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Vodafone Gigacube: stationärer LTE-Router im Test

Strom rein, Internet da. Das verspricht Vodafone mit dem LTE-Router Gigacube. Wir haben das Gerät getestet, zeigen seine Stärken und stellen die Tarife dazu vor.

Der weiße, runde Plastikturm des Gigacube sieht gefällig aus. Er ist in die die Höhe gebaut ist und braucht weniger Standfläche als etwa eine breit stehende Fritzbox 7580 (Testbericht) oder eine flach liegende Fritzbox 7590 (Testbericht). Die sich nach oben hin leicht verjüngende Turmform erlaubt im Inneren auch eine gute Positionierung der LTE- und WLAN-Antennen.

Besonders praktisch ist, dass der Gigacube, der eigentlich ein umbenannter Huawei B528s-23a ist, neben den normalen Anschlüssen (Strom, LAN-Buchse, Festnetztelefon) zwei TS-9-Buchsen mitbringt. Damit lassen sich externe Antennen anschließen, die den Empfang in schwierigen Umgebungen verbessern. Antennen mit dem größeren SMA-Stecker lassen sich per Adapter oder über passende Pigtail-Kabel anschließen.

Ansonsten ist der Lieferumfang spartanisch: Neben dem Gigacube gibt es ein Netzteil, ein LAN-Kabel sowie eine Anleitung.

Der Gigacube funkt auf den hierzulande wichtigsten 4G-LTE-Frequenzen bei 800, 1800 und 2600 MHz. Sollte er auf allen diesen Bändern kein Internet bekommen, sei es nun wegen Netz-Überlastung oder mangels Flächenausbau, kann er auf das langsamere 3G-UMTS oder 2G-GSM zurückschalten. Im WLAN überträgt der Gigacube das Internet an die Endgeräte per 802.11 b/g/n/ac bei 2,4 GHz und 5 GHz an bis zu 64 WLAN-User.

Interessant ist, dass der Router hinten eine Buchse für die Festnetztelefone bietet. Diese wird von Vodafone nicht näher beschrieben und offenbar auch nicht beworben. Vermutlich verkauft Vodafone lieber einen gesonderten Handy-Vertrag und gibt einen Rabatt für Kunden, die einen Gigacube-Tarif dazu kombinieren.

Die Einrichtung geht erfreulich einfach und schnell. Unten die mitgelieferte SIM-Karte einstecken, 230-Volt-Strom anschließen und 27 Sekunden später hat sich vorne die Farbe der Signal-LED von Rot auf Blau geändert. Ab diesem Moment stand das Internet auch mit LTE-Speed im WLAN-Hotspot auf 2,4 GHz und 5 GHz bereit. Nicht einmal eine SIM-PIN wurde vom Router abgefragt. Die für die WLANs notwendigen Passwörter sind am Boden des Gigacubes aufgedruckt. Nach der Eingabe konnte unser Test-Smartphone sofort online gehen.

Bei den Messungen im Haus geht es um die Frage, ob der Gigacube einen herkömmlichen DSL- oder Kabel-Router samt eingebautem WLAN dauerhaft ersetzen kann. Zu diesem Zwecke stellen wir den Gigacube an die gleiche Position im Dachgeschoss (DG) einer Wohnung, an der zuvor auch schon die DSL-Fritzboxen zeigen mussten, wie weit sie das Internet per WLAN in die umliegenden Zimmer transportieren konnten.

Dann wandern wir mit dem Test-Smartphone, einem Sony Xperia XZ Premium (Testbericht), sechs Räume ab und messen den Durchsatz. Die vorsätzliche Router-Position rechts oben in der Grafik ist für eine gleichmäßige WLAN-Durchdringung der Wohnung gewollt ungünstig, weil dadurch in den Räumen 3 und 4 nur wenig WLAN ankommt. Just deshalb zeigt die Speed-Kurve bei schwachen WLAN-Routern in Zimmer 3 und 4 oft einen Durchhänger.

Für den LTE-Empfang dagegen ist die Router-Position rechts oben im DG vorteilhaft, weil hier ein Fenster per Zufall just in die Richtung eines großen Vodafone-Funkturmes zeigt, der etwa 600 Meter Luftlinie entfernt steht.

Die Testwohnung erreicht mit Telekom-VDSL-100 stabile 100 Mbps und Vodafone-Kabel-500 mit stabilen 500 Mbps. Diese Downloadwerte waren fast rund um die Uhr mit sehr geringen Schwankungen verfügbar. Das LTE aus dem Gigacube mit der zugehörigen SIM von Vodafone dagegen hatte am gleichen Standort je nach Uhrzeit enorme Schwankungen von unter 5 Mbps bis über 50 Mbps. Die folgenden Messungen fanden im August 2018 mittags gegen 13:00 Uhr statt, um diese Zeit maßen wir die schöneren Werte. Eine Erklärung für die Schwankungen sind die Shared-Medium-Nachteile von LTE: Je mehr Anwender an einer Zelle angemeldet sind, desto weniger Bandbreite ist für alle verfügbar.

Seinen großen Vorteil spielt der Router da aus, wo es kein Breitband aus der Dose gibt. Für die Messung haben wir den Gigacube samt einem tragbaren 230-Volt-Powerpack von Pearl eingepackt. Mit diesem Gespann besteigen wir die Münchner Flughafen-Linie-S8 bei Daglfing und fahren über München-Ostbahnhof quer durch die City, über Pasing bis zum Westkreuz und dann übers flache Land mit der S6 zum Starnberger See hinaus und wieder zurück.

Bei diesem Hindernislauf muss der Gigacube in der S-Bahn viele unterschiedliche LTE-Situationen bewältigen: oberirdisch, unterirdisch, dicht besiedelte Stadtgebiete, locker bebaute Vororte, sowie eine kilometerlange Waldstrecke im Würmtal, kurz vor Starnberg.

Die Messwerte notieren wir immer nur beim Ausfahren aus den 21 S-Bahnhöfen. Da sich die Gleise, Bahnhöfe und damit unsere Messpunkte über einen längeren Zeitraum hinweg nicht verschieben, können wir diese Messfahrten auch mit anderen LTE-Routern (und anderen LTE-SIM-Karten) vergleichbar wiederholen. Zwischen den Bahnhöfen dagegen nahmen wir nur Stichproben, vor allem in der langen Waldstrecke, die vor lauter Bäumen keinen markanten Fixpunkt hat.

Das Beste gleich vorweg: Der Gigacube von Vodafone hat sich auf der gesamten Strecke von Daglfing im Münchener Osten bis zum Starnberger See und Retour wacker geschlagen.

Der beste Download-Speed kam rund um den oberirdischen S-Bahnhof München-Pasing mit 102 Mbps Download (DL) und 26,4 Mbps Upload (UL). Die zweitbeste LTE-DL-Versorgung hatten wir rund um die oberirdische Haltestelle Hackerbrücke mit 52 Mbps DL und satten 41,7 Mbps UL. Sogar im kilometerlangen Würmtal-Waldstück kurz vor Starnberg kam nonstop ein brauchbares Internet. Das ist besonders nennenswert, weil die meisten kleineren LTE -Router in unseren Messungen das Internet in der S-Bahn nur sporadisch hereinholen konnten. Hier kann die größere Bauform des Gigacube punkten.

In der Tabelle zeigen wir die Werte an den 21 Messstationen. Dazu notieren wir auch den Ping. Positiv ist, dass der Gigacube in den fünf unterirdischen Bahnhöfen vom Rosenheimer Platz bis einschließlich Hauptbahnhof das Internet zwar langsamer in die S-Bahn holt als oberirdisch, die Verbindung aber anders als beim kleinen Huawei-LTE-Router E5788 nie komplett abreißt.

Den Router gibt es in zwei Versionen: Die Vodafone-Edition als Gigacube samt SIM-Karte oder als Geräte mit entsperrter SIM, letztere allerdings nur über Ebay. Wer den Router direkt über Vodafone kauft, zahlt einen Euro für die Hardware und entsprechend mehr für die monatlichen Kosten. Bei Amazon wird das Gerät ebenfalls verkauft, allerdings über einen Umweg: Der Versender Crebyte liefert im Grunde nur eine Karte mit dem Link auf www.vodafone.de/spezialangebote. Das kann man sich sparen, wir haben das Angebot der Übersicht halber in unseren Preisvergleich aufgenommen. Sollten sich die Angebote ändern, aktualisiert sich die Übersicht automatisch.

Die von Vodafone mitgelieferte SIM-Karte funktioniert in ganz Deutschland, aber leider nicht im Ausland. An optimalen Standorten werden theoretisch bis zu 200 Mbps Download-Speed versprochen: Das wäre viermal schneller als VDSL-50 und doppelt so schnell wie VDSL-100. Das ist aber abhängig vom Ausbau, Vodafone stellt dazu eine Online-Karte bereit.

Im August 2018 gab es zwei Volumen-Angebote für Dauernutzer:

  • 50 GB für Normalsurfer für knapp 35 Euro pro Monat.
  • 200 GB für Vielsurfer für knapp 45 Euro pro Monat.

Die Verträge laufen 24 Monate. Ist das Volumen aufgebraucht, wird der Speed massiv gedrosselt, tröpfelt aber weiter. Weitere Informationen stehen auf der Webseite zum Gigacube. Einen potentiellen Pferdefuß gibt es im Kleingedruckten. Dort schreibt Vodafone: "Vodafone behält sich vor, dass Videos auf SD-Qualität (480p) beschränkt sind, sofern dies rechtskonform (insbesondere in Einklang mit Verordnung (EU) 2015/2120) unter Berücksichtigung der Verwaltungspraxis und der Rechtsprechung erfolgt."

Ja, das mag Sinn machen, um das Netz vor Verstopfung durch Streamer und den Kunden vor zu schnellem Verbrauch seines Volumens zu schützen. Gleichzeitig fühlt es sich einfach komisch an, wenn ein Konzern pauschal in den Datenstrom eingreift und die Bildqualität herunterregelt.

Daneben bietet unser Testgerät eine Tarif-Variante namens Gigacube Flex: Da wird der Monatspreis nur fällig, sofern der Gigacube auch wirklich genutzt wurde. Das klingt perfekt für gelegentliche, nomadische Nutzung irgendwo im Inland. Wird der Gigacube monatelang nicht genutzt, dann sollte man ihn vorsichtshalber erst gar nicht an den Strom stecken, damit nicht aus Versehen Daten gezogen werden.

Sollte der Kunde mit dem Daten-Volumen nicht über den Monat kommen, so kann er jederzeit auch einzelne Pakete nachbuchen. Diese Nachschläge sind allerdings relativ teuer: Etwa 25 GB für 24,99 oder 1 GB für 2,99 Euro. Im Test war das Nachbuchen geradezu erschreckend einfach: Der Tester drückte beim teuersten Häppchen auf „Jetzt kaufen“ und schon war es passiert. Das Guthaben schnellte sofort über die 200 GB hinaus und die 24,99 Euro waren weg. Eine zusätzliche Abfrage oder einen Storno-Knopf gab es nicht.

Rein technisch klingt LTE Cat6 mit 300 Mbps LTE nicht mehr so aufregend. Immerhin gibt es schon viel kleinere Router mit 1000 Mbps LTE wie dem Huawei E5788 (Testbericht). Doch im echten Leben kommt es beim Funk auf die Antennen an: Der Gigacube hat große LTE- und WLAN-Antennen im Bauch und das mit ordentlichen Abständen. Das gibt ihm robuste Sende- und Empfangseigenschaften, sowohl bei LTE wie auch beim WLAN.

Im stationären Betrieb hat er das Internet nicht schlechter aus der Luft geholt und lokal verteilt, als eine FRITZ!Box 7590 am VDSL-50-Anschluss im gleichen Standort. An einem guten VDSL-100 schneidet die 7590 allerdings besser ab. Außerdem kommt VDSL mit weniger Schwankungen als LTE. Wo sonst nur langsames Internet vorhanden ist, liefert der Gigacube eine sinnvolle Alternative, solange man sich nicht für das Thema Streaming interessiert.

Schade, dass Huawei den Router nicht direkt in Deutschland vertreibt, denn die Hardware hat uns im Test sehr gut gefallen. So ist man auf Ebay-Käufe angewiesen, wenn man den Router ohne Vodafone-Bindung betreiben möchte.

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Samsung Music erhält neue UX und „Support” für Spotify

Das Musikgeschäft ist in den letzten Jahren immer härter geworden, was nicht zuletzt an Streamingdiensten wie Spotify, Deezer und Co liegt. CDs werden nicht mehr allzu viel gekauft, da jeder seine Lieblingsmusik bequem auf dem Smartphone hören kann. Nun hat Samsung mal ein Update für den eigenen Music Player rausgehauen, welches eine neue UX mit sich bringt.

Aber nicht nur das, denn man hat auch die Unterstützung für Spotify hinzugefügt, die eigentlich keine Unterstützung ist, sondern nur zu Spotify weiterführt. Auch hat man die Tabs für Wiedergabelisten, Titel, Alben, Ordner usw. verändert und meiner Meinung nach etwas besser gestaltet.

Desweiteren hat Samsung eine Option zum Sortieren der Titel hinzugefügt und die Einstellungen des Musik Players etwas besser kategorisiert. Außerdem gibt es auch ein paar neue oder verbesserte Animationen im ganzen Player. Beim Beenden des Players spielt die Musik noch etwas weiter und wird stetig leiser bis sie ganz aus ist. Außerdem gibt es das sogenannte Crossfade. Also ob und wann genau der nächste Titel anfangen soll, während der Vorherige noch gespielt wird.








Speziell das Feature mit Spotify ist eigentlich nichts besonderes. Denn hier handelt es sich nicht um eine Mischung aus Samsung Music und Spotify. Es werden euch lediglich Empfehlungen zu Playlists bei Samsung Music für Spotify angezeigt. Nicht mehr und nicht weniger. Nach der Einstellung von Samsung Milk und Co. begnügt man sich nun mit einem Verweis auf den Marktführer.

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Sony Xperia XZ3 im Test: top Hardware mit Android 9 Pie

Das Sony Xperia XZ3 ist ein High-End-Smartphone mit hochwertiger Ausstattung und Android 9 Pie. Dennoch hatten wir Kleinigkeiten zu beanstanden. Warum es trotzdem eine Kaufempfehlung ist, verraten wir in unserem Testbericht.

Keine 30 Tage liegt die Vorstellung des Xperia XZ3 zurück: Anfang September hat der japanische Hersteller Sony sein neues Flaggschiff auf der IFA 2018 in Berlin enthüllt. Bereits in Kürze tritt es seinen Weg zu den ersten Kunden an. Wie vom Hersteller gewohnt, liegt das Smartphone in einer einfachen und umweltschonenden Verpackung. Auf der Vorderseite ist in holographischer Aufschrift der Name des Telefons abgebildet. Auf der Rückseite lesen Käufer einige technische Besonderheiten des Geräts wie OLED-Display und 64 GByte Speicher.

Zum Lieferumfang gehört das in Folie verpackte Smartphone. Unter einem Stück Karton liegen Schnellladegerät sowie ein Kabel von einem Meter Länge mit USB Type-C. Darüber lässt sich das Smartphone kabelgebunden laden. Drahtloses Laden mit dem Qi-Standard unterstützt das Xperia, wie es sich für diese Preisklasse gehört.

Außerdem liegen in der Box noch gute Im-Ohr-Kopfhörer bei. Sie klingen hervorragend und sind qualitativ verarbeitet. Allerdings ist der Anschluss der Kopfhörer nicht USB-C, sondern analoge eine Klinke mit 3,5 mm. Das ist an und für sich positiv und nicht Gegenstand der Kritik. Unpraktisch ist nur, dass das Smartphone keinen Klinkenanschluss besitzt, sondern voll auf USB Type-C setzt. Um die Kopfhörer benutzen zu können, muss der Nutzer immer auf den mitgelieferten Adapter mit 3,5 mm auf USB-C zurückgreifen. Damit geht Sony einen unhandlicheren Weg, als andere Herstel-ler wie Apple oder Motorola, bei denen sich die mitgelieferten Kopfhörer mit Lightning- oder USB-C-Anschluss ohne einen Adapter verbinden lassen.

Übrigens: Das kabelgebundene Laden des Akkus und zeitgleiche Musik hören funktioniert mit dem Xperia XZ3 lediglich über einen gesonderten 2-in-1-Adapter. TechStage hat solche Adapter für unterschiedliche Geräte getestet: Vergleichstest – 2-in-1-Adapter mit USB Type-C und 3,5 mm.

Das Design gefällt uns beim Xperia XZ3: Es spiegelt einerseits den Sony-Stil wieder, der sich deutlich von denen anderer Hersteller abhebt. Weder sieht es dem Galaxy S9 (Testbericht) ähnlich, noch einem Huawei- oder Apple-Smartphone. Andererseits ist das Xperia XZ3 deutlich runder und handlicher geworden als seine Vorgänger und Geräte der Xperia-Z-Reihe. Damit nimmt sich Sony einem Kritikpunkt an. Aufgrund des schlanken 2:1-Formats ist die Bedienung mit einer mittelgroßen Hand möglich, und das bei einem großen Bildschirm von 6 Zoll. Mit einem Gewicht von 193 g ist das Xperia jedoch nicht wirklich leicht, sondern etwas schwerer als der Durchschnitt.

Vorder- und Rückseite sind aus widerstandsfähigem Corning Gorilla Glass 5 gefertigt. Ein Rahmen aus Metall verbindet beide Seiten miteinander und sorgt für die nötige Stabilität. Alle Elemente gehen nahtlos ineinander über. Großer Nachteil der glatten Glasoberfläche: Das Smartphone rutscht auf nahezu allen unebenen und leicht schrägen Untergründen. Smartphones mit rauer Metalloberfläche oder einem Kunststoffgehäuse sind hier besser aufgestellt, wie das Pocophone F1 von Xiaomi (Testbericht).

Das Xperia XZ3 ist IP68-zertifiziert und damit resistent gegen Staub und Wasser. Hamburg bei Re-gen und Aktivitäten bei schlechtem Hafenwetter bereiten den Sony Xperia keine Probleme. Selbst ein Tauchgang im Schwimmbecken stellt keine Herausforderung dar. Nur für dauerhaftes Tauchen im Badewasser ist das Telefon nicht ausgelegt. In jedem Fall gilt: Salzwasser mit Klar- oder Süß-wasser abspülen, um aggressiven Reaktionen entgegenzuwirken.

Auf der Rückseite des Xperia XZ3 befindet sich der schnell und zuverlässig arbeitende Fingerabdrucksensor. Nach wie vor ein wiederkehrendes Problem bei aktuellen Sony-Smartphones ist die Position des Fingerabdrucksensors: Er sitzt zu tief und der Anwender verwechselt ihn oft mit der Kameralinse. Auch die Kamera hätte ein wenig höher sitzen können, denn oft erschienen beim vertikalen Fotografieren die eigenen Finger im Bild.

Das Xperia XZ3 überzeugt nicht nur optisch, sondern auch technisch: Sony steckt in das 9,9 mm tiefe Gerät alles, was in einem Smartphone aktuell möglich ist. Die Arbeit verrichtet ein Snapdragon 845 mit einer Taktfrequenz zwischen 576 und 2803 MHz. Der Qualcomm-Prozessor verfügt über acht Kerne und greift auf einen Arbeitsspeicher von 4 GByte zurück. Im Vergleich zu anderen Top-Smartphones, wie dem Galaxy Note 9 (Testbericht), wirkt das recht wenig. Dennoch ist die Hardware beim Xperia XZ3 gut aufeinander abgestimmt. Das zeigt es in diversen Bewertungssystemen. So ist der Speicher – RAM und ROM – rund 15 Prozent schneller und leistungsstärker als beim Galaxy Note 9 mit 6 GByte.

Das Zusammenspiel hochwertiger Hardwarekomponenten und gut abgestimmter Software zeigt sich im Test: In allen Benchmark-Apps erreicht das Sony Xperia XZ3 die Spitzenposition. Im Antutu Benchmarkt knackt das Xperia XZ3 die 290.000er-Marke, wie die erst kürzlich eingeführten iPhone-Modelle von Apple sowie ein in China erhältliches Smartphone des Herstellers Meizu. Zahlen-technisch ist das Sony-Smartphone 40 Prozent schneller als das Huawei P20 Pro (Testbericht) und immerhin 11 Prozent im Vorsprung gegenüber dem Galaxy Note 9 von Samsung. Dieses in Fakten untermauerte Können ist auch im Alltag bei der Benutzung des Gerätes spürbar: Das Xperia arbeitet blitzschnell, öffnet und schließt Apps mit einem rasanten Tempo. Das trägt der Benutzerfreundlichkeit bei.

Der integrierte Speicher des Smartphones bietet Platz für 64 GByte. Davon stehen Nutzern rund 42 GByte für eigene Daten zur Verfügung. Das entspricht einem prozentualen Speicheranteil von 65 Prozent. Andere Smartphones mit gleicher Speichergröße bieten im Durchschnitt 71 Prozent, also rund 45,5 von 64 GByte. Zwei Gründe gibt es für den großen Speicherbedarf beim Xperia: Erstens gehören zur Firmware zwölf fest eingebaute Werbe-Apps. Zweitens unterstützt das das Smartphone Project Treble, also stets im Hintergrund laufende Updates und Upgrades. Hierfür ist eine Partition des Speichers notwendig. Wer mehr Speicher benötigt, kann bei Bedarf eine Speicherkarte im Format Micro-SD einsetzen. Welche Speicherkarten sich für Android-Smartphones am besten eignen, hat TechStage ausführlich getestet: „Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?“ Alternativ kann das Sony-Smartphone auch eine zweite Nano-SIM-Karte aufnehmen – es beherrscht also Dual-SIM.

Der fest verbaute Akku weist eine Kapazität von 3200 mAh auf. Bei moderater und gemischter Nutzung beträgt die Laufzeit elf Stunden. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Video bei maximaler Display-Helligkeit hat das Sony-Smartphone zehneinhalb Stunden mit einer Akkuladung erreicht. Ein Wert, der leicht über dem Durchschnitt liegt. Dennoch gibt es andere Smartphones, die noch besser aufgestellt sind – beispielsweise das Huawei Mate 20 Lite (Testbericht) mit 14 Stunden oder das bereits erwähnte Galaxy Note 9 mit 15 Stunden. Das kabelgebundene Aufladen mit dem Schnellladegerät nimmt eine Stunde und 55 Minuten in Anspruch. Nach 30 Minuten steht der Akku auf 33 Prozent. Das drahtlose Laden mit einer Leistung von 7,5 W dauert dreieinhalb Stunden.

Musik spielt das Xperia XZ3 über frontale Stereo-Lautsprecher ab. Diese ist laut und klar. Zusätzlich bietet das Telefon ein haptisches Feedback: Die Rückseite vibriert in vier Stufen. Der Effekt soll tiefe Töne, also einen Bass, simulieren. Bei der Musikwiedergabe und beim Zocken von Spielen ist das eindrucksvoll und funktioniert synchron. Legt man das Smartphone mit seinem leicht konvexen Rücken auf eine glatte Oberfläche, dreht es sich langsam entlang seiner Gierachse.

Das Xperia XZ3 hat schnelles LTE und WLAN 802.11 ac. Darüber hinaus verfügt es Bluetooth 5 und NFC. Radio zum Empfangen von Ultrakurzwelle (UKW) ist nicht vorhanden. Der Empfang und Klang beim Telefonieren war ohne Auffälligkeiten. Die Gesprächsqualität ist exzellent.

Zusätzlich zur hohen Verarbeitungsqualität und der guten Hardware will das Xperia XZ3 auch mit seinem Display überzeugen: Statt auf Flüssigkristall-Technologie setzt Sony auf einen OLED-Bildschirm. Eines der Vorzüge zeigt sich bei den Abmessungen: So schafft es auch Sony dieses Mal ein deutlich dünneres Gerät zu bauen als bisher. Das Xperia XZ3 ist 17 Prozent dünner als das Xperia XZ2 Premium (Testbericht) und 11,1 Prozent gegenüber dem Xperia XZ2 (Testbericht). Nutzer profitieren aber nicht nur von den geringen physischen Ausmaßen, sondern auch bei den Bildkontrasten. Diese belaufen sich beim OLED-Display bei 14000:1. Beim Vorgänger waren es LCD-typische 1350:1, trotz HDR-Fähigkeit.

Anders als andere Hersteller verzichtet Sony bei seinem Xperia XZ3 auf eine Einkerbung (Notch genannt), wie beim iPhone X (Testbericht) oder Asus Zenfone 5 (Testbericht). Links und rechts hat das Xperia dünne Ränder. Ober- und unterhalb des Bildschirms ist der Rand etwas dicker als an den Seiten, aber immer noch symmetrisch. Die Ecken der Anzeige sind abgerundet.

Das OLED-Display löst mit einer Auflösung von Quad-High-Definition+ auf, also 2880 × 1440 Pixel. Bei einer Diagonalen von 6 Zoll und einer Gesamtdarstellung von mehr als 4 Millionen Pixel beträgt die Schärfe überdurchschnittliche 536 Pixel pro Zoll (ppi). Auch mit der hohen Helligkeit von 977 Candela pro Quadratmeter punktet das Smartphone.

Während viele Hersteller von Smartphones Dualkamera einsetzen, verbaut Sony beim Xperia XZ3 lediglich eine einzige Kamera. Somit fehlt eine zweite Brennweite und die Bokeh-Möglichkeit. Die Hauptkamera auf der Rückseite erstellt Fotos mit 19 Megapixeln auf einem kleinen 1/2,3 Zoll großen Bildsensor. Die Blende ist mit einem Öffnungsverhältnis von f/2 nicht gerade lichtstark, außerdem fehlt ein Bildstabilisator (OIS). Die zum Benutzer gerichtete Kamera auf der Vorderseite macht Selfies mit 13 Megapixel.

Gut bis zufriedenstellend ist die Bildqualität zu bewerten. Die Kamera macht authentische Bilder mit realitätsnahen Farben. Auf Farbverstärkung verzichtet Sony dieses Mal gänzlich. Details sind sowohl bei Kunst- als auch Tageslicht vorhanden. Der Fokus reagiert schnell und ohne einen Pumpeffekt. An ihre Grenzen kommt die Kamera bei wenig Licht. Die Resultate sind noch brauchbar, allerdings mangelt es den Bildern an Schärfe. Hier kommt das Telefon nicht gegen die Konkurrenz von Apple, Samsung, Google und HTC an. Diese Hersteller setzen jedoch allesamt Bildsensoren von Sony ein. Schön wäre es, wenn Sony einen seiner bewährten 12-Megapixel-Bildsensoren mit großen Einzelpixeln nehmen und dazu eine lichtstarke Blende von f/1.7 mit einem OIS kombinieren würde.

Ein besonderes Merkmal der Xperia-Smartphones ist die dedizierte Kamerataste auf der rechten unteren Seite. Sie hat zwei Druckstufen zum Fokussieren und Auslösen. Zusätzlich dazu beobachtet und lernt eine KI-Komponente das individuelle Aufheben des Telefons durch den Nutzer und startet aktiv die Kamera, sodass diese für wichtige Momente sofort einsatzbereit ist. Das klappt verblüffend gut.

Für das Xperia XZ3 hat Sony die Kamera-Applikation überarbeitet. Die Oberfläche wirkt einfacher und aufgeräumter. Die wichtigsten Einstellungen, wie Bildportion, Modus oder Effekte, sind sinnvoll platziert und schnell zugänglich.

Das Xperia XZ3 ist eines der ersten Smartphones, das ab Werk mit Android 9.0 Pie läuft. Damit ist das Telefon hochaktuell und besser positioniert als ein Galaxy Note 9 mit Android 8.1 Oreo. Die 9. Hauptiteration von Android ist smarter, schneller sowie sicherer und bringt zahlreiche neue Funktionen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Allerdings ist dieser Wettbewerbsvorteil nicht von Dauer, da auch andere Hersteller – insbesondere Google – bald schon ähnliche Smartphones zeigen wollen, wenn sie schon nicht bestehende Geräte auf 9.0 Pie aktualisiert haben.

Das Sony Xperia XZ3 ist durch und durch ein Top-Smartphone – angefangen von der hochwertigen Verarbeitung und dem schönen Design über die starke Leistung bis hin zum erstklassigen OLED-Display. Hervorzuheben ist die Performance des Systems sowie die aktuelle Software. Außerdem sind Wireless Charging und eine IP68-Zertifizierung dabei. Beim Xperia XZ3 hat Sony ziemlich viel richtig gemacht und nur wenig falsch. Verbesserungs- und Innovationspotenzial gibt es bei der Kamera.

Trotz einiger Kleinigkeiten ist das neueste Sony-Smartphone eine Kaufempfehlung, zumal der aufgerufene Preis von 799 Euro noch einigermaßen erschwinglicher scheint, als die 999 Euro für’s Galaxy Note 9 oder die 1149 Euro für die neuen iPhones. In Preisvergleichen gibt es das Sony Xperia XZ3 schon ab 749 Euro.

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Nokia Camera Port bringt 3D Personas auch auf andere Smartphones ab Android 8.0


Die Kamera-Apps verschiedener Hersteller haben oftmals Funktionen im Gepäck, die man bei anderen eben nicht sieht. Die Offenheit von Android sorgt aber dafür, dass es ebenso oft nicht allzu lange dauert, um die Funktionen auch mit anderen Smartphones verfügbar zu machen. Berühmtes Beispiel ist hier der Port der Pixel Camera.

Auch einen neuen Port der Nokia Camera gibt es nun, verfügbar für diverse Geräte ab Android 8.0 Oreo. Bestandteil des Ports ist auch 3D Persona, Nokias Antwort auf Animojis und AR Emojis. Allerdings ist die Auswahl doch recht beschränkt, gerade verglichen mit Samsungs Angebot an AR Emojis.

Auch scheinen nicht alle Funktionen der Kamera-Software auf allen Geräten zu laufen. 3D Personas funktioniert zum Beispiel auf einem Galaxy Note 9 und einem OnePlus 6, auf einem Pixel 2 aber wiederum nicht. Im Zweifelsfall müsst ihr ausprobieren, was nun auf Eurem Gerät funktioniert oder nicht.

Der neue Port ist dem alten sehr ähnlich, nur dass diesmal eben auch die 3D Personas mit drin sind. Falls Ihr ausprobieren möchtet, findet Ihr den Download bei den XDA-Developers (Version 91.9.1130.40), ein Blick ins Forum kann sich bei Problemen eventuell auch lohnen.

-> Zum Beitrag Nokia Camera Port bringt 3D Personas auch auf andere Smartphones ab Android 8.0

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Apple Watch Series 4: Sturzerkennung manuell aktivieren

Die neue Apple Watch Series 4 hat ein paar neue Tricks und Verbesserungen beigebracht bekommen, dazu gehört auch die Sturzerkennung. Fällt man hin und die Sensoren bemerken dieses, dann wird im Falle der aktivierten Sturzerkennung beim Träger nachgefragt ob alles in Ordnung sei, andernfalls wird der Notfallkontakt informiert. Eigentlich eine gute Sache.

Stürze passieren häufig im Haushalt, gerade ältere Menschen sind da aufgrund nachlassender Muskel- und Sehkraft betroffen, ferner brechen sich diese ja auch oft schneller die Knochen bei einem Sturz. Laut einer Statistik gab es in Deutschland 2015 knapp 10.000 Tote durch Unfälle in Haushalten, da fallen dann auch die Sturztoten mit rein, sie machen rund 80 Prozent der Toten aus.

Stürze will die Apple Watch also erkennen, im Notfall dafür sorgen, dass ein Kontakt informiert wird. Hier hatte ich mich neulich mit einem Produkt-Manager von Apple aus den USA unterhalten können. Dieser erklärte, dass man die Sturzerkennung erst automatisch auf der Apple Watch Series 4 aktiviere, wenn der Träger 65 Jahre alt ist. Dies liege an den eben genannten Punkten, man gehe aufgrund der Erhebungen davon aus, dass man ab diesem Alter besonders gefährdet ist.

Will man die Sturzerkennung also nutzen, wenn man unter 65 ist, so muss man diese manuell aktivieren. Solltet ihr dies machen wollen, so findet ihr die Einstellung in der Apple Watch-App auf eurem iPhone unter „Notruf SOS“. Bedenkt aber: Je nach körperlicher Aktivität kann es auch eine falsche Erkennung, so genannte False Positives, geben – vielleicht, weil man die Apple Watch Series 4 bei besonders sturzbehafteten Sportarten trägt oder aus anderen Gründen heftige Bewegungen macht, die von der Watch als Sturz interpretiert werden.

-> Zum Beitrag Apple Watch Series 4: Sturzerkennung manuell aktivieren

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