ausspielen. Die Sensoren haben sich in der Praxis bewährt und scheinen zuverlässig zu arbeiten, allerdings haben sie auch – toi, toi, toi – keinen echten Einbruch melden müssen. Uns gefällt das Konzept, dass die Melder Öffnen von Bohren und Treten unterscheiden können. Außerdem hat sich die App nach ersten Anlaufschwierigkeiten als extrem übersichtlich und sympatisch in unser Herz gebrannt.

Auch das Preis-Leistungsverhältnis erscheint uns stimmig. Eine unverbindliche Preisempfehlung von 350 Euro inklusive drei Öffnungsmeldern, Bewegungsmelder und IP-Kamera – das reicht für eine normale Wohnung aus.

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Amazon Echo Spot im Test: Sprachassistent mit Display

Nach dem Echo Show ist der neue Echo Spot der zweite Amazon-Lautsprecher mit dem Sprachassistenten Alexa, der Zusatzinformationen über ein integriertes Display darstellt. Wie gut das klappt und ob man das braucht, zeigt unser Testbericht.

Während der große Echo Show (Testbericht) mit seinem 7-Zoll-Display ein großer, auffälliger Kasten ist, passt der Echo Spot überall hin. Er macht eine gute Figur als „Radiowecker 2.0“ auf dem Nachttisch, als Küchenuhr mit Timer auf der Arbeitsplatte oder im Wohnzimmerregal oder auf dem Wohnzimmertisch – wäre da nicht die zwingend nötige Stromversorgung über das mitgelieferte Netzteil, die den Woman-Acceptance-Factor (WAF) zumindest für den Wohnzimmertisch fast auf Null zurückschraubt.

Der Echo Spot sieht etwa aus wie ein Tennisball, von dem man eine Seite abgeschnitten hat. Dort befindet sich nun das runde Display im 2,5-Zoll-Format. Obwohl wir bei der kreisrunden Anzeige automatisch an Smartwatches denken, hinkt der Vergleich: Die Displays der portablen Uhren messen in den meisten Fällen zwischen 1,2 und 1,4 Zoll, dagegen ist das Display des Echo Spot mit seinen 64 mm im Durchmesser fast riesig.

Das restliche Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt; der Echo Spot ist wahlweise in Schwarz oder Weiß zu haben. Die komplette Front wird von einer Scheibe echtem Glas dominiert, die außerhalb des Displays etwa einen 1 cm breiten Rahmen lässt. Oberhalb des Displays befindet sich die Linse der integrierten Kamera, daneben – ganz versteckt – ein Helligkeitssensor. Die Oberfläche ist berührungsempfindlich, der Echo Spot ist also neben Sprachbefehlen und der Alexa-App für iOS und Android auch über seinen eigenen Touchscreen bedienbar.

Auf der Oberseite gibt es drei Tasten: Lauter, leiser und „Mute“, wobei der Stummschalter sich auf Mikrofon und Kamera und nicht auf den eingebauten Lautsprecher bezieht. Um die Tasten herum finden sich vier Mikrofone für die Sprachanweisungen, unten sitzen in einer Aussparung Klinkenbuchse zum Verbinden externer Lautsprecher sowie der Anschluss des Netzteils.

In der Praxis überraschen uns die insgesamt doch recht großen Abmessungen des Echo Spot sowie sein hohes Gewicht von 460 Gramm. Das gesamte Gerät wirkt hochwertig verarbeitet.

Grundsätzlich kann der Echo Spot das, was andere Echo-Produkte auch können: auf Sprachbefehle reagieren. Das können Befehle für die Smart-Home-Technik sein („Alexa, mach' die Stehlampe im Wohnzimmer an“), Musikwünsche („Alexa, spiele Eminem“), einfache Fragen („Wie wird das Wetter morgen“) und Informationen von Amazon-Partnern.

Zusatzinformationen kommen wie bei den anderen Smart Speakern von Amazon auch über Erweiterungen ins Haus. Die Erweiterungen sind organisiert wie ein App Store und höhren auf den Namen Skills. Entsprechende Skills gibt es etwa von der deutschen Bahn, die Reiserouten berechnet und auf aktuelle Verspätungen hinweist, von der Tagesschau und von unseren Kollegen von heise online für einen Podcast, die sogenannte tägliche Zusammenfassung in Ton und Bild oder von etlichen Drittanbietern, die Spiele wie Stadt-Land-Fluss oder Akinator ins Wohn- oder Schlafzimmer bringen.

Das Display ist in allen Fällen aber nur Beiwerk. Priorität liegt auf der Sprachausgabe, allerdings gibt es Zusatzinfos. Bei der Wiedergabe von Musik laufen beispielsweise ganz Karaoke-mäßig die Lyrics über den Screen, die Bahn-App zeigt Abfahrtszeiten an und der Wetterdienst simple Grafiken, die die Wettervorhersage untermauern. In den meisten Fällen ist das nett, aber auch nicht wirklich nötig.

Exklusiv für die Display-Varianten der Echos ist die Integration der Amazon-Prime-Bibliothek, man kann Filme und Serien also direkt auf dem Echo schauen. Allerdings ist das irgendwie nicht ganz das Gelbe vom Ei. Zum Einen wollen moderne Filme und Serien im Ultrabreitbildformat irgendwie nicht so ganz auf das runde Display passen. Per Sprachbefehl („Alexa, vergrößern“) hat man die Wahl, ob man einen runden Ausschnitt aus der Mitte des Bildes auf dem kompletten Display sehen möchte oder fast die komplette Breite des Films, dafür aber mit breiten Streifen oben und unten. Noch mehr stören wir uns aber an der unpraktikablen Bedienung: Wofür baut man denn einen Touchscreen ein, wenn man die gewünschte Serie dann umständlich per Sprache heraussuchen muss? Das Abrufen einer bestimmten Folge einer bestimmten Staffel ist zäh, eine Übersicht, gar mit einer Inhaltszusammenfassung, gibt es auf dem Display gar nicht. Rudimentäre Funktionen zum Spulen, für Pause oder 10-Sekunden-Sprünge sind vorhanden, aber so wirklich Spaß will dabei nicht aufkommen. Schade, als Mini-Display, um beim Einschlafen noch ein paar Minuten in die Serie zu blicken, hätte der Echo Spot eine gute Figur gemacht. Vielleicht kommt das ja alles noch mit einem Software-Update. Und dann könnte Amazon auch gleich noch Youtube-Unterstützung hinzufügen. Wobei das wohl erst passiert, wenn die Streithähne sich beruhigt haben.

Wie der Echo Show (Testbericht) bringt auch der Echo Spot eine Video-Telefoniefunktion mit. Per Sprachbefehl kann man andere Echo-Nutzer mit Kamera anrufen. Auf diesem Weg ist auch eine Kommunikation mit anderen Räumen des Hauses möglich. Wer möchte, kann auch direkt den Blick in einen anderen Raum erhaschen – ohne, dass jemand den eingehenden Anruf annehmen muss. Selbstverständlich ist dafür eine gesonderte Freigabe nötig, und die ersten Sekunden der Übertragung legt sich eine virtuelle Milchglasscheibe über die Kamera des Angerufenen. So bleibt Zeit, den Finger aus der Nase zu ziehen.

In Anbetracht der noch geringen Verbreitung von Display-Echos ist das Spielerei. Schade, dass Amazon andere Dienste für Videotelefonate wie Microsoft Skype, Apple FaceTime oder WhatsApp derzeit aussperrt. Immerhin, mobil auf dem Handy kann man über die Alexa-App telefonieren.

Der miese Kontrast des Displays des großen Bruders, dem Amazon Echo Show, ist uns negativ aufgefallen. Auf Anhieb finden unsere Kollegen die Anzeige des Echo Spot deutlich besser. Wer genau hinsieht, bemerkt aber auch hier ein Grau statt Schwarz in Bereichen, in denen nichts angezeigt wird. Es fällt jedoch einfach nicht so stark auf, was sicherlich auch am kleineren Display liegt.

Insgesamt können wir uns nicht beschweren, was die Qualität angeht. Farben und Blickwinkel stimmen, das Echo-Spot-Display kann sich sehen lassen.

Der integrierte Lautsprecher leistet mehr, als wir ihm zugetraut hätten. Allerdings lässt er sich über seine kritische Lautstärke hinaus aufdrehen: Im oberen Viertel des Regelbereichs übersteuert die Box, der Klang – vor allem von Musik – wird schlecht. Für die Sprachansagen von Alexa reicht es aber noch. Unterm Strich sind wir dennoch positiv überrascht. Die Lautstärke reicht auch bei 75% aus, um für angemessene Musik, etwa im Schlafzimmer, zu sorgen; der Klang ist gut. Er reicht nicht an den Echo 2 (Testbericht) oder den Echo Plus (Testbericht) heran, ist aber deutlich besser als der des Echo Dot (Testbericht).

Wenn das nicht ausreicht, kann man wie bei den größeren Geschwistern einen zusätzlichen Lautsprecher oder eine Stereoanlage per Klinkekabel oder Bluetooth anbinden.

Bei der Einrichtung des Echo Spot hilft der Touchscreen ungemein. Eine komfortable, logische und intuitive Oberfläche hilft beim Verbinden mit dem WLAN sowie beim Einrichten des Amazon-Kontos. Schade, dass sich das User Interface so nicht durchzieht. Leider lässt sich nicht immer alles per Touchscreen einstellen. Oft verlangt der Echo Spot nach Spracheingaben, obwohl man bereits mit dem Finger auf dem Display ist – wie das oben genannte Beispiel mit der Wiedergabe von Videos aus das Amazon-Prime-Bibliothek.

Ein positives Beispiel sind die praktischen Erinnerungsfunktionen („Erinnere mich in 8 Minuten an Pasta“), von denen man zum Beispiel beim Kochen gleich mehrere an den Start bringen kann. Auf dem Display erscheint eine Liste, die man mit dem Finger scrollen kann, das Löschen einzelner Timer ist per Sprachbefehl und Fingerwisch möglich.

Der Homescreen zeigt standardmäßig eine analoge Uhr. Hier gibt es verschiedene Skins zur Auswahl, digitale oder analoge Uhren, mit Grafiken oder eigenen Bildern. Die Anpassung erfolgt über den Touchscreen. Ähnlich wie bei Android-Smartphones wischt man von oben nach unten ins Bild und bekommt in einem Menü Zugriff auf drei Touch-Tasten: Einstellungen, Startseite und den Bitte-nicht-stören-Modus. Außerdem zeigt der Echo Spot ähnlich wie der Show diverse Nachrichten oder die Wettervorhersage an, wenn es gerade sonst nichts zu tun gibt.

So intuitiv die Steuerung per Sprache in den meisten Fällen auch ist – gelegentlich muss man allerdings lernen, wie Alexa die Befehle gerne hören würde. Beim Echo Spot haben wir uns am Anfang mit dem Touchscreen etwas schwergetan, es ist nicht alles intuitiv. Wenn man sich eine Viertelstunde mit der Oberfläche beschäftigt, kommt man aber gut klar.

Aktuell gibt es in der Meinung wohl zwei Extreme: Entweder sind Echos Wanzen, die sich nur Idioten freiwillig ins Haus stellen. Oder sie sind der nächste, logische Schritt einer technischen Evolution, der nur von Technikfreinden und Bedenkenträgern abgelegt wird.

Fakt ist: Natürlich stellt man sich ein Gerät ins Haus, das das Potential hat, als Wanze zu agieren. Fakt ist aber auch, dass das Thema Sprachassistent – und damit ein wichtiger Zukunftsmarkt für große Technologiekonzerne wie Amazon, Microsoft, Google und Apple – sich in dem Moment erledigt hat, in dem zum ersten Mal ein Sicherheitsforscher nachweist, dass die kleinen Kisten mehr Daten abhören und ins Netz übertragen, als sie sollten. Wie man zu dem Thema steht, muss man ganz persönlich für sich entscheiden.

Wer dem Schalter auf der Oberseite nicht traut, dass er die Kamera wirklich abschaltet, kann sich als Zubehör eine komfortable Abdeckkappe dazubestellen. Denn der Unterschied zwischen einem Mikrofon im Wohnzimmer und einer Kamera im Schlafzimmer ist durchaus noch einmal groß.

Der Amazon Echo Spot ist aktuell in Schwarz und Weiß zu haben.

Der Echo Spot ist aus unserer Sicht der bessere Show: Beim Amazon Echo mit großem Display fehlt uns in vielen Fällen die Begründung, wofür eine Anzeige überhaupt nötig ist. Beim Echo Spot wirkt das alles passender. Vielleicht auch deswegen, weil das Display einfach viel kleiner ist.

Als Radiowecker macht der Echo Spot eine ganz hervorragende Figur – und das nicht nur im Schlafzimmer, wo sein Einsatz samt Kamera und Mikrofon vermutlich sowieso die eine oder andere Diskussion verursacht. Er findet einen guten Platz in der Küche oder im Wohnzimmerregal. Qualität und Lautstärke des Lautsprechers reichen nicht, um eine Party zu beschallen, aber voll und ganz für Hintergrundsound.

Letztlich ist der Echo Spot die logische Weiterentwicklung der Echos. Wer nur ein paar Smart-Home-Aufgaben und gelegentlich einen Timer für's Nudelwasser laufen lassen möchte, braucht das Display nicht und kann auf den deutlich günstigeren Echo Dot zurückgreifen. Irgendwie stylischer ist es dann aber schon mit der Anzeige.

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Grumpy old Media Mogul: Murdoch will Facebook für News zahlen lassen

Murdoch will von Facebook Geld für News

Zorniger Medien-Mogul: Der Fox-News-Boss und internationale Medien-Grossunternehmer Rupert Murdoch setzt das Facebook unter Druck – das Social Network soll das Medienunternehmen künftig für die Verbreitung von Inhalten zu bezahlen. „Wenn Facebook „vertrauenswürdige“ Verlage anerkennen will, sollte es ihnen eine ähnliche Gebühr bezahlen, wie sie bei Kabel-Unternehmen üblich ist“, so Murdoch heute. Kabel-TV-Anbieter zahlen Fernsehsendern für das Recht, ihr Programm zu verbreiten.

Für Facebooks Gewinne hätte eine solche Abgabe nur geringe folgen – aber sie würde die Aussichten für Verleger und Journalisten stark verbessern, argumentierte Murdoch. Ihm gehören unter anderem die Londoner „Times“, die Boulevardzeitung „Sun“ und das „Wall Street Journal“.

Fox-News-Boss Murdoch will von Facebook Geld für News

Facebook hatte jüngst angekündigt, Inhalte von Medien, denen die Nutzer mehr vertrauen, sollen auf der Plattform Vorrang vor anderen haben. Dafür sollen Mitglieder danach gefragt werden, ob sie Medien kennen und für vertrauenswürdig halten. Facebook plant auch, im Newsfeed der Nutzer mehr Beiträge von Freunden und Familienmitgliedern zu zeigen.

Die Medien-Inhalte steigerten den Wert von Facebook – aber die Anbieter würden dafür nicht angemessen belohnt, kritisierte Murdoch. Facebook und Google hätten skurrile Nachrichten popularisiert, über Algorithmen, die für die Plattformen zwar profitabel, aber von Natur aus nicht verlässlich seien.

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Ultimate Ears Blast im Test: Alexa mit Macken

Der Sound von Amazons Echo ist nicht laut genug? Das will Ultimate Ears (UE) mit dem Model Blast lösen und verspricht einen kraftvollen Speaker mit Alexa-Funktion. Wir haben den akkubetriebenen UE Blast getestet und verraten, wie er sich im Vergleich zu den Echo-Speakern und den reinen Bluetooth-Lautsprechern von UE schlägt.

Das Design des Blast orientiert sich stark am Bluetooth-Lautsprecher UE Boom 2. Der 360-Grad-Lautsprecher ist 19 Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von gut sieben Zentimetern. Damit ist er lediglich ein Stückchen größer als das Vorgängermodell Boom 2 ohne Alexa. Auf der Oberseite sitzen Power- und Bluetooth-Taster. Auf der Frontseite sind die zwei großen Lautstärke-Tasten verbaut. Die Bedienelemente sind dezent beleuchtet und reagieren präzise.

Auf der Unterseite hat der Lautsprecher ein Standard-Stativgewinde, in das eine Trageschlaufe eingeschraubt ist. Die Micro-USB-Buchse zum Laden sitzt ebenfalls auf der Unterseite. Diese ist durch eine runde Kunststoffabdeckung gegen das Eindringen von Wasser und Schmutz geschützt. Das ist zwar einerseits praktisch, andererseits bedeutet es aber, dass der Nutzer jedes Mal die Aufhängung abschrauben muss, um den Speaker wieder zu laden.

Erhältlich ist der UE Blast in den Farben grau (Graphite), grün (Mojito), weiß (Blizzard), weinrot (Merlot), blau (Blue Steel) und gelb (Lemonade).

Der Funktionsumfang des Blast erinnert an das Modell Link 20 von JBL. Der Lautsprecher verfügt über einen internen Akku und kann sowohl per WLAN, als auch über Bluetooth mit Musik versorgt werden. Außerdem ist er ebenfalls wasser- und staubdicht. Der Hauptunterschied ist der verwendete Sprachassistent: JBL setzt auf Google Home, UE auf Amazons Alexa.

Dank der Alexa-Anbindung versteht der Blast Sprachbefehle und dient so auch als Zentrale für die Steuerung von Smart-Home-Devices. Für die Nutzung außerhalb des eigenen WLANs steht eine Bluetooth-Verbindung zur Verfügung.

Die App Ultimate Ears für Android und iOS ist notwendig, um den Lautsprecher einzurichten. In der App hinterlegt der Nutzer sein WLAN-Kennwort und seine Amazon-Zugangsdaten. Auch die Anbindung per Bluetooth funktioniert über die App. Die Einrichtung mit einem aktuellen Android-Smartphone klappt bei unserem Testgerät problemlos und ist nach wenigen Minuten abgeschlossen. Die Sprachsteuerung funktioniert auf Anhieb; der abgespielte Sound klingt hervorragend.

Die anfängliche Euphorie hält aber nicht all zu lange. Beim genauen Hinsehen fallen uns dann einige Punkte auf, die der Blast durchaus besser können sollte. So fehlt beispielsweise der Equalizer, den wir vom Vorgängermodell UE Boom 2 kennen. Das ist zwar verschmerzbar, da der Sound gut klingt, aber es ist definitiv ein Rückschritt. Ein weiteres Defizit ist das Fehlen der Party-Up-Funktion des Boom 2. Damit kann der Nutzer per Bluetooth bis zu 50 Lautsprecher miteinander synchronisieren und sie dann als Multiroom-Lautsprecher nutzen. Auch wenn kaum jemand 50 Lautsprecher auf einmal nutzt, zumindest zwei, drei im Haus verteilte Boxen sollten synchron funktionieren. Beim Blast fehlt diese Funktion sowohl bei Bluetooth-Verbindungen als auch bei der Wiedergabe per WLAN. UE verschenkt damit eine Menge Potential und verliert ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal.

Ein- und Ausschalten des Lautsprechers per App ist ebenfalls nicht mehr möglich. Die Option, ein Lied per Knopfdruck zurück oder weiter zu springen, ist auch nicht mehr vorhanden. Auch die Prozentanzeige über den Ladezustand des Akkus ist nun nicht mehr in der App integriert.

Viel nerviger ist aber die Tatsache, dass auch Alexa nur eingeschränkt funktioniert. Nachrichten verschicken oder Telefonieren mit anderen Alexa-Nutzern ist mit dem UE Blast nicht möglich. Auf den Befehl NAchricht schicken antwortet UE Blast mit dem Kommentar: „SMS, MMS Versand über Alexa wird von diesem Gerät nicht unterstützt.”

Auch die Streaming-Funktion per WLAN funktioniert nur eingeschränkt. Während die Dienste Amazon Music Unlimited, Music Prime und die Radio-App Tunein funktionieren, ist die Nutzung von Spotify nur per Bluetooth-Verbindung möglich. Es besteht die Hoffnung, dass UE nochmal per Software-Update nachbessert. Ob und was von all den Funktionen nachgereicht wird, ist allerdings fraglich. Von UE gibt es dazu derzeit keine Informationen, allerdings wirbt der Hersteller ganz offensiv mit der Möglichkeit, neue Funktionen per Update zu bekommen.

Positiv fällt die sehr lange Batterielaufzeit des UE Blast auf. Die Herstellerangabe von 12 Stunden erreicht der Speaker zwar nur bei geringer Lautstärke, aber auch unter normalen Bedingungen hält der interne Akku locker 8 Stunden lang durch. Wem es zu stressig erscheint, den Blast regelmässig an die Steckdose zu hängen, der kann für knapp 40 Euro auch das Ladegerät Power Up kaufen und so den Lautsprecher bequem per Ladeschale laden.

Die Soundqualität des Blast ist sehr gut und der von Amazons Echo 2 und Echo Plus weit überlegen. Das Klangbild ähnelt dem des JBL Link 20; die maximale Lautstärke ist allerdings noch deutlich höher. Bis zu einem gewissen Pegel (weit über Zimmerlautstärke) klingt der Sound sehr ausgeglichen. Bei voller Dröhnung scheppert dann aber auch die Box von UE. Das ist verschmerzbar, da der Blast sowieso viel lauter geht, als man das üblicherweise braucht.

Unser Fazit zum UE Blast ist zweigeteilt. Die großen Pluspunkte sind die Alexa-Integration, die gute Soundqualität und der leistungsstarke Akku.

Die größten Einschränkungen sind die fehlende Multi-Room-Funktion und die Einschränkungen im Bereich der Streaming-Angebote. Das wir keine Nachrichten an andere Alexa-Nutzer schicken können, ist ebenfalls ärgerlich. Kurzum, die Hardware ist sehr gut, die Software ist aktuell mangelhaft. Für Alexa-Nutzer bleibt die Hoffnung, dass Ultimate Ears einige dieser Kritikpunkte mit Updates bereinigt.

Wer einen möglichst lauten Alexa-Lautsprecher mit guter Soundqualität und integriertem Akku sucht, wird mit dem Blast zufrieden sein – es sei denn, man nutzt Spotify und will mit anderen Nutzern über den Lautsprecher kommunizieren. Auch wer mehrere Systeme zu einem Multi-Room-Netz verbinden will, kommt mit dem Blast nicht ans Ziel.

Dann bleiben im Moment nur die Lautsprecher Echo 2 und Echo Plus von Amazon, die dann allerdings eine Steckdose in der Nähe voraussetzen und von der Klangqualität nicht an den Blast heranreichen.

Wer ähnlich guten Sound haben will und nicht auf Alexa angewiesen ist, sollte sich den JBL Link 20 ansehen.

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