Land Rover Explore im Test: ultimatives Outdoor-Handy?

Es wirkt extrem robust und kommt mit pfiffigen Ideen für den Outdoor-Einsatz: das Land Rover Explore. Warum das Handy in unseren Augen das fast perfekte Outdoor-Smartphone ist, erklärt unser Test.

Das Land Rover Explore entspringt einer Kooperation des Autoherstellers Land Rover und des Smartphone-Herstellers Bullitt Group, auch das von uns als gut befundene CAT S61 (Testbericht) stammt von dieser Firma. Schon beim ersten Blick auf das Land Rover Explore wird klar, dass Bullit wirklich Know-how in diesem Bereich hat. Das Handy wirkt superrobust, und obwohl es sich um ein Outdoor-Handy handelt, auf seine Art geradezu edel. Im Design des Smartphones findet sich sogar ein „echtes“ Stück Land Rover wieder: Die gitterförmige Abdeckung des Lautsprechers unterhalb des Displays ist dem Kühlergrill neuerer Land-Rover-Modelle nachempfunden.

Die robuste Haptik verdankt das Explore in erster Linie dem rundum laufenden Metallrahmen, der einen unverwüstlichen Eindruck macht. Dieser setzt sich beim Power-Button und Lautstärkewippe auf der linken Seite fort. Die Tasten sind aus Metall und haben ein eingefrästes Muster, das sie sehr griffig macht. Unten am Handy ist ein USB-Typ-C-Anschluss, oben eine Kopfhörerbuchse. Auf der Rückseite findet sich oben im linken Bereich die Hauptkamera des Smartphones, rechts davon ist das Land-Rover-Logo in die gummierte Oberfläche eingestanzt. Die Abmessungen des Land Rover Explore betragen 152 × 75,3 × 14 Millimeter bei einem Gewicht von 232 Gramm.

Unterhalb Kamera und Logo befinden sich acht vergoldete Kontaktpunkte zur Verbindung mit speziellem Zubehör, das magnetisch am Land Rover Explore haftet. Im Lieferumfang des Outdoor-Smartphones befindet sich dann auch gleich ein sogenanntes „Adventure Pack“. Zu diesem gehört ein externer Akku nebst integrierter GPS-Antenne, der sich eben dieser Möglichkeit zur Erweiterung der Funktionalität des Smartphones bedient. Einfach hinten aufgelegt ist die Verbindung über Magnet dann bombig fest und stabil.

Das sowieso schon hohe Gewicht des Explore steigt mit dem zusätzlichen Akku dann aber auf insgesamt knapp 420 Gramm. Auch die Dicke von mehr als zwei Zentimetern machen aus dem Smartphone einen ganz schönen Brocken. Dafür bekommt man allerdings eine Akkukapazität von insgesamt fast 8000 mAh und eine Antenne, wie man sie sonst nur in professionellen GPS-Geräten findet. Zum Adventure Pack gehört weiterhin eine Schutzhülle mit abnehmbarem Karabinerhaken für die Kombination aus Smartphone und Zusatzakku. Optional gibt es mit dem Akku-Pack noch eine 4370-mAh-Batterie zum Anstecken (ohne zusätzliche GPS-Antenne) und eine Fahrradhalterung inklusive Hülle (Fahrrad-Pack).

Für genügend Power sollen beim Land Rover Explore insgesamt zehn CPU-Kerne sorgen. Der Helio-X27-SoC des Herstellers Mediatek kommt mit zwei Cortex-A72-Kernen mit 2,6 GHz Maximaltakt, vier Cortex-A53-Kernen mit 2,0 GHz Maximaltakt und vier Cortex-A53-Kernen mit 1,6 GHz Maximaltakt. Neben 4 GByte Arbeitsspeicher hat das Outdoor-Handy 64 GByte internen Speicher. Zur Erweiterung gibt es einen MicroSD-Karten-Slot. Statt einer Speicherkarte kann in den Hybrid-Slot auch eine zweite Nano-SIM-Karte eingesetzt werden.

Ins mobile Internet geht das Explore per LTE mit bis zu 300 Mbit/s im Downstream. Mit Routern verbindet sich das Handy nach WLAN 802.11 a, b, g, n und ac im 2,4- und 5-GHz-Frequenzband. Neben NFC gibt es in Sachen Konnektivität noch Bluetooth in Version 4.1. Zur Navigation gibt es GPS, AGPS und GLONASS. Mit angedocktem Battery Pack des Adventure Packs greift das Handy außerdem auf eine zusätzliche GPS-Antenne für besseren Empfang zu. Der fest verbaute Akku des Land Rover Explore hat eine Kapazität von 4000 mAh und unterstützt die Schnellladetechnologie Pump Express des Chip-Herstellers Mediatek. Der Akku der ansteckbaren Zusatzbatterie hat eine Kapazität von 3620 mAh. Alternativ gibt es noch ein optionales Akku Pack, das eine zusätzliche Kapazität von 4370 mAh bietet.

Nach IP68-Zertifizierung ist das Land Rover Explore gegen Schmutz und Staub geschützt und nimmt auch bei längeren Tauchgängen keinen Schaden. Der Hersteller verspricht eine Sturzfestigkeit aus einer Höhe von bis zu 1,8 Metern. Weiterhin erfüllt das Handy einige Punkte der Militärnorm MIL SPEC 810G: Es hält Temperaturveränderungen zwischen minus 30 und plus 65 Grad aus, ist vibrationsbeständig nach Kategorie 4 und beständig gegenüber Feuchtigkeit und Salznebel.

Das 5 Zoll große IPS-Display des Outdoor-Smartphones mit von Werk aus aufgebrachter Schutzfolie löst 1920 × 1080 Pixel auf. Es ist laut Hersteller „optimiert für die Verwendung im Freien mit Ablesbarkeit bei Sonnenlicht sowie Bedienbarkeit mit nassen Fingern und Handschuhen“. Beides können wir nach unserem Test bestätigen. Für Letzteres muss der entsprechende Modus jedoch in den Display-Systemeinstellungen aktiviert sein.

Nicht nur, was die maximale Helligkeit und die Bedienung angeht, macht das Explore einen guten Eindruck: Blickwinkelstabilität und Farbwiedergabe gefallen uns sehr gut. Wer möchte, der kann selbst Hand an Kontrast, Sättigung, Farbtemperatur legen. Das entsprechende Optionsmenü nennt sich MiraVision und findet sich auch in den Systemeinstellungen unter dem Punkt Display. Zur besseren Lesbarkeit in der Nacht besteht außerdem die Möglichkeit den Bildschirm durch Aktivieren des entsprechenden Modus Gelb, Rot oder Orange einzufärben.

Die Hauptkamera des Explore mit Phasenvergleich-Autofokus löst 16 Megapixel auf und hat einen Dual-LED-Blitz. Vorne gibt es eine 8-Megapixel-Frontcam. Zwar liefert die Hauptkamera des Explore keine sonderlich satten Farben, dafür sind Kontrast und Schärfe stimmig. Es gelingen durchaus ansehnliche Ergebnisse mit der Knipse. Die Frontkamera hingegen konnte uns nicht überzeugen. Mit aktuellen High-End-Smartphones – immerhin ist das Explore mit 650 Euro nicht gerade ein günstiges Handy – kann das Outdoor-Smartphone nicht mithalten.

Etwas mehr als 94.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark stehen in der Regel für eine flüssige und reibungslose Systemperformance. Dsa bestätig die Praxis: Selbst viele gleichzeitig laufende Applikationen bringen das Smartphone nicht ins Straucheln. Der 4000-mAh-Akku bringt den Besitzer auch bei stärkerer Nutzung des Smartphones über knapp zwei Tage. Mit angesteckter Zusatzbatterie sind noch mal knapp zwei Tage drin. Im Outdoor-Einsatz mit nur mäßiger Nutzung rechnen wir mit einer Laufzeit von bis zu einer Woche.

Schon das integrierte GPS-Modul ist so gut, dass wir mit unseren Messmethoden bei Nutzung der externen GPS-Antenne keine besseren Ergebnisse erzielten. Selbst im Inneren erreichte das Handy eine hohe Genauigkeit von einem Meter. Seine Stärken dürfte die im Zusatzakku des Adventure-Pack integrierte Keramik-GPS-Patchantenne in Gebieten ausspielen, wo nur wenige Satelliten in Sicht sind. Der hinter einem Land-Rover-Kühlergrill-Imitat verborgene Lautsprecher des Smartphones klingt recht ordentlich, allerdings tönen die hohen Frequenzen schon fast etwas zu schrill. Dies ist allerdings vor allem bei Maximallautstärke der Fall, die der Nutzer in der Regel nicht benötigt.

Für uns wenig überraschend hat das Land Rover Explore all unserer Belastungstests ohne ernsthafte Schäden überstanden. Wie üblich haben wir das Outdoor-Gerät Schmutz und Staub in größerem Ausmaß ausgesetzt, das Handy längere Zeit mehrmals tauchen geschickt und aus einer Höhe von circa 1,50 Meter auf verschiedene Untergründe (unter anderem Feldwege, Steinboden und Holzboden) fallen lassen. Selbst Kratzer und andere äußerliche Auswirkungen hielten sich dabei in Grenzen.

Die Anpassungen des Herstellers an das installierte Android in Version 7.1.1 beschränken sich in erster Linie auf vorinstallierte Applikationen für den Outdoor-Einsatz. Beispielsweise gibt es einen eigenen App-Store mit großer Auswahl an Programmen zur Unterstützung beim Wandern, Radfahren und Co., ein Dashboard mit Schnellzugriff auf nützliche Tools und Wetterinformationen und Apps wie Geocaching oder ViewRanger. Für letztere App bekommt der Käufer einen Gutschein für freien Zugang zu landesweiten topografischen Karten und zum Herunterladen benutzerdefinierter Kartenbereiche über mehrere Länder hinweg. Der zum Zeitpunkt des Tests installierte Google-Sicherheitspatch stammte vom 05. April 2018. Ein Update auf Android Oreo hat der Hersteller angekündigt.

Das Land Rover Explore macht einen sehr guten Job als robustes Smartphone, das auf längeren Touren fernab der Zivilisation zuverlässiger Begleiter sein will, nicht nur bei der Gartenarbeit oder Spaziergängen mit dem Hund als Schmutz und Witterungsverhältnissen trotzendes Zweitgerät dient. Für diesen Zweck eignet sich schon ein günstiges Gerät wie das Cubot King Kong (Testbericht).

Wer jedoch mehrere Tage in der Natur unterwegs ist, der wird beispielsweise den ansteckbaren Zweit-Akku und die zusätzliche externe GPS-Antenne zu schätzen wissen. Davon abgesehen bietet das Explore eine gute Performance und hat ein tolles Display. Die Kameraqualität hingegen dürfte etwas besser sein und auch die Auslieferung mit Android 7.1.1 trübt ein wenig das ansonsten sehr gute Gesamtbild. Zumindest hat der Hersteller ein Update auf Android 8 Oreo versprochen.

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Danke: bestboyzde

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