Tag Archives: Tech

Marktübersicht eGPU: Grafik-Power für Laptops

Externe Grafikkarten versorgen Laptops mit mehr GPU-Leistung. Wir zeigen, wie die Karten arbeiten und welche Lösungen verschiedener Hersteller anbieten.

Es klingt verlockend: Einfach eine externe Grafikkarte im Gehäuse kaufen, per USB-C am Laptop anschließen und Spiele oder Virtual Reality (VR) mit der Leistung eines hochwertigen Desktop-PCs spielen. Externe Graphics Processing Units (eGPU) scheinen dank Thunderbolt 3 und USB-C endlich bereit für den Massenmarkt zu sein.

Die Idee, eine externe Grafikkarte in einem an sich schwachen System zu nutzen, ist nicht neu. Ein Ansatz ist, die leistungsstarke Schnittstelle PCI-Express zu verwenden. Doch dies ist eher etwas für Bastler, braucht es doch dedizierte Karten und meist angepasste Treiber.

Der aktuelle Ansatz nutzt die Thunderbolt-3-Schnittstelle. Diese liefert mit bis zu 40 Gigabit/s einen ordentlichen Durchsatz. Dennoch bleibt die Technik hinter einem internen PCIe-x16-Steckplatz zurück. Zum einen ist Thunderbolt 3 nur an eine PCI-Express-Lane angebunden, ein PCIe-x16-Steckplatz kann vier dieser Lanes nutzen. Zum anderen bringt der aktuelle Standard PCI Express 3.0 liefert 7,99 GByte/s – pro Lane. Die Datenübertragung ist bei Tunderbolt 3 also geringer, dennoch schnell genug für externe Grafikkarten. Zudem profitiert Thunderbolt 3 von einer breiten Unterstützung auf Mac- und Windows-Systemen. Bei Geräten wie aktuellen Ultrabooks oder Macbooks ist Thunderbolt 3 in den USB-C-Anschluss integriert.

Der Einsatz einer eGPU ist dadurch simpel: Das Betriebssystem erkennt das externe Gerät als zusätzliche Grafikkarte. Dank der aktuellen Treiberunterstützung können Windows und Mac OS die Karte wie ein internes Gerät ansprechen und die eGPU für rechenintensive Aufgaben nutzen.

Sinnvoll ist, eine eGPU zusammen mit einem externen Monitor zu verwenden. Im Normalfall werden Monitore, die an die eGPU angeschlossen sind, direkt vom Betriebssystem erkannt. Es ist theoretisch auch möglich, die eGPU mit dem internen Notebook-Display zu verwenden. Das funktioniert aber nur mit Zusatztools. Wer dies umsetzen möchte, sollte einen Blick auf das englischsprachige Forum von egpu.io werfen. Da die Daten jedoch vom System an die Karte und auf der gleichen Leitung wieder zurückgeliefert werden, leidet die Leistung

Wichtig ist zu wissen, dass nicht jeder USB-C-Anschluss automatisch Thunderbolt 3 unterstützt. Gerade bei Windows-basierten Notebooks können Hersteller bei jedem Anschluss entscheiden, welche Protokolle sie integrieren. Abhilfe schafft hier ein Blick in die Spezifikationen oder an den jeweiligen Anschluss. Wenn neben der USB-C-Buchse ein kleiner Pfeil eingetragen ist, sollte Thunderbolt vorhanden sein.

Ein anderes potentielles Problem könnte auf Systemen auftreten, die sowieso schon zwei Grafikkarten haben, etwa eine Nvidia Optimus neben der normalen Intel-HD-Grafik. Die eGPU landet dann als dritte Karte im System, was zu Konflikten führen kann. Tatsächlich hatten wir in unserem Praxistest mit einem aktuellen Macbook Pro aber keine Probleme.

Bei den eGPUs verfolgen die Hersteller zwei Ansätze: Komplettsysteme oder modulare Gehäuse. Beide haben Vor- und Nachteile. Ein Komplettsystem aus Gehäuse und Grafikkarte liefert ein Rundum-Sorglos-Paket: Das Netzteil ist auf die Grafikkarte abgestimmt, die Kühlung ist optimiert, der Treiber angepasst. Dafür sind Kunden auf den jeweils verbauten Grafikchip festgelegt. Im Test hatten wir so ein System von Gigabyte, verbaut war eine AMD RX580. Neben Gigabyte bietet Sonnett solche Systeme an, neben AMD-Systemen sind auch GPUs von Nvidia zu haben.

Alternativ können Nutzer Leergehäuse kaufen und die jeweilige Karte selbst einsetzen. Das bietet mehr Flexibilität bei der Auswahl der GPU und macht ein Upgrade einfach. Dafür muss man unter Umständen damit leben, dass die Kühlung nicht optimal oder etwas Bastelei beim Einbau notwendig ist. Die meisten Leergehäuse erlauben aber genug Platz für die jeweilige Karte samt Kühler. Solche eGPU-Gehäuse kommen unter anderem von Razer, Zotac oder HP Omen.

Welche Variante man bevorzugt, hängt stark vom Nutzer ab. Wer bereits eine leistungsstarke Grafikkarte besitzt, für den ist der Kauf eines einfachen Gehäuses oft sinnvoller als eine komplette Neuanschaffung. Wer hingegen sowieso alles neu kauft, kann auch zu einem Komplettsystem greifen.

Um die eGPU in der Praxis zu testen, haben wir eine RX 580 Gaming Box von Gigabyte mit einem Macbook Pro verbunden. Auf dem Mac lief die aktuellste Version von Mac OS, zudem war Windows 10 per Bootcamp nativ auf einer Partition installiert. Die gute Nachricht zuerst: Unter beiden Systemen funktioiniert die Karte problemlos. Wir steckten die Karte in den USB-C-Anschluss, Mac OS erkannte sie und die Karte ist sofort verfügbar. Damit die installierten Spiele, darunter Civilization VI und Counterstrike: Global Offensive, die Karte erkennen, mussten wir das externe 4K-Display lediglich als primärern Monitor definieren.

Unter Windows 10 war das Ergebnis ähnlich: Mit dem aktuellen Treiber von AMD war es kein Problem, die eGPU für Spiele oder Anwendungen zu nutzen.

Im Spiel haben wir den Leistungsschub sofort bemerkt. Um die Karte genauer zu überprüfen, testen wir die eGPU und die interne Grafikkarte mit dem Benchmark 3DMark und dem Szenario TimeSpy 1.0 Standard. Die Ergebnisse stammen aus der Windows-10-Installation des Macbook Pro.

Die Werte zeigen, dass die externe Karte einen massiven Leistungssprung gegenüber der integrierten Lösung liefert. Dabei kommt den eGPUs ein weiterer Vorteil zu Gute: Die Anbieter dieser Lösungen müssen hier nicht auf die abgespeckten mobilen Grafikchips setzen, sondern können die normalen Desktop-GPUs nutzen und die maximale Leistung ausschöpfen. Das bedeutet schnellere Chips und auch deutlich mehr Grafik-RAM.

Zusätzlich zum klassischen Gaming fanden wir im Test eine der wirklichen Stärken der eGPUs: Virtual Reality. VR-taugliche Systeme sind derzeit teuer, und nicht jeder will sich zusätzlich zum Notebook einen wenig portablen Desktop-PC stellen. Die eGPU kann genau hier ansetzen und normale Notebooks VR-tauglich machen. In unserem Test konnte SteamVR eine normale HTC Vive (Testbericht) problemlos erkennen, sowohl unter Windows wie auch unter Mac OS.

Ein positiver Nebeneffekt: Viele der eGPU-Gehäuse verfügen über eine ganze Reihe zusätzlicher Anschlüsse, von USB bis hin zu Netzwerk-Buchsen. Einige Produkte versorgen den Laptop per USB-C auch mit Strom, sie können so de facto die Funktion einer Docking-Station übernehmen.

Beim Kauf eines reinen Gehäuses sollte man unbedingt darauf achten, wie groß die verbaute Grafikkarte maximal sein darf.

Komplettsysteme liefern alles, was man zum Einsatz braucht. Leider sind die verbauten GPUs nicht zwingend die aktuellsten. Ein Upgrade ist unter Umständen möglich, es kommt dann allerdings auf das Gehäuse an.

Im Rahmen unseres Praxistests waren wir von der eGPU mehr beeindruckt als wir bislang dachten: Die aktuelle Generation der Geräte funktioniert einfach — und das sowohl unter Mac OS wie unter Windows 10. Damit werden die Geräte eine interessante Alternative für alle, die gerne spielen oder ressourcenintensive Programme nutzen, aber keinen zusätzlichen Desktop-Rechner zusätzlich zum Notebook einrichten möchten. Gerade für VR-Fans sind eGPUs eine interessante Alternative zum hochgezüchteten Desktop oder schweren Gaming-Notebook.

Es gibt aber ein paar Punkte zu beachten: Wir empfehlen jedem, einen externen Monitor mit der eGPU zu nutzen. Es lässt sich die Grafikkausgabe auch auf das interne Display umleiten, zumindest für Bastler, die kein Problem mit Leistungseinbrüchen haben. Zudem sollten Windows-Nutzer genau darauf achten, dass der Laptop USB-C samt Thunderbolt-3-Unterstützung mitbringt.

Bei der Wahl zwischen einem modularen oder Komplettsystem kommt es auf die Präferenzen des Käufers an. Wer sich eine ordentliche Karte und ein separates Gehäuse leisten kann, der fährt damit wahrscheinlich langfristig besser. Doch auch die Komplettsysteme liefern deutlich mehr Leistung als eine interne Grafik und sind noch dazu meist günstiger als die Kombination aus Gehäuse und Karte.

Kompletter Beitrag

Read More »

3D-Druckbetten: Bessere Haftung für Standard-Filamente

Eines der häufigsten Probleme beim 3D-Druck ist die schlechte Haftung zwischen Filament und Druckbett. Wir erklären, welche Oberflächen zum besseren Halt der Materialien verhelfen.

Grundsätzlich gilt: Je präziser der Abstandes zwischen Druckdüse und Druckbett auf das Filament abgestimmt ist, desto besser haftet der Druck. Die erste Schicht sollte zudem deutlich langsamer gedruckt werden als der Rest des Objekts.

Wer sich nicht sicher ist, welches Filament das Richtige ist sollte sich unseren Ratgeber zu den Standard-Filamenten ansehen.

Polylactide (PLA) halten bei Raumtemperatur auf nahezu allen Standard-Druckbetten. Dennoch kommt es bei schlecht kalibrierten Druckern und insbesondere bei niedrigeren Temperaturen zu Haftungsproblemen. Um Haftung zu gewährleisten, bietet sich an, die Druckplatte mit einem handelsüblichen Klebestift zu bestreichen. Das klebrige Druckbett muss dann nach jedem Druck gesäubert werden — erfahrungsgemäß eine ganz schöne Sauerei. Bei beheizen Druckbetten funktioniert der Klebestift-Trick übrigens nicht. Der Kleber trocknet schnell aus und die Haftwirkung geht verloren.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Bluetape oder Malerkrepp, das auf das eigentliche Druckbett aufgeklebt wird. Es bietet PLA gute Haftung und ist einfach und verhältnismäßig günstig verfügbar. Das Problem beim Tape: Das raue Klebeband überträgt sich auf das Druckobjekt und hinterlässt die Oberflächenstruktur auf dessen Unterseite. Außerdem hält das Klebeband nur einige Drucke, bevor es an Haftung verliert. Oft reißt es beim Lösen eines Drucks ein. Wer auf diese Lösung setzt, muss sein Bluetape regelmäßig austauschen. Und das kann — je nach Druckertyp — eine ganz schöne Fummelei sein. Die Klebeband-Lösung funktioniert bei beheizten und unbeheizten Druckbetten. Bluetape gibt es in Rollenform oder als zugeschnittene Bögen.

Deutlich länger haltbar und somit pflegeleichter sind sogenannte Dauerdruckplatten aus Polyetherimide (PEI). Ein bekannter Hersteller aus diesem Bereich ist Buildtak, deren Druckbett-Auflagen in verschiedensten Größen verfügbar sind. Die dünnen Kunststoffbögen werden auf das eigentliche Druckbett aufgeklebt und sorgen für gute Haftung auf kalten sowie warmen Oberflächen. Das Anbringen der selbstklebenden PEI-Bögen ist deutlich unkomplizierter als der Umgang mit Bluetape oder Kreppband. Die selbstklebenden Platten sind in verschiedenen Größen, Formen und Farben erhältlich.

Wer ein Heizbett einsetzt, sollte bei PLA die Temperatur auf 50 bis 60 Grad Celsius einstellen. So sollte das Filament auch auf dem Standard-Druckbett halten. Falls es trotzdem zu Haftungsproblemen kommt helfen, bis auf das Einschmieren mit Kleber, die oben genannten Varianten.

Alternativ bietet sich bei beheiztem Druckbett die Verwendung einer Filaprint-Druckplatte an. Diese ist zwar verhältnismäßig teuer, bietet aber einige Vorteile. So halten darauf auch andere Filamente und das Ablösen fertiger Drucke nach dem Abkühlen ist so komfortabel wie bei keiner anderen Lösung. Die abgekühlten Drucke lösen sich praktisch von alleine. Im warmen Zustand ist der Ausdruck jedoch fast nicht abzubekommen. Die Platten des Herstellers Filafarm sind in verschiedenen Größen erhältlich.

Holz- und Metall-Filament sind ähnlich unkompliziert wie PLA. Bei ordentlicher Kalibrierung des Düsenabstands zum Druckbett haftet es auf fast allen Standard-Druckbetten. Wer trotzdem Probleme hat, kann auch hier zum Klebestift greifen. Zumindest bei unbeheizten Druckbetten. Wer ein Heizbett nutzt, sollte es auf 45 bis 60 Grad Celsius aufheizen, um optimale Haftung zu erreichen.

Bluetape und PEI sind ebenfalls geeignete Oberflächen für den Druck mit Holz oder Metall. Das Klebeband ist zwar günstiger, der Aufwand beim Anbringen und vor allem beim Auswechseln ist allerdings deutlich höher. PEI ist stabiler und hält dementsprechend länger.

Für Besitzer eines Druckers mit Heizbett lohnt sich auch für diese Filamenttypen die Anschaffung einer hochpreisigen Filaprint-Dauerdruckplatte.

Wer zum ersten Mal mit Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS) druckt und vorher nur Erfahrungen mit PLA gesammelt hat, merkt schnell, wie widerspenstig sich einige Filament-Typen verhalten. Für die Verwendung des Filaments ist grundsätzlich ein beheiztes Druckbett mit einer Temperatur zwischen 80 und 110 Grad Celsius notwendig. Bei Druckern ohne Heizbett ist die Verarbeitung selbst mit Tuning-Maßnahmen nicht möglich. Die hohe Oberflächentemperatur alleine reicht aber meist nicht, damit Drucke auf den Standard-Druckbetten halten. Da sich ABS beim Abkühlen stark zusammenzieht, haftet zwar das Objekt, die Ecken heben sich aber.

Eine Trick ist der Einsatz von Polyimid-Folien wie Kapton-Tape. Das hitzeunempfindliche Klebeband verbessert die Haftung von ABS signifikant. Die Oberfläche ist glatt und hinterlässt keine Abdrücke auf der Unterseite des Drucks. Wenn das Klebeband alleine nicht ausreicht, hilft eine zusätzliche Schicht Haarspray. Das sorgt für besseren Halt, macht aber eine Riesensauerei. Wer sein Druckbett nicht abnehmen kann, sollte davon Abstand nehmen. Ein weiterer Nachteil des Materials: ABS haftet zwar auf Kapton-Tape, nicht jedoch PLA. Wer beide Filamente im Wechsel druckt, muss ständig die Oberfläche seines Druckbetts austauschen. Auf Dauer ist das nicht nur nervig und zeitraubend, sondern auch teuer. Außerdem ist das Aufbringen des sehr dünnen Kapton-Tapes nicht unproblematisch. Wer nicht sauber arbeitet, hat Luftblasen und Falten in seiner Oberfläche. Diese sehen auf dem fertigen Druck unschön aus und vermindern außerdem die Haftwirkung.

Eine weitere Möglichkeit, ABS auf einer Druckplatte zum besseren Haften zu verhelfen, ist der Einsatz einer PEI-Dauerdruckplatte. Dieses lässt sich einfach anbringen und funktioniert auch mit PLA. Erfahrungsgemäß hält ABS extrem gut auf den oben bereits erwähnten Buildtak-Bögen. Das Problem: Wer den Abstand zwischen Düse und PEI-Oberfläche nur etwas zu klein einstellt, bekommt den fertigen Druck fast nicht mehr ab. Zwar helfen Zange, Spachtel und großer Kraftaufwand. Dann aber besteht die Gefahr, die Dauerdruckplatte zu zerstören. Erfahrungsgemäß passiert das relativ schnell. Wer jedoch den richtigen Düsenabstand gefunden hat, kann die PEI-Oberfläche über Monate verwenden.

Die teuerste Lösung ist auch bei ABS die Verwendung einer Filaprint-Dauerdruckplatte. Bei einer Druckbett-Temperatur ab 110 Grad Celsius bietet sie erfahrungsgemäß sehr guten Halt. Ist das ABS abgekühlt, löst sich der Druck ohne Kraftaufwand. Es ist bei dieser Lösung wichtig, die Dauerdruckplatte nicht mit bloßen Händen anzufassen. Bereits minimale Fettspuren auf der Oberfläche verringern die Haftung extrem.

Wer PETG als Filament verwendet, benötigt ein beheiztes Druckbett. Die optimale Temperatur der Druckunterlage liegt bei 75 bis 90 Grad Celsius. Es gibt zwar vereinzelte Berichte, dass PETG auch ohne Heizbett auf Bluetape oder einer Klebeschicht hält. Aber die Erfahrung zeigt, dass dies normalerweise nicht klappt.

Zusätzlich bietet sich zur Verbesserung der Haftung auch für dieses Filament die Verwendung von Bluetape, beziehungsweise Malerkrepp, an. Die Lösung ist günstig, allerdings nicht sehr langlebig.

Wer keine Lust hat, das Klebeband ständig auswechseln, kann bei PETG zur Filaprint-Platte greifen. Durch die Kompatibilität mit fast allen Filamenten relativiert sich der hohe Preis.

Auf PEI hält PETG ebenfalls, zumindest wenn der Abstand zwischen Druckkopf und Druckbett ideal eingestellt ist. Allerdings ist die Haftung oft so gut, dass die Druckplatte beim Entfernen des Druckobjektes sehr schnell kaputt geht. Wir raten daher von dieser Kombination ab.

Zum Druck flexibler Objekte aus Thermoplastischem Polyurethan (TPU), wie Schutzgehäuse für Kameras, ist kein beheiztes Druckbett notwendig. Das TPU-Filament ist auch ansonsten verhältnismäßig einfach zu drucken — vorausgesetzt man benutzt keinen Bowden-Extruder. Wer ein Heizbett verwendet sollte es auf 45 bis 60 Grad Celsius aufheizen.

Wer — trotz der von Haus aus guten Hafteigenschaften — Probleme hat, sollte es mit Bluetape oder Malerkrepp probieren. Wer mit dem Klebeband arbeitet, muss es aufgrund der geringen Haltbarkeit regelmäßig wechseln. Das ist auf Dauer zeitaufwändig und teuer. Außerdem überträgt sich die grobe Oberflächenstruktur des Klebebandes auf die Unterseite des Drucks.

Komfortabel ist die Verwendung einer Druckunterlage aus PEI. Diese ist deutlich stabiler und mittelfristig nicht teurer als Klebeband.

Für Drucker mit Heizbett ist die teure Filaprint-Oberfläche für TPU ebenfalls geeignet. Wer die Investition nicht scheut, bekommt eine stabile und sehr zuverlässige Druckunterlage, auf der auch flexible Filamente zuverlässig halten.

Besitzer eines Druckers ohne Heizbetts sollten erfahrungsgemäß zu einer PEI-Dauerdruckplatte greifen. Diese bietet allen nutzbaren Filamenttypen ausreichend guten Halt und die Kosten sind nicht besonders hoch.

Wer nur bei niedrigen Zimmertemperaturen Haftungsprobleme hat, kann auch zum günstigen Klebestift greifen. Das Reinigen ist mit der Zeit aber nervig und der Kleber daher keine vernünftige Dauerlösung.

Wer ein beheiztes Druckbett nutzt, sollte sich eine teure, aber für praktisch alle Materialtypen geeignete Filaprint-Dauerdruckplatte zulegen. Die Anschaffungskosten sind auf den ersten Blick zwar recht hoch, aber auf lange Sicht lohnt sich die Investition in diese sehr haltbare und zuverlässige Lösung.

Kompletter Beitrag

Read More »

LG Electronics PH550G: mobiler HD-Beamer im Test

Der PH550G ist ein Beamer mit integriertem Akku, HD-Auflösung und vielen Anschlussmöglichkeiten. Wir haben das knapp 375 Euro teure Gerät einem ausgiebigen Test unterzogen.

Ein weißes, hochglänzendes Gehäuse aus Kunststoff umgibt den PH550G. Der Projektor misst 174 × 109,5 × 44 mm, er ist also größer als ein DIN A6 Blatt – ein DIN A4 Blatt zweimal gefaltet. Das Gewicht des Beamers beträgt knapp 650 g. Insgesamt macht das Gerät einen verhältnismäßig robusten Eindruck. Auf der Front rechts sitzt die Linse, auf der Oberseite ein Schieberegler zum Scharfstellen des Bildes. Oben befindet sich der Einschaltknopf, der auch als Navigations-Kreuz zur Steuerung der Benutzeroberfläche dient. Komfortabler geht dies jedoch mit der beigelegten Fernbedienung.

Links und rechts tönen die Lautsprecher mit ihrer Leistung von jeweils 1W aus entsprechenden Öffnungen im Gehäuse. Auf der Unterseite gibt es fünf kleine runde rutschfeste Standfüßchen und in der Mitte ein Gewinde zum Anschließen von Stativen und Halterungen. Auf der Rückseite finden sich der Anschluss für das Netzteil, ein AV-Eingang, RGB-Eingang, HDMI-Eingang, USB-Port, als Audio-Ausgang eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse und eine Anschlussmöglichkeit für ein Kensington-Lock. Zum Lieferumfang gehört eine schicke Filztasche zum Schutz des Projektors beim Transport.

Die native Auflösung des PH550G beträgt 1280 × 720 Pixel im Bildverhältnis 16:9, die Helligkeit gibt der Hersteller mit 550 Lumen an. Die Projektionsdiagonale des Gerätes beträgt maximal 100 Zoll. Der HDMI-Eingang unterstützt zur direkten Übertragung von Smartphones und Tablets Slimport, MHL und AV-Adapter für iOS-Geräte. Für drahtlose Übertragung von Handy und PC via integriertem WLAN-Modul unterstützt der Beamer Miracast. Um externe Lautsprecher zu nutzen, stehen zusätzlich zum Klinken-Ausgang auch Bluetooth zur drahtlosen Verbindung zur Verfügung.

Der PH550G hat einen integrierten Akku für den Betrieb unterwegs. Zur Kapazität des Akkus macht der Hersteller keine Angaben. Wir kamen im Test auf eine Laufzeit von etwas mehr als zwei Stunden, der Hersteller verspricht zwei einhalb Stunden. Der PH550G gestattet, Filme dreidimensional darzustellen. Dazu benötigen Nutzer jedoch eine spezielle 3D-Brille, die sich der DLP-Link-Technologie bedient. Diese befindet sich nicht im Lieferumfang.

Die Benutzeroberfläche des PH550G ist übersichtlich aufgebaut, die Bedienung mit der beiliegenden Fernbedienung größtenteils selbsterklärend. Alternativ ist die Bedienung direkt am Gerät möglich. Dabei agiert der Power-Button als Vier-Achsen-Stick zur Navigation, durch kurzes Drücken des Power-Buttons werden die gewünschten Optionen ausgewählt. In der Praxis ist diese Art der Bedienung jedoch recht mühselig. So existiert keine Möglichkeit, im Menü einen Schritt zurück zu gehen. Zum anderen gestaltet es sich kompliziert, das Steuerkreuz auf den gewünschten On-Sceen-Button zu navigieren

Der PH550G liefert mit seiner HD-Auflösung ein zufriedenstellend scharfes Bild, die Farbwiedergabe des Gerätes gefällt uns gut. Mit seiner Helligkeit von 550 Lumen eignet sich das Gerät in abgedunkelten, aber auch hellen Räumen für Präsentationen, Inhalte sind gut erkennbar. Word-Dokumente und Power-Point-Präsentationen öffnet der Beamer direkt vom USB-Stick, dies geht also auch ohne Screen-Mirroring vom Smartphone. Filme mit dem PH550G zu schauen macht Spaß. Dazu sollte der Raum jedoch zumindest ein wenig abgedunkelt sein. Komplett abgedunkelt kommt dann aber erst so richtig Kino-Feeling auf.

Im Test spielte der PH550G die gängigsten Bild- und Video-Formate ohne Murren ab. Bei Videos mit einer größeren Auflösung als Full HD versagt er jedoch den Dienst – 4K-Videos unterstützt das Gerät nicht. Die Stereo-Lautsprecher des PH550G bieten eine hohe Lautstärke. Wie bei vielen mobilen Beamern kann der Sound aber nicht überzeugen. Die Speaker klingen dünn und flach. Wie beim kürzlich von uns getesteten Toumei C800S bietet es sich an, einen externen Lautsprecher per Audio-Ausgang oder Bluetooth zu verbinden.

Der PH550G ist ein noch verhältnismäßig günstiger Beamer, dessen herausstechende Merkmale das gute Bild, die vielen Eingangsmöglichkeiten und der integrierte Akku sind. Die Helligkeit genügt zur Nutzung des Beamers auch in wenig abgedunkelten Räumen, die Lautsprecher konnten uns jedoch nicht überzeugen. Grundsätzlich ist der Beamer empfehlenswert. Wer weniger Geld ausgeben möchte, dem empfehlen wir einen Blick auf den Toumei C800S (Testbericht) zu werfen. Der löst zwar nur 854 [×] 480 Pixel auf, schafft es damit aber ein ansehnliches Bild an die Wand zu werfen. Dieser Beamer benötigt für den Betrieb jedoch möglichst gut abgedunkelte Räume, punktet aber mit Android als Betriebssystem.

Kompletter Beitrag

Read More »

Ratgeber: Fitness- und Lauf-Apps für Android

Mit den passenden Apps werden Smartphones zum digitalen Trainer. Wir stellen Programme und Zubehör vor.

Jedes moderne Android-Handy ist voll mit Sensoren. Es erkennt Schritte, kann dank GPS Position und Geschwindigkeit bestimmen und verbindet sich per Bluetooth mit Fitness-Trackern oder Pulsgurten. Die Speicher und Bildschirme sind groß genug, um Trainingseinheiten zu speichern und Anleitungsvideos unterwegs darzustellen. Wir stellen sechs Apps vor, mit denen man den inneren Schweinehund besiegt und aktiver wird.

Mit dem Galaxy S3 führte Samsung 2012 die Fitness-App Samsung Health ein, seit 2015 ist sie für alle Android-Geräte im Play Store erhältlich. Die App ist für die Koreaner mittlerweile der Mittelpunkt für Sport und Wearables geworden. Geräte wie der Gear Fit 2 Pro (Testbericht) oder die Gear Sport (Testbericht) liefern die Rohdaten, die Samsung in der App weiter aufbereitet. Angenehm ist, dass man sich zwar einen Samsung-Account anlegen kann, dieser aber nicht zwingen notwendig ist.

Zu Beginn legte die App beim Training einen Schwerpunkt auf reines Laufen, inzwischen gibt es auch Bodyweight-Übungen, mit denen sich Muskeln trainieren und Fett abbauen lassen. Diese sind durchaus fordernd, entsprechend sollte man sich langsam herantasten. Beim Laufen kann es ein Nutzer bis zum Marathon bringen, wobei wir Einsteigern von so einem schnellen Anstieg abraten. Doch gerade die einfacheren Programme, etwa rund um einen 5-Kilomenter-Lauf, sind ziemlich gut. Vor allem nervt die App den Nutzer so oft, dass man gar nicht anders kann, als sich eine wenig Zeit zu nehmen – und sei es nur, damit die App Ruhe gibt.

Samsung Health ist nicht nur komplett kostenlos, die App lässt sich auch problemlos auf Nicht-Samsung-Handys installieren. Für die Pulsmessung ist nicht zwingend ein Samsung-Wearable notwendig. Im Test konnten wir einen Polar H7 Pulsgurt problemlos mit der App koppeln und für die Herzfrequenzmessung nutzen.

Wir würden die App jedem empfehlen, der einen einfachen Einstieg mit einem leichten Trainingsprogramm sucht. Die Pläne von Samsung Health sind gut strukturiert und überfordern den Nutzer nicht.

Die Lösung von Huawei ist nicht nur im Namen dem Samsung-Pendant ähnlich. Wer die App mit der von Samsung vergleicht, wird auf einige Parallelen stoßen. Das mag daran liegen, dass auch diese App der Dreh- und Angelpunkt für die Fitness-Tracker von Huawei ist. Im Zweifel gilt aber: Lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht.

Der Schwerpunkt bei Huawei Health ist das Lauftraining, hier gibt es Programme von 5 Kilometern bis hin zum Marathon. Die Fitness-Daten empfängt die App wahlweise von einem Wearable wie dem Huawei Band 2 Pro (Testbericht) oder Bluetooth-Pulsmessern von Fremdherstellern. Explizit unterstützt werden der Polar H7 Pulsgurt, der Suunto Smart Belt sowie die Jabra Sport-Kopfhörer mit Pulsmessung. Mit dem Gurt von Polar gab es im Test keine Probleme, die Verbindung war stabil und zuverlässig.

Wir empfehlen die App allen, die eher an Laufen interessiert sind und vielleicht sowieso ein Wearable von Huawei haben. Auch diese Anwendung lässt sich kostenlos auf aktuellen Android-Handys installieren.

Fitbit ist nicht offen für Bluetooth-Pulsgurte von Drittherstellern. Die App dient vor allem der Kommunikation und Konfiguration der eigenen Wearables, etwa der Fitbit Versa (Testbericht). Neue Trainingseinheiten lassen sich direkt an den Wearables starten. In der App kann man die letzten Trainings anssehen und an virtuellen Wettkämpfen teilnehmen. Wer mehr Anleitung sucht, für den hat Fitbit den Coach im Angebot. Dies ist ein kostenpflichtiges Zusatzprodukt, das derzeit pro Jahr knapp 44 Euro kostet.

Runtastic ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Lauf-Apps. Das liegt zum einen daran, dass es die App schon seit 2009 gibt, zum anderen, dass Nutzer Social-Media-Konten gerne mit ihren „runtastischen” Läufe aktualisieren. So oder so, Runtastic hat einen sehr guten Ruf und bietet in der kostenlosen Version bereits ein einfaches Coaching und Aufzeichnen der Läufe. Als eine der wenigen Apps im Vergleich setzt sie dabei nicht nur auf Google Maps, sondern nutzt auch detaillierteren Karten von OpenStreetMap.

Premium-Kunden können verschiedene Pläne abonnieren und werden langsam an immer längere Strecken herangeführt. Die Kosten liegen dabei zwischen 19,90 für drei Monate und 49,90 Euro für ein Jahres-Abo. Alternativ kann man monatlich zahlen, dann wird es etwas teurer. Externe Bluetooth-Pulsgurte sind kein Problem, im Test verband sich der Polar H7 problemlos. Als einzige App zeigt Runtastic auch den Batteriestand des Gurtes an, sehr praktisch.

Alles in allem hat uns die App im Test gut gefallen. Die Aufzeichnung ist sauber, die Daten werden schön aufbereitet. OpenStreetMap kann vor allem in Parks seine Vorteile gegen Google Maps ausspielen, die Karten sind einfach deutlich ausführlicher.

Die große Konkurrenz zu Runtastic ist Endomondo. Diese gibt es seit 2007 in den App Stores, mittlerweile gehört sie zum Sportwäschehersteller Under Armor. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Laufen, auch hier können sich Premium-Kunden einen eigenen Plan passend für ihre Anforderungen erstellen. Der Trainingsplan wird an die jeweiligen Leistungen des Nutzers angepasst und ist so weniger starr. Die Premium-Version kostet jährlich knapp 30 Euro.

In der App hat uns gut gefallen, dass man eigene Trainingsrouten anlegen und für die anderen Endomondo-Nutzer freigeben kann. Gerade in einer fremden Stadt findet man so schnell eine gute Laufroute. Endomondo arbeitet mit Bluetooth-Pulsmessern zusammen, unser Polar H7 koppelte sich ohne Probleme. Interessant ist, dass Samsung Health die Daten von Endomono auswerten und in das eigene Dashboard integieren kann.

Wer mit Herzfrequenzzonen wenig anfangen kann, sollte einen Blick in die Running-App von Freeletics werfen. Diese setzt auf Intervalltraining statt Herzfrequenz und braucht kein externes Zubehör

Die verschiedenen Programme, benannt nach Göttern und Helden der Antike, laufen nach einem ähnlichen Schema ab: Erst muss man X Meter laufen, anschließend darf man Y Minuten zur Entspannung traben. Das ist überraschend motivierend und powert ziemlich aus. Intervalltrainings haben allerdings den Ruf, dass sich Anfänger gerne übernehmen.

Neben Running gibt es von Freeletics auch ein Bodyweight-Programm. Die Übungen verzichten auf zusätzliches Trainingsmaterial wie Hanteln oder ähnliches. Trotzdem sind die Trainingseinheiten überraschend fordernd, den eigenen Körper zu dehnen oder zu strecken produziert ordentlich Schweiß. Gut gefallen hat uns, dass man für die Übungen maximal eine Gymnastikmatte braucht, so dass man auch unterwegs keine Ausrede hat.

Freeletics bietet einen kleinen Teil seiner Apps kostenlos an, wer den vollen Funktionsumfang freischalten will, muss zahlen. Ein Monat kostet ab 12,99 Euro, die Jahreskarte kostet knapp 93 Euro.

Beim Thema Datenschutz sind zwei Apps in der Vergangenheit negativ aufgefallen. Strava und Polar waren zu geschwätzig, aus den veröffentlichten Trainingsdaten ließen sich Rückschlüsse auf Militärbasen und ähnliches ziehen. Das ging so weit, dass das US Pentagon den Einsatz von Apps mit GPS für Soldaten verboten hat.

Wer hiermit ein Problem hat, sollte die verschiedenen Einstellungen zum Datenschutz genau ansehen und im Zweifel eher mehr als zu wenig abschalten. Unsere Kollegen von heise haben in der heiseshow damals diskutiert, warum wir so viele Daten freigeben und welche Vor- und Nachteile dies gerade bei einer Fitness-App hat.

Zu Beginn sollte man sich aber nicht überfordern. Elmar Schuhmacher, Gründer von Aerobis Fitness in Düsseldorf sieht es so: „Für Anfänger gilt: keep it simple.” In unserem Test können wir das bestätigen. Es macht aber durchaus Sinn, sich beim Laufen zu Beginn zumindest grob an die Grenzen der Apps zu halten, selbst wenn einem dies zu langsam vorkommt. Der Körper muss sich umstellen und man sollte sich auf keinen Fall übermäßig anstrengen. Prof. Dr. Christine Graf, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, rät, mehrere Trainingsvarianten auszuprobieren. Man könne nicht sagen, ob Intervall oder Herzfrequenz die richtige Methode ist. Es sei es eine Frage der Neigung, so Prof. Dr. Graf.

Bei den virtuellen Coaches sind sich beide einig, dass man den Apps nicht blind vertrauen sollte. Prof Dr Graf: „Bei den virtuellen Trainern sollten Interessierte darauf achten, welches wissenschaftliche Konzept dahintersteht. Es sollte aktuellen Bewegungsempfehlungen entsprechen und keine Überlastungserscheinungen erzeugen. Im Zweifel sollte man das Programm mit seinem Hausarzt besprechen.” Elmar Schuhmacher sieht das ähnlich: „Virtuelle Coaches sind vor allem eines – virtuell. Trainingsplan hin oder her, der Trainierende muss seinen Allgemeinzustand und Übungsausführung intensiv prüfen, am besten in einem Spiegel. Oft sieht die Ausführung deutlich anders aus, als man es annimmt. Der Körper nimmt automatisch Schonhaltungen ein, die man selbst kaum mitbekommt. Auch die mentale und körperliche Verfassung muss regelmäßig geprüft werden.”

Der große Vorteil vom Lauftraining ist die geringe Hürde bei der Ausstattung. Wir empfehlen aber in jedem Fall gute, bequeme Laufschuhe und einen Pulsmesser, etwa einen Bluetooth-Brustgurt. Wer so etwas nicht möchte, kann zu einem Fitness-Tracker (Vergleichstest) oder einer Sportuhr (Überblick) greifen. Wer mehr unterwegs ist, kann aufrüsten. Im Herbst oder Winter empfiehlt sich eine Funktionskleidung, um nicht zu sehr auszukühlen. Wer gerne Musik hört, sollte sich einen Sportkopfhörer mit Bluetooth (Übersicht) oder Geräte wie den Bose SoundSport Pulse (Testbericht) ansehen, letzterer misst direkt den Puls.

Egal wie viel Sport man macht, Bewegung schadet nicht. Wer es langsam angehen lässt und regelmäßig trainiert, kann in relativ kurzer Zeit bereits erste Erfolgserlebnisse verbuchen. Beim Laufen ist eine App motivierend. Sie zeichnet nicht nur den aktuellen Lauf auf, sondern liefern auch historische Daten. Gerade das motiviert, man sieht, wie man immer besser wird.

Wichtig sind dabei die persönlichen Vorlieben. Und die findet man nur durch Ausprobieren heraus. Die vorgestellten Apps sind kostenlos, zumindest in ihrer Grundfunktion. Bei einem eigenen Test erkennt man recht schnell, auf welche Art von Training man am besten anspricht. Unsere Empfehlung ist aber in jedem Fall ein Pulsmesser, sei es als Fitness-Tracker oder als separater Bluetooth-Pulsgurt.

Kompletter Beitrag

Read More »

Land Rover Explore im Test: ultimatives Outdoor-Handy?

Es wirkt extrem robust und kommt mit pfiffigen Ideen für den Outdoor-Einsatz: das Land Rover Explore. Warum das Handy in unseren Augen das fast perfekte Outdoor-Smartphone ist, erklärt unser Test.

Das Land Rover Explore entspringt einer Kooperation des Autoherstellers Land Rover und des Smartphone-Herstellers Bullitt Group, auch das von uns als gut befundene CAT S61 (Testbericht) stammt von dieser Firma. Schon beim ersten Blick auf das Land Rover Explore wird klar, dass Bullit wirklich Know-how in diesem Bereich hat. Das Handy wirkt superrobust, und obwohl es sich um ein Outdoor-Handy handelt, auf seine Art geradezu edel. Im Design des Smartphones findet sich sogar ein „echtes“ Stück Land Rover wieder: Die gitterförmige Abdeckung des Lautsprechers unterhalb des Displays ist dem Kühlergrill neuerer Land-Rover-Modelle nachempfunden.

Die robuste Haptik verdankt das Explore in erster Linie dem rundum laufenden Metallrahmen, der einen unverwüstlichen Eindruck macht. Dieser setzt sich beim Power-Button und Lautstärkewippe auf der linken Seite fort. Die Tasten sind aus Metall und haben ein eingefrästes Muster, das sie sehr griffig macht. Unten am Handy ist ein USB-Typ-C-Anschluss, oben eine Kopfhörerbuchse. Auf der Rückseite findet sich oben im linken Bereich die Hauptkamera des Smartphones, rechts davon ist das Land-Rover-Logo in die gummierte Oberfläche eingestanzt. Die Abmessungen des Land Rover Explore betragen 152 × 75,3 × 14 Millimeter bei einem Gewicht von 232 Gramm.

Unterhalb Kamera und Logo befinden sich acht vergoldete Kontaktpunkte zur Verbindung mit speziellem Zubehör, das magnetisch am Land Rover Explore haftet. Im Lieferumfang des Outdoor-Smartphones befindet sich dann auch gleich ein sogenanntes „Adventure Pack“. Zu diesem gehört ein externer Akku nebst integrierter GPS-Antenne, der sich eben dieser Möglichkeit zur Erweiterung der Funktionalität des Smartphones bedient. Einfach hinten aufgelegt ist die Verbindung über Magnet dann bombig fest und stabil.

Das sowieso schon hohe Gewicht des Explore steigt mit dem zusätzlichen Akku dann aber auf insgesamt knapp 420 Gramm. Auch die Dicke von mehr als zwei Zentimetern machen aus dem Smartphone einen ganz schönen Brocken. Dafür bekommt man allerdings eine Akkukapazität von insgesamt fast 8000 mAh und eine Antenne, wie man sie sonst nur in professionellen GPS-Geräten findet. Zum Adventure Pack gehört weiterhin eine Schutzhülle mit abnehmbarem Karabinerhaken für die Kombination aus Smartphone und Zusatzakku. Optional gibt es mit dem Akku-Pack noch eine 4370-mAh-Batterie zum Anstecken (ohne zusätzliche GPS-Antenne) und eine Fahrradhalterung inklusive Hülle (Fahrrad-Pack).

Für genügend Power sollen beim Land Rover Explore insgesamt zehn CPU-Kerne sorgen. Der Helio-X27-SoC des Herstellers Mediatek kommt mit zwei Cortex-A72-Kernen mit 2,6 GHz Maximaltakt, vier Cortex-A53-Kernen mit 2,0 GHz Maximaltakt und vier Cortex-A53-Kernen mit 1,6 GHz Maximaltakt. Neben 4 GByte Arbeitsspeicher hat das Outdoor-Handy 64 GByte internen Speicher. Zur Erweiterung gibt es einen MicroSD-Karten-Slot. Statt einer Speicherkarte kann in den Hybrid-Slot auch eine zweite Nano-SIM-Karte eingesetzt werden.

Ins mobile Internet geht das Explore per LTE mit bis zu 300 Mbit/s im Downstream. Mit Routern verbindet sich das Handy nach WLAN 802.11 a, b, g, n und ac im 2,4- und 5-GHz-Frequenzband. Neben NFC gibt es in Sachen Konnektivität noch Bluetooth in Version 4.1. Zur Navigation gibt es GPS, AGPS und GLONASS. Mit angedocktem Battery Pack des Adventure Packs greift das Handy außerdem auf eine zusätzliche GPS-Antenne für besseren Empfang zu. Der fest verbaute Akku des Land Rover Explore hat eine Kapazität von 4000 mAh und unterstützt die Schnellladetechnologie Pump Express des Chip-Herstellers Mediatek. Der Akku der ansteckbaren Zusatzbatterie hat eine Kapazität von 3620 mAh. Alternativ gibt es noch ein optionales Akku Pack, das eine zusätzliche Kapazität von 4370 mAh bietet.

Nach IP68-Zertifizierung ist das Land Rover Explore gegen Schmutz und Staub geschützt und nimmt auch bei längeren Tauchgängen keinen Schaden. Der Hersteller verspricht eine Sturzfestigkeit aus einer Höhe von bis zu 1,8 Metern. Weiterhin erfüllt das Handy einige Punkte der Militärnorm MIL SPEC 810G: Es hält Temperaturveränderungen zwischen minus 30 und plus 65 Grad aus, ist vibrationsbeständig nach Kategorie 4 und beständig gegenüber Feuchtigkeit und Salznebel.

Das 5 Zoll große IPS-Display des Outdoor-Smartphones mit von Werk aus aufgebrachter Schutzfolie löst 1920 × 1080 Pixel auf. Es ist laut Hersteller „optimiert für die Verwendung im Freien mit Ablesbarkeit bei Sonnenlicht sowie Bedienbarkeit mit nassen Fingern und Handschuhen“. Beides können wir nach unserem Test bestätigen. Für Letzteres muss der entsprechende Modus jedoch in den Display-Systemeinstellungen aktiviert sein.

Nicht nur, was die maximale Helligkeit und die Bedienung angeht, macht das Explore einen guten Eindruck: Blickwinkelstabilität und Farbwiedergabe gefallen uns sehr gut. Wer möchte, der kann selbst Hand an Kontrast, Sättigung, Farbtemperatur legen. Das entsprechende Optionsmenü nennt sich MiraVision und findet sich auch in den Systemeinstellungen unter dem Punkt Display. Zur besseren Lesbarkeit in der Nacht besteht außerdem die Möglichkeit den Bildschirm durch Aktivieren des entsprechenden Modus Gelb, Rot oder Orange einzufärben.

Die Hauptkamera des Explore mit Phasenvergleich-Autofokus löst 16 Megapixel auf und hat einen Dual-LED-Blitz. Vorne gibt es eine 8-Megapixel-Frontcam. Zwar liefert die Hauptkamera des Explore keine sonderlich satten Farben, dafür sind Kontrast und Schärfe stimmig. Es gelingen durchaus ansehnliche Ergebnisse mit der Knipse. Die Frontkamera hingegen konnte uns nicht überzeugen. Mit aktuellen High-End-Smartphones – immerhin ist das Explore mit 650 Euro nicht gerade ein günstiges Handy – kann das Outdoor-Smartphone nicht mithalten.

Etwas mehr als 94.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark stehen in der Regel für eine flüssige und reibungslose Systemperformance. Dsa bestätig die Praxis: Selbst viele gleichzeitig laufende Applikationen bringen das Smartphone nicht ins Straucheln. Der 4000-mAh-Akku bringt den Besitzer auch bei stärkerer Nutzung des Smartphones über knapp zwei Tage. Mit angesteckter Zusatzbatterie sind noch mal knapp zwei Tage drin. Im Outdoor-Einsatz mit nur mäßiger Nutzung rechnen wir mit einer Laufzeit von bis zu einer Woche.

Schon das integrierte GPS-Modul ist so gut, dass wir mit unseren Messmethoden bei Nutzung der externen GPS-Antenne keine besseren Ergebnisse erzielten. Selbst im Inneren erreichte das Handy eine hohe Genauigkeit von einem Meter. Seine Stärken dürfte die im Zusatzakku des Adventure-Pack integrierte Keramik-GPS-Patchantenne in Gebieten ausspielen, wo nur wenige Satelliten in Sicht sind. Der hinter einem Land-Rover-Kühlergrill-Imitat verborgene Lautsprecher des Smartphones klingt recht ordentlich, allerdings tönen die hohen Frequenzen schon fast etwas zu schrill. Dies ist allerdings vor allem bei Maximallautstärke der Fall, die der Nutzer in der Regel nicht benötigt.

Für uns wenig überraschend hat das Land Rover Explore all unserer Belastungstests ohne ernsthafte Schäden überstanden. Wie üblich haben wir das Outdoor-Gerät Schmutz und Staub in größerem Ausmaß ausgesetzt, das Handy längere Zeit mehrmals tauchen geschickt und aus einer Höhe von circa 1,50 Meter auf verschiedene Untergründe (unter anderem Feldwege, Steinboden und Holzboden) fallen lassen. Selbst Kratzer und andere äußerliche Auswirkungen hielten sich dabei in Grenzen.

Die Anpassungen des Herstellers an das installierte Android in Version 7.1.1 beschränken sich in erster Linie auf vorinstallierte Applikationen für den Outdoor-Einsatz. Beispielsweise gibt es einen eigenen App-Store mit großer Auswahl an Programmen zur Unterstützung beim Wandern, Radfahren und Co., ein Dashboard mit Schnellzugriff auf nützliche Tools und Wetterinformationen und Apps wie Geocaching oder ViewRanger. Für letztere App bekommt der Käufer einen Gutschein für freien Zugang zu landesweiten topografischen Karten und zum Herunterladen benutzerdefinierter Kartenbereiche über mehrere Länder hinweg. Der zum Zeitpunkt des Tests installierte Google-Sicherheitspatch stammte vom 05. April 2018. Ein Update auf Android Oreo hat der Hersteller angekündigt.

Das Land Rover Explore macht einen sehr guten Job als robustes Smartphone, das auf längeren Touren fernab der Zivilisation zuverlässiger Begleiter sein will, nicht nur bei der Gartenarbeit oder Spaziergängen mit dem Hund als Schmutz und Witterungsverhältnissen trotzendes Zweitgerät dient. Für diesen Zweck eignet sich schon ein günstiges Gerät wie das Cubot King Kong (Testbericht).

Wer jedoch mehrere Tage in der Natur unterwegs ist, der wird beispielsweise den ansteckbaren Zweit-Akku und die zusätzliche externe GPS-Antenne zu schätzen wissen. Davon abgesehen bietet das Explore eine gute Performance und hat ein tolles Display. Die Kameraqualität hingegen dürfte etwas besser sein und auch die Auslieferung mit Android 7.1.1 trübt ein wenig das ansonsten sehr gute Gesamtbild. Zumindest hat der Hersteller ein Update auf Android 8 Oreo versprochen.

Kompletter Beitrag

Read More »

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.plugin cookies

ACEPTAR
Aviso de cookies
Beaktiv @ 2016