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Kaufberatung: VR-tauglicher Gaming PC unter 600 Euro

Wer clever kauft und selbst schraubt, der bekommt ein VR-fähiges System für knapp 600 Euro, das auch aktuelle Spiele bei Full-HD-Auflösung mit 60 fps wiedergibt.

Virtual Reality rutscht vom Hype langsam in den Mainstream. Das liegt an immer mehr Inhalten, Spiele wie Beat Saber locken neue Nutzer. Dazu kommt ein Preisverfall bei der notwendigen Hardware und den Headsets.

Wir haben eine Konfiguration gefunden, die für weniger als 600 Euro einen PC liefert, der VR ordentlich unterstützt. Der positive Nebeneffekt: Dieses System spielt auch aktuelle Games in Full-HD bei hoher Qualität mit 60 oder mehr Frames pro Sekunde (fps). Damit ist der PC bei 1920 × 1080 Pixel ein mehr als brauchbarer Gaming-PC.

Zwei Punkte sparen wir aus: einen Monitor sowie die Windows-Lizenz. Beim Monitor hat das den Grund, dass es unzählige Geräte in verschiedensten Variationen gibt. Dieser Beitrag hat den Schwerpunkt auf VR, sodass man im Zweifel zunächst auch einen Fernseher oder einen alten Bildschirm problemlos weiterverwenden kann. Da die VR-Headsets als separater Bildschirm gelten, ist es egal, welche Auflösung der alte Monitor besitzt – selbst ein Monitor mit 1680 × 1050 Pixel lässt sich problemlos verwenden.

Windows ist so eine Sache. Wir empfehlen in jedem Fall Windows 10, allein schon wegen des Direct-X-12 und der Unterstützung für Windows Mixed Reality. Auch Oculus zieht alles auf Windows 10 um. Wer nur spielen oder VR nutzen möchte, dem sollte Windows 10 Home reichen.

Zum Zeitpunkt des Artikels war es noch völlig legal, günstige OEM oder Systembuilder-Lizenzen zu erwerben. Studenten und Schüler können Windows 10 kostenlos bekommen, wenn ihre Schule oder Universität Teil eines Microsoft-Partnerprogramms ist, hier sollte man in jedem Fall fragen. Mit etwas Tricksereien sollte auch noch das Upgrade von einer Windows 7 oder Windows 8 Lizenz möglich sein. Wer also einen alten (evtl. defekten) Rechner mit gültiger Lizenz hat, kann dies ausprobieren. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im heise.de-Artikel „Wollen Sie ein W kaufen?”.

Obwohl Intel immer wieder nachgesagt wird, dass es die besten CPUs hat, kann AMD mit der aktuellen Ryzen-Generation ordentlich Boden gutmachen. Der grobe Unterschied zwischen den beiden Systemen: Intel CPUs sind besser, wenn Programme einzelne Kerne stark fordern. AMD macht Boden gut, wenn die Programme viele Kerne nutzen. Tatsächlich sind die Preise bei AMD so gut, dass man den Zugewinn der Intel-basierten Systeme bei einem VR- und Full-HD-Gaming-System verschmerzen kann.

In unserem Testsystem steckt eine AMD Ryzen 5 2600 mit 6 x 3,4 GHz, sie kostet mit Lüfter unter 150 Euro. Der von Oculus empfohlene Ryzen 5 1500X mit 4 x 3,5 GHz ist mit Lüfter sogar unter 130 Euro zu bekommen.

Für den Ryzen 5 benötigen wir ein AM4-Mainboard, im Test haben wir ein Mainboard mit dem B450-Chipsatz. Diese bringen alles mit, was man für einen modernen Gaming-PC benötigt, die Preise beginnen um die 60 Euro. Wichtig sind die USB-3.0-Anschlüsse: Das HTC Vive und Windows Mixed Reality benötigen je mindestens einen, das Oculus Rift hätte gerne zwei. Dazu braucht man weitere Steckplätze für die Tastatur, die Maus sowie etwaige Sensoren. Die meisten Boards bringen entsprechend viele Steckplätze mit, neben den im Board integrierten sind meist mindestens zwei Steckplätze vorhanden, die USB-Anschlüsse im Gehäuse verbinden. Unser Tipp ist das Gigabyte B450M S2H, ein Micro-ATX-Board mit M.2-Schnittstelle.

Beim Arbeitsspeicher raten wir zu mindestens 8 GByte. Die Mainboards nehmen DDR4-Riegel auf, der Takt sollte bei mindestens 2666 MHz liegen. Auf unserem Testsystem konnten wir einen Leistungssprung von 8 GByte auf 16 GByte RAM nachvollziehen. Wer nicht gleich ein 16-GByte-Kit kaufen möchte, dem raten zu einem einzelnen 8-GByte-Riegel, damit später ein einfaches Upgrade möglich ist.

Das Upgrade auf 16 GByte RAM ist in jedem Fall sinnvoll. Zwar lief im Test mit 8 GByte RAM sowohl VR wie auch die Spiele Far Cry 5 und Middle-Earth: Shadow of War flüssig, doch mit 16 GByte RAM schafft man mehr Puffer und holt teilweise 10 fps mehr heraus. Das ist ein relativ einfaches Upgrade, nur die Slots sollte man sich nicht verbauen. Wir haben die Benchmarks zusätzlich mit 32 GByte RAM durchgeführt. Auch hier ist ein Plus bemerkbar, aber lang nicht so enorm wie beim Sprung von 8 auf 16 GByte.

Wichtig: Die Mainboards betreiben den Speicher standardmäßig mit einem Takt von 2133 MHz. Das bringt massive Einbußen mit sich, entsprechend sollte man die Einstellungen im BIOS beachten. Zudem kann es sich lohnen, integrierte Übertaktungsfunktionen zu nutzen. Die meisten RAM-Riegel haben deutlich mehr Potential, die automatischen Übertaktungs-Features arbeiten zudem konservativ genug, dass kein Schaden auftreten sollte.

In diesem Build setzen wir auf zwei Massenspeichertypen: Eine schnelle SSD für das Betriebssystem und eine große Magnetfestplatte für Daten. Tatsächlich wäre es auch denkbar, die Festplatte erst einmal einzusparen, um dafür eine größere SSD zu installieren. Anders herumempfehlen wir es nicht. SSDs sind deutlich schneller als Festplatten, gerade Windows profitiert davon enorm. Zudem gibt es mittlerweile keinen Grund mehr, auf eine SSD zu verzichten. Die Preise fallen zum Zeitpunkt des Artikels enorm, selbst Speicher mit mehr als 512 GByte Platz sind bereits für um die 50 Euro zu bekommen.

Wenn es das Mainboard zulässt, sollte man zudem einen M.2- bzw. NVME-Speicher in Betracht ziehen: Diese sitzen direkt am PCI-E statt am SATA-Bus. Damit unterliegen sie nicht der SATA6-Begrenzung von (theoretischen) 600 MByte/s. Die NVME-Produkte sind inzwischen preislich ebenfalls in interessanten Regionen angekommen, auch wenn sie nicht ganz so günstig sind, wie ihre SSD-Gegenstücke. Sie setzen aber einen M.2-Anschluss auf dem Mainboard voraus, der vor allem bei günstigen Systemen nicht immer vorhanden ist. Aus der Erfahrung heraus lohnt es sich nicht, unter 240 GByte zu gehen, mehr ist hier in den meisten Fällen besser.

Wir raten dazu, Windows auf der SSD zu installieren. Je nach Platz kann man auch die Spiele darauf ablegen. Hier ist man dank der Game-Launcher wir Steam, Uplay oder Origin flexibel: Spiele-Daten kann man problemlos von einem Speicher auf den anderen kopieren, solange sie in Ordnern landen, die im Launcher als Bibliothek hinterlegt sind. So kann man etwa Platzfresser auf die klassische Festplatte auslagern und nur dann auf die SSD kopieren, wenn man wirklich mit ihnen spielen will.

Die wichtigste Komponente ist die Grafikkarte. Sie liefert die Power, die für VR und 1080p-60FPS-Gaming notwendig sind. Die Grafikkarte war lange Zeit auch der Knackpunkt. Vor allem durch den Hype rund um Kryptowährungen, die mit GPUs geschürft wurden, war der Markt so aufgeheizt, dass Grafikkarten fast unbezahlbar waren. Das ändert sich zum Glück, auch weil mit der Radeon RX 580 eine vernünftige Konkurrenz zu den Karten von Nvidia am Markt ist. Wir empfehlen bei AMD eine Karte mit 8 GByte dediziertem Grafik-RAM. Diese gibt es bereits ab 185 Euro (Preisvergleichsübersicht). Für unser Testsystem nutzen wir eine Sapphire Nitro+ RX 580 für knapp 220 Euro, die ihre Aufgaben sehr gut erfüllt.

Wer unbedingt eine Nvidia-Karte nutzen möchte, der sollte mindestens zu einer mit GTX 1060 Chipsatz und 6 GByte RAM greifen. Interessanter sind da aber schon die neuen RTX-20xx-Karten, die preislich aber noch weit von den Radeon-580-GPUs entfernt sind.

Da die GPU der wichtigste Punkt ist, empfehlen wir hier möglichst keine Abstriche zu machen. Lieber spielt man einen oder zwei Monate mit einer kleineren Festplatte und investiert mehr in den GPU, als sich immer wieder zu ärgern.

Beim Gehäuse ist das wichtigste Kriterium, dass die Grafikkarte genügend Platz hat – um alle anderen Punkte kann man herumarbeiten, um dieses nicht. Das knapp 18 Euro teure Inter-Tech B30 nimmt Grafikkarten bis 35 cm Länge auf, hat also selbst für große Karten Platz. Dazu bietet es zwei USB-A-Steckplätze an der Front, sodass man flexibler bei den Anschlüssen ist. Zugegeben, es ist ein schwarzer Kasten, aber bei dem Preis kann man wenig meckern.

Eine Alternative für weniger als 19 Euro ist das Aerocool CS-102. Es nimmt zwar nur Grafikkarten bis maximal 24 cm Länge auf (hier sind passende RX-580-Karten im Geizhals-Preisvergleich), dafür hat es aber neben den beiden USB-2.0-Anschlüssen auch einen USB-3.0-Anschluss an der Front.

Beim Netzteil wirft uns der Power Calculator von Cooler Master einen Verbrauch von 405 Watt aus und empfiehlt mindestens ein Netzteil mit 455 Watt (es fließen die CPU, zwei 8 GByte RAM-Riegel, die GPU sowie zwei USB 3.0 und ein USB 2.0 Gerät plus Tastatur und Maus ein). Wir empfehlen mindestens ein 550 Watt Netzteil, das den 80+ Bronze Standard erfüllt.

Maus und Tastatur erwähnen wir hier nur am Rande. Wer keine besitzt und sich auch keine organisieren kann, dem raten wir zu einem simplen Set, etwa dem von Asus für knapp 10 Euro. Wobei wir hier auch eher dazu raten, alte Eingabegeräte weiterzunutzen und die 10 Euro lieber in eine größere SSD, RAM oder die Grafikkarte zu investieren. Maus und Tastatur lassen sich später problemlos nachrüsten.

Das größte Einsparpotential ist der eigene Zusammenbau. Das ist tatsächlich deutlich einfacher, als es von außen wirkt. Wer ein Lego-Modell zusammensetzen kann, der kann auch einen PC bauen. Wichtig ist nur, sauber zu arbeiten und genau nachzusehen, welche Komponenten wohin gehören. Idealerweise holt man sich Hilfe oder sieht sich ein paar Youtube-Videos an. Auch die Kollegen der c’t haben passende Workshops, etwa hier im Video oder im Heft „c't Wissen PC Selbstbau”.

Ein paar wichtige Punkte aus dem Zusammenbau für diese Artikel:

  • Die Boxed-Version der AMD-CPU hat bereits eine Schicht Kühlpaste, sodass man diese nicht extra kaufen und auftragen muss.
  • Vorsicht, die Pins der CPU sind sensibel. Es gibt genau eine Position, in der sie einfach „hineinrutscht”, das sollte ohne großen Widerstand gehen. Hier sollte man in jedem Fall die Handbücher konsultieren.
  • Vor dem Einbau des Bords sollte man das Abdeckblech zu den Steckplätzen im Gehäuse einsetzen. Aus Erfahrung findet man dieses meist erst, wenn alle anderen Komponenten fest verbaut wurden.
  • Bevor man das Board einschraubt, sollte man zwei Dinge prüfen: Sind alle Abstandshalter an der richtigen Position? Und wie wird der CPU-Kühler am Bord befestigt? Eventuell müssen hier die Stege entfernt werden.
  • Beim RAM-Einbau müssen die seitlichen Laschen zuvor zurückgeklappt werden. Der Riegel hat einen Ausschnitt, der nur in einer Position in die Nut im Slot passt. Hier sollte man den Riegel vorab hinhalten. Die Riegel werden mit leichtem Druck eingesetzt, bis die seitlichen Verriegelungen einschnappen.
  • NVMEs werden teilweise unter der Grafikkarte verbaut, das sollte man vorab prüfen.
  • Die Grafikkarte ist die schwerste Komponente, sie sollte am Rahmen gut gesichert sein. Auch hier hilft leichter Druck beim Einsetzen, bis die seitlich sichtbare Klammer am PCI-Slot einschnappt. Wer die Grafikkarte entfernen möchte, der muss diese Klammer vorsichtig zurück drücken.
  • Vom Netzteil geht meist ein Kabel zum GPU (oft PCI-e beschriftet), eins zur CPU (CPU oder ähnlich) und ein breiter Stecker zum Mainboard. Es kann sein, dass der Stecker acht Pins hat, aber nur sechs auf dem Board sind – kein Problem, solange mehr Stecker am Netzteil sind als am Board oder der GPU, macht das nichts. Wenn der PC nicht anspringt, dann sollte man hier checken, ob wirklich alles korrekt verkabelt wurde. Im Zweifel helfen das Handbuch des Mainboards, der Grafikkarte und der CPU.
  • Die SSD und Festplatte sollte stabil im Gehäuse verschraubt werden, die Schrauben sollte man handfest anziehen. Die beiden Speichermedien werden jeweils mit einem SATA-Datenkabel und einem passenden Stromstecker angeschlossen. Diese passen nur in einer Position hinein.
  • Die Position der SATA-Datenanschlüsse ist egal, Windows und andere Betriebssysteme erlauben die Auswahl des jeweiligen Speichers beim Setup.

Unser System haben wir mit der Oculus Rift und dem Windows Mixed Reality Headset, dem Lenovo Explorer (Testbericht), ausprobiert. Beide Systeme haben sich mehr als bewährt. Spiele wie Beat Saber, Space Pirate Trainer oder Skyrim VR liefen bei beiden Headsets flüssig und ohne Probleme. Doom VFR sieht ebenfalls verdammt gut aus, hohe Grafikeinstellungen sind kein Problem. Dafür zickt es bei den Eingabegeräten, die Oculus Rift geht nur über Umwege.

Tatsächlich waren wir fast überrascht, wie gut die Spiele und VR sogar mit „nur” 8 GByte RAM funktionieren. Die Grafikkarte liefert ordentlich Leistung, auch die CPU hat genügend Ressourcen. An die Grenzen kommt das System, wenn man Richtung 144fps oder 4K-Auflösungen geht. Gerade bei den hohen Auflösungen, also WQHD oder UHD, kann man mit den Texturen, Schatten oder ähnlichen Features spielen, um immer noch brauchbare Bildraten zu haben.

Natürlich unterstützt das System auch das HTC Vive (Testbericht), allerdings sollten Interessierte hier aufpassen, wenn sie das Kabellos-Kit für die Vive (Testbericht) nutzen wollen. Das führt wohl beim Ryzen-Systemen teilweise zu Problemen und Abstürzen.

Ja, auch 600 Euro sind ein ordentlicher Batzen Geld. Dafür bekommt man aber ein solides Gaming-System, das mit alten und neuen Spielen locker mithalten kann. Selbst Battlefield 5 ist laut der Gamestar mit unserer Kombination in Full-HD bei mehr als 50 fps spielbar. Ja, die PS 4 und ihr (gutes) VR-Headset (Testbericht) ist noch immer der günstigste Einstieg in die virtuelle Welt. Dafür hat man mit unserem Vorschlag alle Vorteile der PC-Welt: Unglaublich viele Spiele, Mod-Support für Beat Saber und Skyrim, keine Online-Kosten und kein Problem mit der Abwärtskompatibilität.

Wer sich also sowohl für einen neuen Spiele-PC wie auch VR interessiert, der findet in unserem Bauvorschlag ein System, das eine sehr gute Leistung für den Preis bietet.

Kompletter Beitrag

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Hands-on: Devolo Powerline-System Magic 2 im #Test #SmartHome

Devolo Powerline-System Magic 2

Das Smartphone, der Laptop, das Tablet, der Fernseher, die Spielkonsole, der Sprachlautsprecher und so weiter: Immer mehr Geräte in unserem Zuhause brauchen Internet – und zwar meist über WLAN. Das funktioniert natürlich nur mit ausreichend gutem Empfang. Wir haben das neue Powerline-System Magic 2 von Devolo ausführlich getestet.

Dicke Wände oder mehrere Stockwerke kann auch den besten Router in die Knie zwingen. Das heimische WLAN ist oft ein Ärgernis. Dabei ist nicht immer der Internetanbieter Schuld, sondern häufig der Router. Eine neue Generation von WLAN-Routern hat dem Funkloch nun den Kampf angesagt. Wir haben das neue Powerline-System Magic 2 von Devolo ausführlich getestet

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Streamingdienste erfordern ein gutes WLAN-Netzwerk

Mit dem Boom von Smart-Home-Geräten und Streamingdiensten wie Spotify oder Netflix ist ein stabiles WLAN-Netzwerk wichtiger denn je. Doch wenn das Internet zuhause mal wieder ruckelt, gibt man schnell dem Internetanbieter die Schuld – häufig zu Unrecht. Denn während viele Nutzer ohne mit der Wimper zu zucken 1000 Euro für ein Smartphone oder einen Fernseher ausgeben, spart man beim Router oft am falschen Ende. Hinzu kommt: Der Router steht gerne da, wo der Kabel- und Telefonanschluss ist – und das ist meist in der entlegensten Ecke der Wohnung. Das Ergebnis ist ein Funknetz, das häufig nicht einmal bis in die Küche reicht.

Mesh-Router: Keine Funklöcher mehr

Eine neue Generation von WLAN-Routern will das ändern. Mesh – das ist das englische Wort für Netz, so in etwa muss man sich die Technik auch vorstellen: Statt einem zentralen Router setzt man auf mehrere Geräte, die drahtlos miteinander verbunden sind und ständig im Austausch stehen. Ein Hauptgerät wird nach wie vor an die Internetbuchse angeschlossen, die Satelliten (quasi Verstärker) kann man nach Belieben in der Wohnung verteilen. Man benötigt lediglich eine Steckdose. Die Geräte werden via Knopfdruck oder App miteinander gekoppelt.

Der Vorteil: Mesh-Router bauen im Verbund (in Wohnungen reichen meist zwei, in großen Häusern mit mehreren Etagen zwei bis drei Geräte) ein flächendeckendes Funknetz auf, das trotzdem überall den vollen Speed garantiert. Dadurch wird auch die größte Schwachstelle von billigen WLAN-Repeatern behoben, die zwar die Reichweite des Netzwerks erhöhen – nicht aber die Geschwindigkeit.

Weg mit den Antennen

Ebenfalls praktisch: Das gesamte Mesh-Netzwerk läuft unter einem Netzwerknamen (die sogenannte SSID). Läuft man quer durch die Wohnung, verbinden sich Smartphone und Laptop automatisch mit dem Netzwerkknoten, der das stärkste Signal bietet. So muss man nicht mehr zwischen einzelnen Netzwerken hin- und herwechseln, das Routersystem übernimmt die Arbeit.

Ein solches System bietet jetzt der auch Devolo: Magic 2 – ein neues Powerline-System, mit dem man ein schnelles WLAN-Netzwerk mit Mesh-Funktion bis in die hinterste Ecke der Wohnung spannen kann. Und es hat gut funktioniert.

Mit Powerline-Systemen kann man die WLAN-Reichweite wunderbar auch über längere Distanzen und über mehrere Räume hinweg verlängern. Dass hat Devolo mit seinen dLAN-Adapter bereits gezeigt. Jetzt folgt der Hersteller dem Trend zum Mesh-Netzwerk und verkauft mit seinem Magic-System neue Turbo-Adapter, die die Funktion perfekt beherrschen.

Flotte Geschwindigkeit

Für den Test haben wir uns ausführlich mit dem Magic 2 Multiroom-Kit beschäftigt, das mit einem LAN- und zwei WLAN-Adaptern auch für größere Wohnungen ausreicht. Es kostet rund 300 Euro. Die „2“ zeigt an, dass es sich um die schnellere Version des Systems handelt, bei der in der Stromleitung theoretische Geschwindigkeiten bis zu 2400 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich sind. Außerdem haben die WLAN-Geräte jeweils zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse, der LAN-Adapter einen. Dabei handelt es sich allerdings um Übertragungs-raten, die lediglich unter idealen Bedingungen möglich sind. In der Realität sind schon 500 Mbit/s sehr erfreulich. Und was das betrifft, hat das Magic-2-System nicht enttäuscht. Bei Distanzen bis rund 30 Meter betrug der Datendurchsatz an verschiedenen Steckdosen oft 500 bis 600 Mbit/s, manchmal war es auch ein bisschen mehr, gelegentlich aber auch deutlich weniger und im schlechtesten Fall ging die Rate deutlich runter.

Devolo Smarthome Lösung

Andere Geräte bremsen

Das liegt daran, dass Powerline-Übertragungen immer noch sehr störanfällig sind. So darf man Adapter auf keinen Fall in Mehrfachsteckdosen stecken und sollte auch keinen weiteren Verbraucher bei Doppel-Steckdosen in der Wand anschließen. Es gibt viele mögliche Störeinflüsse, von der Waschmaschine bis hin zum Smartphone-Ladegerät. Wer hätte gedacht, dass z.B. Energiesparlampen das Powerline-System ausbremsen? Was mit den Magic-2-Adaptern möglich ist, hängt also sehr von den Umständen ab. Man kann aber sagen, dass sich das Devolo-Equipment sehr gut schlägt und wirklich hohe Geschwindigkeiten ermöglicht.

Mesh funktioniert

Was die Mesh-Funktion betrifft, gibt es zwischen den Varianten keine Unterschiede. Beide spannen ein Netz mit einheitlicher SSID (Netzwerkname) und funken im WLAN mit bis zu 1200 Mbit/s und 2,4 oder 5 Gigahertz (GHz). Dabei wählen sie automatisch das günstigere Frequenzband und Geräte werden immer mit dem stärksten Zugangspunkt verbunden. Das hat im Test meistens gut funktioniert.

Grundsätzlich arbeiten die Devolo-Adapter auch problemlos mit einer Fritzbox zusammen und übernehmen per WPS die SSID, aber sie spannen nicht wirklich ein gemeinsames Mesh-Netzwerk. Das bedeutet, dass ein Gerät, das mit dem AVM-Router verbunden ist, erst ins Magic-WLAN wechselt, wenn die Verbindung zur Fritzbox abreißt oder man die Verbindung kurz unterbricht. Hier lohnt es sich wohl eher, Powerline-Geräte von AVM zu kaufen. Ansonsten konnte das Magic-2-System rein technisch absolut überzeugen. Bei den Anleitungen zur Installation des Systems sollte man am besten die App benutzen.

Der Nutzer kommt irgendwann dahinter, dass man ein neues Netzwerk spannen, ein bestehendes erweitern und Mesh-Funktionen verwenden kann, und dafür jeweils unterschiedliche Vorgehensweisen nötig sind. Das sollte allerdings zu Beginn der Einrichtung geklärt und die richtige Reihenfolge bei der Inbetriebnahme angezeigt werden. App und Desktop-Anwendung könnten allerdings etwas übersichtlicher gestaltet sein und den Nutzer unkomplizierter zur Benutzeroberfläche der Adapter führen.

Ausstattung des Devolo Magic 2 LAN

Devolo Magic 2 LAN verfügt über einen LAN-Anschluss mit Gigabit-Tempo (1.000 Mbps). Devolo Magic 2 WiFi besitzt je zwei LAN-Anschlüsse mit 1.000 Mbps. Das WiFi-Modell funkt per WLAN-n mit bis zu 300 Mbps und per WLAN-ac mit bis zu 867 Mbps parallel auf den 2,4- und 5-Gigahertz-Frequenzbändern. Jedes Gerät – ganz gleich, ob LAN oder WiFi – hat eine integrierte Steckdose

Fazit zum Hands-on

Alles in allem ist Devolo Magic 2 eine sehr schnelle Powerline-Lösung mit Mesh-Funktion, die grundsätzlich auch flott in Betrieb genommen ist. Der Hersteller sollte allerdings die Formulierungen zur Installation ein bisschen übersichtlicher gestalten. Devolo Magic 2 LAN kostet ungefähr 79,90 Euro (ein Adapter) beziehungsweise 149,90 Euro (Starter Kit). Für Devolo Magic 2 WiFi legen Sie 129,90 Euro (Einzelgerät), 199,90 Euro (Starter Kit) beziehungsweise 299,90 Euro (Multiroom Kit) hin.

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Fokus an, Welt aus: Panasonic Headset „Wear Space“ #VIDEO

Panasonic Headset

Mit weniger Umgebungsgeräuschen und weniger Sicht zu mehr Konzentration bei der Arbeit: Panasonic setzt bei neuem Kopfhörer auf Crowdfunding.

Was Pferde seit langem vor unnötigen Reizen schützt, soll in modernen Büros das konzentrierte Arbeiten erleichtern. Panasonic hat einen ohrumschliessenden Kopfhörer mit Noise-Cancelling-Technologie zu einem Sichtschutz erweitert, der den Träger von seiner Umgebung abschirmen kann.

Das Wear Space genannte Headset des japanischen Konzerns soll etwa an einem Arbeitsplatz in unruhigen Grossraumbüros oder Coworking-Räumen Geräusche und Ablenkungen ausblenden.

Abschottung von Lärm und Trubel

Der u-förmige Blickschutz blendet das periphere Blickfeld aus und reduziert laut dem japanischen Unternehmen die Sicht um 60 Prozent. Wie stark das integrierte Noise-Cancelling des Bluetooth-Kopfhörers die Umgebungsgeräusche unterdrücken soll, lässt sich per App festlegen.

Bislang hat Panasonic über seinen Produktdesign-Ableger Future Life Factory einen Prototyp entwickelt, die Realisierung des Gadgets soll nun über Crowd-Finanzierung erfolgen – ein Novum für das 100 Jahre alte Tech-Unternehmen. In der Regel sind es Startups und kleine Firmen, die Crowdfunding-Plattformen nutzen, um sich die notwendigen Finanzmittel für die Umsetzung einer Idee zu beschaffen.

Novum: Tech-Konzern setzt auf  Crowdfunding

Das Finanzierungsziel von 116 500 Euro ist bereits zu 57 Prozent erreicht. Bei Erfolg der Kampagne auf der japanische Plattform GreenFundingsoll Wear Space zunächst in einer limitierten Stückzahl hergestellt werden. Geplant sind 500 Einheiten.

Um die Markteinführung zu beschleunigen und interne Abstimmungsprozesse zu verkürzen, soll Wear Space auch nicht unter der Marke Panasonic herausgebracht werden. Die Auslieferung ist für August 2019 geplant, Wear Space kostet rund 225 Euro.

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