Smartphones

Ratgeber: Fitness- und Lauf-Apps für Android

Mit den passenden Apps werden Smartphones zum digitalen Trainer. Wir stellen Programme und Zubehör vor.

Jedes moderne Android-Handy ist voll mit Sensoren. Es erkennt Schritte, kann dank GPS Position und Geschwindigkeit bestimmen und verbindet sich per Bluetooth mit Fitness-Trackern oder Pulsgurten. Die Speicher und Bildschirme sind groß genug, um Trainingseinheiten zu speichern und Anleitungsvideos unterwegs darzustellen. Wir stellen sechs Apps vor, mit denen man den inneren Schweinehund besiegt und aktiver wird.

Mit dem Galaxy S3 führte Samsung 2012 die Fitness-App Samsung Health ein, seit 2015 ist sie für alle Android-Geräte im Play Store erhältlich. Die App ist für die Koreaner mittlerweile der Mittelpunkt für Sport und Wearables geworden. Geräte wie der Gear Fit 2 Pro (Testbericht) oder die Gear Sport (Testbericht) liefern die Rohdaten, die Samsung in der App weiter aufbereitet. Angenehm ist, dass man sich zwar einen Samsung-Account anlegen kann, dieser aber nicht zwingen notwendig ist.

Zu Beginn legte die App beim Training einen Schwerpunkt auf reines Laufen, inzwischen gibt es auch Bodyweight-Übungen, mit denen sich Muskeln trainieren und Fett abbauen lassen. Diese sind durchaus fordernd, entsprechend sollte man sich langsam herantasten. Beim Laufen kann es ein Nutzer bis zum Marathon bringen, wobei wir Einsteigern von so einem schnellen Anstieg abraten. Doch gerade die einfacheren Programme, etwa rund um einen 5-Kilomenter-Lauf, sind ziemlich gut. Vor allem nervt die App den Nutzer so oft, dass man gar nicht anders kann, als sich eine wenig Zeit zu nehmen – und sei es nur, damit die App Ruhe gibt.

Samsung Health ist nicht nur komplett kostenlos, die App lässt sich auch problemlos auf Nicht-Samsung-Handys installieren. Für die Pulsmessung ist nicht zwingend ein Samsung-Wearable notwendig. Im Test konnten wir einen Polar H7 Pulsgurt problemlos mit der App koppeln und für die Herzfrequenzmessung nutzen.

Wir würden die App jedem empfehlen, der einen einfachen Einstieg mit einem leichten Trainingsprogramm sucht. Die Pläne von Samsung Health sind gut strukturiert und überfordern den Nutzer nicht.

Die Lösung von Huawei ist nicht nur im Namen dem Samsung-Pendant ähnlich. Wer die App mit der von Samsung vergleicht, wird auf einige Parallelen stoßen. Das mag daran liegen, dass auch diese App der Dreh- und Angelpunkt für die Fitness-Tracker von Huawei ist. Im Zweifel gilt aber: Lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht.

Der Schwerpunkt bei Huawei Health ist das Lauftraining, hier gibt es Programme von 5 Kilometern bis hin zum Marathon. Die Fitness-Daten empfängt die App wahlweise von einem Wearable wie dem Huawei Band 2 Pro (Testbericht) oder Bluetooth-Pulsmessern von Fremdherstellern. Explizit unterstützt werden der Polar H7 Pulsgurt, der Suunto Smart Belt sowie die Jabra Sport-Kopfhörer mit Pulsmessung. Mit dem Gurt von Polar gab es im Test keine Probleme, die Verbindung war stabil und zuverlässig.

Wir empfehlen die App allen, die eher an Laufen interessiert sind und vielleicht sowieso ein Wearable von Huawei haben. Auch diese Anwendung lässt sich kostenlos auf aktuellen Android-Handys installieren.

Fitbit ist nicht offen für Bluetooth-Pulsgurte von Drittherstellern. Die App dient vor allem der Kommunikation und Konfiguration der eigenen Wearables, etwa der Fitbit Versa (Testbericht). Neue Trainingseinheiten lassen sich direkt an den Wearables starten. In der App kann man die letzten Trainings anssehen und an virtuellen Wettkämpfen teilnehmen. Wer mehr Anleitung sucht, für den hat Fitbit den Coach im Angebot. Dies ist ein kostenpflichtiges Zusatzprodukt, das derzeit pro Jahr knapp 44 Euro kostet.

Runtastic ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Lauf-Apps. Das liegt zum einen daran, dass es die App schon seit 2009 gibt, zum anderen, dass Nutzer Social-Media-Konten gerne mit ihren „runtastischen” Läufe aktualisieren. So oder so, Runtastic hat einen sehr guten Ruf und bietet in der kostenlosen Version bereits ein einfaches Coaching und Aufzeichnen der Läufe. Als eine der wenigen Apps im Vergleich setzt sie dabei nicht nur auf Google Maps, sondern nutzt auch detaillierteren Karten von OpenStreetMap.

Premium-Kunden können verschiedene Pläne abonnieren und werden langsam an immer längere Strecken herangeführt. Die Kosten liegen dabei zwischen 19,90 für drei Monate und 49,90 Euro für ein Jahres-Abo. Alternativ kann man monatlich zahlen, dann wird es etwas teurer. Externe Bluetooth-Pulsgurte sind kein Problem, im Test verband sich der Polar H7 problemlos. Als einzige App zeigt Runtastic auch den Batteriestand des Gurtes an, sehr praktisch.

Alles in allem hat uns die App im Test gut gefallen. Die Aufzeichnung ist sauber, die Daten werden schön aufbereitet. OpenStreetMap kann vor allem in Parks seine Vorteile gegen Google Maps ausspielen, die Karten sind einfach deutlich ausführlicher.

Die große Konkurrenz zu Runtastic ist Endomondo. Diese gibt es seit 2007 in den App Stores, mittlerweile gehört sie zum Sportwäschehersteller Under Armor. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Laufen, auch hier können sich Premium-Kunden einen eigenen Plan passend für ihre Anforderungen erstellen. Der Trainingsplan wird an die jeweiligen Leistungen des Nutzers angepasst und ist so weniger starr. Die Premium-Version kostet jährlich knapp 30 Euro.

In der App hat uns gut gefallen, dass man eigene Trainingsrouten anlegen und für die anderen Endomondo-Nutzer freigeben kann. Gerade in einer fremden Stadt findet man so schnell eine gute Laufroute. Endomondo arbeitet mit Bluetooth-Pulsmessern zusammen, unser Polar H7 koppelte sich ohne Probleme. Interessant ist, dass Samsung Health die Daten von Endomono auswerten und in das eigene Dashboard integieren kann.

Wer mit Herzfrequenzzonen wenig anfangen kann, sollte einen Blick in die Running-App von Freeletics werfen. Diese setzt auf Intervalltraining statt Herzfrequenz und braucht kein externes Zubehör

Die verschiedenen Programme, benannt nach Göttern und Helden der Antike, laufen nach einem ähnlichen Schema ab: Erst muss man X Meter laufen, anschließend darf man Y Minuten zur Entspannung traben. Das ist überraschend motivierend und powert ziemlich aus. Intervalltrainings haben allerdings den Ruf, dass sich Anfänger gerne übernehmen.

Neben Running gibt es von Freeletics auch ein Bodyweight-Programm. Die Übungen verzichten auf zusätzliches Trainingsmaterial wie Hanteln oder ähnliches. Trotzdem sind die Trainingseinheiten überraschend fordernd, den eigenen Körper zu dehnen oder zu strecken produziert ordentlich Schweiß. Gut gefallen hat uns, dass man für die Übungen maximal eine Gymnastikmatte braucht, so dass man auch unterwegs keine Ausrede hat.

Freeletics bietet einen kleinen Teil seiner Apps kostenlos an, wer den vollen Funktionsumfang freischalten will, muss zahlen. Ein Monat kostet ab 12,99 Euro, die Jahreskarte kostet knapp 93 Euro.

Beim Thema Datenschutz sind zwei Apps in der Vergangenheit negativ aufgefallen. Strava und Polar waren zu geschwätzig, aus den veröffentlichten Trainingsdaten ließen sich Rückschlüsse auf Militärbasen und ähnliches ziehen. Das ging so weit, dass das US Pentagon den Einsatz von Apps mit GPS für Soldaten verboten hat.

Wer hiermit ein Problem hat, sollte die verschiedenen Einstellungen zum Datenschutz genau ansehen und im Zweifel eher mehr als zu wenig abschalten. Unsere Kollegen von heise haben in der heiseshow damals diskutiert, warum wir so viele Daten freigeben und welche Vor- und Nachteile dies gerade bei einer Fitness-App hat.

Zu Beginn sollte man sich aber nicht überfordern. Elmar Schuhmacher, Gründer von Aerobis Fitness in Düsseldorf sieht es so: „Für Anfänger gilt: keep it simple.” In unserem Test können wir das bestätigen. Es macht aber durchaus Sinn, sich beim Laufen zu Beginn zumindest grob an die Grenzen der Apps zu halten, selbst wenn einem dies zu langsam vorkommt. Der Körper muss sich umstellen und man sollte sich auf keinen Fall übermäßig anstrengen. Prof. Dr. Christine Graf, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, rät, mehrere Trainingsvarianten auszuprobieren. Man könne nicht sagen, ob Intervall oder Herzfrequenz die richtige Methode ist. Es sei es eine Frage der Neigung, so Prof. Dr. Graf.

Bei den virtuellen Coaches sind sich beide einig, dass man den Apps nicht blind vertrauen sollte. Prof Dr Graf: „Bei den virtuellen Trainern sollten Interessierte darauf achten, welches wissenschaftliche Konzept dahintersteht. Es sollte aktuellen Bewegungsempfehlungen entsprechen und keine Überlastungserscheinungen erzeugen. Im Zweifel sollte man das Programm mit seinem Hausarzt besprechen.” Elmar Schuhmacher sieht das ähnlich: „Virtuelle Coaches sind vor allem eines – virtuell. Trainingsplan hin oder her, der Trainierende muss seinen Allgemeinzustand und Übungsausführung intensiv prüfen, am besten in einem Spiegel. Oft sieht die Ausführung deutlich anders aus, als man es annimmt. Der Körper nimmt automatisch Schonhaltungen ein, die man selbst kaum mitbekommt. Auch die mentale und körperliche Verfassung muss regelmäßig geprüft werden.”

Der große Vorteil vom Lauftraining ist die geringe Hürde bei der Ausstattung. Wir empfehlen aber in jedem Fall gute, bequeme Laufschuhe und einen Pulsmesser, etwa einen Bluetooth-Brustgurt. Wer so etwas nicht möchte, kann zu einem Fitness-Tracker (Vergleichstest) oder einer Sportuhr (Überblick) greifen. Wer mehr unterwegs ist, kann aufrüsten. Im Herbst oder Winter empfiehlt sich eine Funktionskleidung, um nicht zu sehr auszukühlen. Wer gerne Musik hört, sollte sich einen Sportkopfhörer mit Bluetooth (Übersicht) oder Geräte wie den Bose SoundSport Pulse (Testbericht) ansehen, letzterer misst direkt den Puls.

Egal wie viel Sport man macht, Bewegung schadet nicht. Wer es langsam angehen lässt und regelmäßig trainiert, kann in relativ kurzer Zeit bereits erste Erfolgserlebnisse verbuchen. Beim Laufen ist eine App motivierend. Sie zeichnet nicht nur den aktuellen Lauf auf, sondern liefern auch historische Daten. Gerade das motiviert, man sieht, wie man immer besser wird.

Wichtig sind dabei die persönlichen Vorlieben. Und die findet man nur durch Ausprobieren heraus. Die vorgestellten Apps sind kostenlos, zumindest in ihrer Grundfunktion. Bei einem eigenen Test erkennt man recht schnell, auf welche Art von Training man am besten anspricht. Unsere Empfehlung ist aber in jedem Fall ein Pulsmesser, sei es als Fitness-Tracker oder als separater Bluetooth-Pulsgurt.

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Land Rover Explore im Test: ultimatives Outdoor-Handy?

Es wirkt extrem robust und kommt mit pfiffigen Ideen für den Outdoor-Einsatz: das Land Rover Explore. Warum das Handy in unseren Augen das fast perfekte Outdoor-Smartphone ist, erklärt unser Test.

Das Land Rover Explore entspringt einer Kooperation des Autoherstellers Land Rover und des Smartphone-Herstellers Bullitt Group, auch das von uns als gut befundene CAT S61 (Testbericht) stammt von dieser Firma. Schon beim ersten Blick auf das Land Rover Explore wird klar, dass Bullit wirklich Know-how in diesem Bereich hat. Das Handy wirkt superrobust, und obwohl es sich um ein Outdoor-Handy handelt, auf seine Art geradezu edel. Im Design des Smartphones findet sich sogar ein „echtes“ Stück Land Rover wieder: Die gitterförmige Abdeckung des Lautsprechers unterhalb des Displays ist dem Kühlergrill neuerer Land-Rover-Modelle nachempfunden.

Die robuste Haptik verdankt das Explore in erster Linie dem rundum laufenden Metallrahmen, der einen unverwüstlichen Eindruck macht. Dieser setzt sich beim Power-Button und Lautstärkewippe auf der linken Seite fort. Die Tasten sind aus Metall und haben ein eingefrästes Muster, das sie sehr griffig macht. Unten am Handy ist ein USB-Typ-C-Anschluss, oben eine Kopfhörerbuchse. Auf der Rückseite findet sich oben im linken Bereich die Hauptkamera des Smartphones, rechts davon ist das Land-Rover-Logo in die gummierte Oberfläche eingestanzt. Die Abmessungen des Land Rover Explore betragen 152 × 75,3 × 14 Millimeter bei einem Gewicht von 232 Gramm.

Unterhalb Kamera und Logo befinden sich acht vergoldete Kontaktpunkte zur Verbindung mit speziellem Zubehör, das magnetisch am Land Rover Explore haftet. Im Lieferumfang des Outdoor-Smartphones befindet sich dann auch gleich ein sogenanntes „Adventure Pack“. Zu diesem gehört ein externer Akku nebst integrierter GPS-Antenne, der sich eben dieser Möglichkeit zur Erweiterung der Funktionalität des Smartphones bedient. Einfach hinten aufgelegt ist die Verbindung über Magnet dann bombig fest und stabil.

Das sowieso schon hohe Gewicht des Explore steigt mit dem zusätzlichen Akku dann aber auf insgesamt knapp 420 Gramm. Auch die Dicke von mehr als zwei Zentimetern machen aus dem Smartphone einen ganz schönen Brocken. Dafür bekommt man allerdings eine Akkukapazität von insgesamt fast 8000 mAh und eine Antenne, wie man sie sonst nur in professionellen GPS-Geräten findet. Zum Adventure Pack gehört weiterhin eine Schutzhülle mit abnehmbarem Karabinerhaken für die Kombination aus Smartphone und Zusatzakku. Optional gibt es mit dem Akku-Pack noch eine 4370-mAh-Batterie zum Anstecken (ohne zusätzliche GPS-Antenne) und eine Fahrradhalterung inklusive Hülle (Fahrrad-Pack).

Für genügend Power sollen beim Land Rover Explore insgesamt zehn CPU-Kerne sorgen. Der Helio-X27-SoC des Herstellers Mediatek kommt mit zwei Cortex-A72-Kernen mit 2,6 GHz Maximaltakt, vier Cortex-A53-Kernen mit 2,0 GHz Maximaltakt und vier Cortex-A53-Kernen mit 1,6 GHz Maximaltakt. Neben 4 GByte Arbeitsspeicher hat das Outdoor-Handy 64 GByte internen Speicher. Zur Erweiterung gibt es einen MicroSD-Karten-Slot. Statt einer Speicherkarte kann in den Hybrid-Slot auch eine zweite Nano-SIM-Karte eingesetzt werden.

Ins mobile Internet geht das Explore per LTE mit bis zu 300 Mbit/s im Downstream. Mit Routern verbindet sich das Handy nach WLAN 802.11 a, b, g, n und ac im 2,4- und 5-GHz-Frequenzband. Neben NFC gibt es in Sachen Konnektivität noch Bluetooth in Version 4.1. Zur Navigation gibt es GPS, AGPS und GLONASS. Mit angedocktem Battery Pack des Adventure Packs greift das Handy außerdem auf eine zusätzliche GPS-Antenne für besseren Empfang zu. Der fest verbaute Akku des Land Rover Explore hat eine Kapazität von 4000 mAh und unterstützt die Schnellladetechnologie Pump Express des Chip-Herstellers Mediatek. Der Akku der ansteckbaren Zusatzbatterie hat eine Kapazität von 3620 mAh. Alternativ gibt es noch ein optionales Akku Pack, das eine zusätzliche Kapazität von 4370 mAh bietet.

Nach IP68-Zertifizierung ist das Land Rover Explore gegen Schmutz und Staub geschützt und nimmt auch bei längeren Tauchgängen keinen Schaden. Der Hersteller verspricht eine Sturzfestigkeit aus einer Höhe von bis zu 1,8 Metern. Weiterhin erfüllt das Handy einige Punkte der Militärnorm MIL SPEC 810G: Es hält Temperaturveränderungen zwischen minus 30 und plus 65 Grad aus, ist vibrationsbeständig nach Kategorie 4 und beständig gegenüber Feuchtigkeit und Salznebel.

Das 5 Zoll große IPS-Display des Outdoor-Smartphones mit von Werk aus aufgebrachter Schutzfolie löst 1920 × 1080 Pixel auf. Es ist laut Hersteller „optimiert für die Verwendung im Freien mit Ablesbarkeit bei Sonnenlicht sowie Bedienbarkeit mit nassen Fingern und Handschuhen“. Beides können wir nach unserem Test bestätigen. Für Letzteres muss der entsprechende Modus jedoch in den Display-Systemeinstellungen aktiviert sein.

Nicht nur, was die maximale Helligkeit und die Bedienung angeht, macht das Explore einen guten Eindruck: Blickwinkelstabilität und Farbwiedergabe gefallen uns sehr gut. Wer möchte, der kann selbst Hand an Kontrast, Sättigung, Farbtemperatur legen. Das entsprechende Optionsmenü nennt sich MiraVision und findet sich auch in den Systemeinstellungen unter dem Punkt Display. Zur besseren Lesbarkeit in der Nacht besteht außerdem die Möglichkeit den Bildschirm durch Aktivieren des entsprechenden Modus Gelb, Rot oder Orange einzufärben.

Die Hauptkamera des Explore mit Phasenvergleich-Autofokus löst 16 Megapixel auf und hat einen Dual-LED-Blitz. Vorne gibt es eine 8-Megapixel-Frontcam. Zwar liefert die Hauptkamera des Explore keine sonderlich satten Farben, dafür sind Kontrast und Schärfe stimmig. Es gelingen durchaus ansehnliche Ergebnisse mit der Knipse. Die Frontkamera hingegen konnte uns nicht überzeugen. Mit aktuellen High-End-Smartphones – immerhin ist das Explore mit 650 Euro nicht gerade ein günstiges Handy – kann das Outdoor-Smartphone nicht mithalten.

Etwas mehr als 94.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark stehen in der Regel für eine flüssige und reibungslose Systemperformance. Dsa bestätig die Praxis: Selbst viele gleichzeitig laufende Applikationen bringen das Smartphone nicht ins Straucheln. Der 4000-mAh-Akku bringt den Besitzer auch bei stärkerer Nutzung des Smartphones über knapp zwei Tage. Mit angesteckter Zusatzbatterie sind noch mal knapp zwei Tage drin. Im Outdoor-Einsatz mit nur mäßiger Nutzung rechnen wir mit einer Laufzeit von bis zu einer Woche.

Schon das integrierte GPS-Modul ist so gut, dass wir mit unseren Messmethoden bei Nutzung der externen GPS-Antenne keine besseren Ergebnisse erzielten. Selbst im Inneren erreichte das Handy eine hohe Genauigkeit von einem Meter. Seine Stärken dürfte die im Zusatzakku des Adventure-Pack integrierte Keramik-GPS-Patchantenne in Gebieten ausspielen, wo nur wenige Satelliten in Sicht sind. Der hinter einem Land-Rover-Kühlergrill-Imitat verborgene Lautsprecher des Smartphones klingt recht ordentlich, allerdings tönen die hohen Frequenzen schon fast etwas zu schrill. Dies ist allerdings vor allem bei Maximallautstärke der Fall, die der Nutzer in der Regel nicht benötigt.

Für uns wenig überraschend hat das Land Rover Explore all unserer Belastungstests ohne ernsthafte Schäden überstanden. Wie üblich haben wir das Outdoor-Gerät Schmutz und Staub in größerem Ausmaß ausgesetzt, das Handy längere Zeit mehrmals tauchen geschickt und aus einer Höhe von circa 1,50 Meter auf verschiedene Untergründe (unter anderem Feldwege, Steinboden und Holzboden) fallen lassen. Selbst Kratzer und andere äußerliche Auswirkungen hielten sich dabei in Grenzen.

Die Anpassungen des Herstellers an das installierte Android in Version 7.1.1 beschränken sich in erster Linie auf vorinstallierte Applikationen für den Outdoor-Einsatz. Beispielsweise gibt es einen eigenen App-Store mit großer Auswahl an Programmen zur Unterstützung beim Wandern, Radfahren und Co., ein Dashboard mit Schnellzugriff auf nützliche Tools und Wetterinformationen und Apps wie Geocaching oder ViewRanger. Für letztere App bekommt der Käufer einen Gutschein für freien Zugang zu landesweiten topografischen Karten und zum Herunterladen benutzerdefinierter Kartenbereiche über mehrere Länder hinweg. Der zum Zeitpunkt des Tests installierte Google-Sicherheitspatch stammte vom 05. April 2018. Ein Update auf Android Oreo hat der Hersteller angekündigt.

Das Land Rover Explore macht einen sehr guten Job als robustes Smartphone, das auf längeren Touren fernab der Zivilisation zuverlässiger Begleiter sein will, nicht nur bei der Gartenarbeit oder Spaziergängen mit dem Hund als Schmutz und Witterungsverhältnissen trotzendes Zweitgerät dient. Für diesen Zweck eignet sich schon ein günstiges Gerät wie das Cubot King Kong (Testbericht).

Wer jedoch mehrere Tage in der Natur unterwegs ist, der wird beispielsweise den ansteckbaren Zweit-Akku und die zusätzliche externe GPS-Antenne zu schätzen wissen. Davon abgesehen bietet das Explore eine gute Performance und hat ein tolles Display. Die Kameraqualität hingegen dürfte etwas besser sein und auch die Auslieferung mit Android 7.1.1 trübt ein wenig das ansonsten sehr gute Gesamtbild. Zumindest hat der Hersteller ein Update auf Android 8 Oreo versprochen.

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Samsung Galaxy Note 9: Das offizielle Zubehör

Das Samsung Galaxy Note 9 ist ein fantastisches Smartphone. Noch besser wird es mit dem offiziellen Samsung Zubehör hier aus der Übersicht.

Das Samsung Galaxy Note 9 (Testbericht) ist das Arbeitstier unter den Top-Smartphones. Mit Bluetooth-Stift, pfeilschneller Performance, tollem Bildschirm, riesigem 4000-mAh-Akku und jeder Menge Ausstattung gehört es zu Recht zu den besten Handys auf dem Markt. In die Packung legt Samsung neben dem Smartphone, Kopfhörer, USB-C-Kabel und Schnellladegerät außerdem Adapter für USB Type-A und Micro-USB.

Was dem Lieferumfang des Samsung Galaxy Note 9 fehlt, ist eine Hülle. Macht nichts, denn Samsung bietet aus dem eigenen Haus eine breite Palette verschiedener Cases, die das Gerät nicht nur schützen, sondern auch zusätzliche Features haben und dem Gerät einen neuen farblichen Anstrich verleihen.

Die Silikonhüllen für das Samsung Galaxy Note 9 kommen in den Farben schwarz, blau, lavendel und weiß. Sie gehören zu den günstigsten Hüllen direkt von Samsung. Sie sollen robust und langlebig sein und die Kanten im Fall der Fälle zuverlässig vor Schäden bewahren. Zur Vorderseite schützt eine etwas über dem Rand herausstehende Lippe das Display. Samsung will hier besonders darauf geachtet haben, nicht zu sehr das schlanke Design des Galaxy Note 9 negativ zu beeinflussen. Die angelegte Hülle soll die kabellose Qi-Ladeeigenschaften nicht beeinflussen. Alle Anschlüsse, Tasten und Funktionen können ohne Einschränkungen genutzt werden.

Darf es ein bisschen mehr Schutz sein? Dann könnte das Protective Standing Cover in den Farben schwarz oder silber die Hülle der Wahl sein. Samsung hat dafür den Rahmen und die Rückseite verstärkt. Außerdem kommt das Case noch mit einem praktischen Extra: Ein ausklappbarer Standfuß stellt das Galaxy Note 9 im Querformat auf.

Das Besondere an diesem Flip-Cover in den Farben schwarz, blau, braun und lavendel ist sein halbtransparentes Klapp-Cover auf der Vorderseite. Dieses schützt im geschlossenen Zustand dank einer Silikonbeschichtung nicht nur das empfindliche Display, sondern lässt auch verschiedene Informationen wie Anruf- und Nachrichtenanzeige, Uhrzeit, Alarm und andere Benachrichtigungen durchschimmern.

Das Clear View stellt das Note 9 außerdem im Querformat in zwei verschiedenen Winkeln auf. So lassen sich komfortabel Filme oder ähnliches anschauen.

Das Galaxy Note 9 weiß, ob die Klappe offen oder geschlossen ist. So schaltet sich zum Beispiel das Display beim Schließen automatisch ab. Auch können mit dem Öffnen Anrufe angenommen, beziehungsweise mit dem Schließen beendet werden. Auch hier wird die Qi-Ladefähigkeit nicht beeinflusst und alle Knöpfe sowie der Stift sind weiterhin gut erreichbar.

Das LED View Cover Samsung Galaxy Note 9 in den Farben blau, schwarz, braun und lavendel baut auf ein ähnliches Prinzip. Auch hier schimmern verschiedene Informationen wie Uhrzeit, Anrufe, SMS, Batteriestatus und so weiter durch. Dafür stehen im Note 9 eine Auswahl verschiedener, mit Kontakten verknüpfbarer LED-Icons zur Verfügung. Sollten die Icons nicht gefallen, erlaubt Samsung das Erstellen eigener. Im Gegensatz zum Clear View Standing Cover lässt sich dieses Flip-Cover nicht aufstellen, bietet dafür aber ein Fach in der Klappe für Visiten- oder Kreditkarten.

Eine ganze Ecke eleganter kommt das Leder View Cover Samsung Galaxy Note 9 in den Farben rot, schwarz oder braun daher. Es bietet Echtleder im klassischen Design und auf der Innenseite der Klappe ein Fach für Visiten- oder Kreditkarten. Aufstellen kann man das Galaxy Note 9 damit jedoch nicht und auch Bildschirminhalte sind nicht durch die Klappe lesbar.

Die DeX-Produkte schließen das Samsung Galaxy Note 9, Galaxy S8, Galaxy S8+ oder Galaxy S9 sowie Galaxy S9+ an einen Monitor mit bis zu WQHD-Auflösung nativ an. So bildet es die Basis für einen Desktop-Arbeitsplatz. Dafür hat Samsung den Desktop-Betriebsmodus Experience 9.0 ins Leben gerufen, über den sich auch Spiele im Vollbildmodus starten lassen.

Die DeX-Station gibt es schon seit dem Erscheinen des Samsung Galaxy S8 (Testbericht) im Frühjahr 2017 und kommt jeweils mit oder ohne Ladeadapter. An seiner Rückseite befindet sich ein USB-C-Port, zwei USB-Ports für Maus und Tastatur, sowie ein HDMI-Anschluss für den Monitor.

Seit Anfang 2018 bietet Samsung auch das DeX Pad an. Es bietet die gleiche Funktionalität, gepaart mit weiteren Vorteilen. So liegen dem DeX Pad im Gegensatz zur DeX Station nun standardmäßig ein HDMI-Kabel sowie ein Ladekabel mit Netzteil bei. Auch verdeckt das DeX Pad die Kopfhörerbuchse nicht.

Ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Da das Samsung Handy liegt flach auf. So kann das Display des Smartphones als Mausersatz genutzt werden. Das ist besonders praktisch, da einige Apps wie zum Beispiel Google Maps für externe Eingabegeräte nicht optimiert sind. Allerdings müssen beim DeX Pad die meisten Hüllen vor der Nutzung entfernt werden, da sich das Note 9 sonst nicht richtig mit dem USB-C-Port verbindet.

Neben dem DeX Pad und der DeX-Station bildet das DeX-Kabel eine besonders günstige Möglichkeit, das Samsung Galaxy Note 9 als Desktop zu nutzen.

Das Samsung Galaxy Note 9 unterstützt den kabellosen Ladestandard Qi. Dafür bietet der Hersteller zwei unterschiedliche Ladestationen in jeweils Schwarz und Weiß an. Die induktive Ladestation EP-3100T inklusive Ladekabel ist der Klassiker, stößt aber an seine Grenzen, wenn mehrere Geräte parallel geladen werden sollen. Hier kommt der Samsung Wireless Charger Duo EP-N6100 ins Spiel. Dank gleich zwei induktiven Ladefelder kann er so zum Beispiel zusätzliche zum Note 9 das kompatible Smartphone des Partners oder jedes andere Qi-fähige Gerät laden.

Das Samsung Galaxy Note 9 kommt mit einem starken 4000-mAh-Akku. Trotzdem geht auch ihm irgendwann die Puste aus. Sollte gerade keine Steckdose in der Nähe sein, kann dies schnell zum echten Problem werden. Wohl dem, der ein externes Akkupack mit dabei hat. Auch hier bietet Samsung eigene Produkte an. Die spannendsten haben wir im Preisvergleich gesammelt.

Wer sich Business-Smartphone nennen will, der muss auch Micro-SD-Karten unterstützen. Hier lässt sich das Note 9 nicht lumpen. Zwar gibt es das Note 9 mit Speicherkapazitäten von bis zu 512 GByte. Diese Version ist aber deutlich teurer als die Variante mit „lediglich” 128 GByte. Wer Geld sparen will, holt sich eine Micro-SD-Karte. Auch hier bietet Samsung mit der Reihe Evo Plus eigene Lösungen an.

Keine Frage: Zubehör Galaxy Note 9 (Testbericht) nochmal richtig auf. Neben einer Hülle, die ohnehin Pflicht ist, bieten vor allem die DeX-Produkte einen Mehrwert, der so bei vielen anderen Smartphones nicht zu finden ist: Einen beinahe vollwertigen Desktop-Ersatz und Anwendungen sowie Games in Full-Screen auf dem TV.

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Deals des Tages: Xbox One Special Edition Controller, Nokia 7 Plus, AUKEY Powerbank & Gaming-Maus

Heute haben wir wieder die besten Angebote des Tages für euch zusammengefasst und sind bei unterschiedlichen Händlern fündig geworden.

Xbox One Wireless Controller Special Edition für 51,97 Euro

Amazon bietet heute ein gutes Angebot, bei dem zwei Special Edition-Controller für die Xbox One für außerordentlich gute 51,97 Euro bekommt. Der Preis beträgt üblicherweise knapp über 65 Euro, sodass ihr hier sehr gutes Geld sparen könnt.

Der Controller funktioniert mit der Xbox One, Xbox One S und natürlich auch mit der Xbox One X. Dank Bluetooth-Konnektivität kann der Controller auch am PC kabellos genutzt werden. Möglicherweise könnt ihr schon jetzt ein Weihnachtsgeschenk für begeisterte Xbox-Spieler sichern zu einem guten Preis.

Armed Forces

Sport White

Nokia 7 Plus + gratis Google Home mini für 369 Euro

Aktuell können wir ehrlicherweise das Nokia 7 plus nur empfehlen, welches wir vom Preis-/Leistungsverhältnis als ein großartiges Smartphone erachten. Es kostet unter 400 Euro, besitzt eine hervorragende Kamera und läuft im Großen und Ganzen flüssig mit Android One.

Momentan ist es (aus gutem Grund) so gut wie überall ausverkauft. Bei Saturn bekommt ihr es derzeit im Bundle mit einem Google Home-Lautsprecher für 369 Euro.

AUKEY 20.000 mAh Powerbank für 25,99 Euro

Bei Amazon Deutschland gibt es aktuell die 20.000 mAh Powerbank von Aukey zum Blitzangebot-Preis von 25,99 Sie ist in ein hochwertiges Gehäuse gehüllt und unterstütztauch Fast Charging über zwei USB-Anschlüsse, sodass euer Lumia damit in kurzer Zeit aufgeladen werden kann. Geladen wird die Powerbank über Micro USB oder Apple Lightning-Port und ein entsprechendes Kabel wird mitgeliefert. Zudem hat die Powerbank eine integrierte Taschenlampe.

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Roccat Kova Limited Edition für 34,99 Euro

Bei Amazon Deutschland werden in letzter Zeit einige sehr gute Gaming-Mäuse abverkauft, darunter auch die Roccat Kova Limited Edition. Die Maus besitzt einen 7000 DPI-Sensor, 12 programmierbare Maustasten und eine Zwei-Level Multicolor-Beleuchtung. Ansonsten kostet das Produkt rund 60 Euro.

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Samsung Galaxy Note 9 im Test: leistungsstark, aber langweilig

Das Samsung Galaxy Note 9 ist ein technisch exzellent ausgestattetes Top-Smartphone. Es kommt mit einem integrierten Stift zu einer UVP ab 999 bis 1249 Euro. Ob sich der Kauf lohnt, zeigt unser Test.

Im Lieferumfang des Samsung Galaxy Note 9 legt der Hersteller ziemlich viel bei: So befindet sich neben dem eigentlichen Telefon noch ein Verbindungskabel mit USB-C sowie ein Schnellladegerät. Außerdem gibt es hochwertige Kopfhörer mit unverhedderbarem Kabel und 3,5-mm-Klinke. Auch immer wieder gern gesehen sind die zwei Adapter für USB Type-A und Micro-USB. Darüber lassen sich entweder USB-Sticks, Ladekabel anderer Smartphones für die Migration von Daten oder älteres Zubehör verbinden.

Was in der Verpackung fehlt ist eine Display-Schutzfolie und eine Schutzhülle. Dies ist zwar nicht üblich und geht über den Standard-Lieferumfang hinaus, allerdings ist das bei einem Preispunkt von UVP 1000 Euro durchaus zumutbar und würde mit Sicherheit gut bei den Käufern ankommen.

Optisch ähnelt das Galaxy Note 9 seinem Vorgänger, dem Galaxy Note 8 (Testbericht). Würde man beide Telefone in eine Tasche stecken und eins davon blind herausziehen, könnte man auf den ersten Blick kaum sagen, welche Generation man in den Händen hält.

Kleine Unterschiede wie das leicht größere Display oder der überarbeitete Fingerabdrucksensor sind dennoch vorhanden. Dieser ist nun separat platziert und klebt nicht mehr an der Kamera. Nutzer älterer Galaxy-Smartphones hatten in der Vergangenheit immer wieder kritisiert, dass sie mit ihrem Finger oft an die Kameralinse kamen und diese verschmierten. Auf die Resonanz erklärte Samsung, dass dies anders nicht machbar sei, weil man sonst den Akku verkleinern müsse.

Beim aktuellen Samsung Galaxy Note 9 ist der Akku nun größer geworden, als beim Vorgänger und gleichzeitig hat man die Position des Fingerabdrucksensor überdacht. Entweder ist Samsung eine technische Revolution gelungen oder man arbeitet mit schwarzer Magie. Übrigens meldet sich die Kamera dieses Mal mit einem Hinweis in der Foto-App, wenn die Linse dennoch verschmiert ist…

Genau wie alle Top-Smartphones von Samsung, wie beispielsweise das Galaxy S9 (Testbericht) oder das Galaxy S9 Plus (Testbericht), schützt auch das Samsung Galaxy Note 9 ein Glasgehäuse. Sowohl die Front, als auch die Rückseite sind an den Seiten stark abgerundet, dadurch liegt das 201 g schwere Smartphone bequem in der Hand. Die Bedienung mit einer mittelgroßen Hand gelingt schwer; jedenfalls nicht komfortabel.

Smartphones aus Glas haben zwei große Nachteile: Zum einen rutschen sie auf glatten Oberflächen. Schon eine leichte Schräge führt dazu, dass sich das Gerät schleichend bewegt und im schlimmsten Fall auf den Boden knallt. Über die Jahre ist das Glas widerstandsfähiger und bruchsichrer geworden, das ist ein Trost. Zum anderen fängt das Gehäuse schnell Fettflecken ein, gerade bei dunkleren Farbausführungen ist dies deutlich sichtbar. Trotzdem ist die Verarbeitung ist sauber und präzise, Spaltmaße und Geräusche von Knarzen sind nicht vorhanden. Insgesamt wirkt das Telefon hochwertig und solide.

Das Galaxy Note 9 ist staub- und wasserfest nach IP68. Regen, Spritzwasser und verschüttete Flüssigkeiten machen dem Smartphone nichts aus. Mit Salzwasser sollte man aber vorsichtig sein und es nicht verdunsten lassen – nach Kontakt mit einer Welle im Mittelmeer sollte man es mit Süßwasser abspülen.

Im Galaxy Note 9 arbeitet der Samsung-eigene Prozessor Exynos 9810 Octa. In den Märkten von China und USA ist das Smartphone mit einem Qualcomm Snapdragon 845 ausgestattet. Ein merklicher Unterschied bei der Leistung zwischen beiden Systemen ist im Alltag nicht erkennbar. Die CPU mit acht Kernen arbeitet mit einer Taktfrequenz von bis zu 2,7 GHz. Gegenüber vergleichbaren Smartphones, wie dem HTC U12+ (Testbericht), ist der Prozessor des Samsung Galaxy Note 9 sieben Prozent schneller.

Keinen Vorsprung dagegen bietet der 6 GByte große Arbeitsspeicher. Gegenüber dem HTC-Smartphone sind die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten um fast 44 Prozent langsamer. Trotz der technisch besten Ausstattung mangelt es beim Galaxy Note 9 an Abstimmung zwischen Hardware und Software. Im Bewertungssystem von Antutu Benchmark erreicht es lediglich einen Wert von 260.000 Punkten. Dabei ist das sechs Monate alte Sony Xperia XZ2 (Testbericht) sogar um 5,7 Prozent schneller. Die aktuelle Pole-Position hat das Oppo Find X (bald im Test) mit brutalen 290.000 Punkten inne, das entspricht einem Leistungsvorsprung von 11 Prozent.

In standardisierten Belastungstests von gängigen Benchmark-Systemen, bei dem eine Simulation die Hardware stark beansprucht, reagiert das Galaxy Note 9 stark volatil. Das ist typisch für Smartphones der Flaggschiff-Klasse. Untypisch dagegen ist das Leistungsverhalten: Selten bis kaum gibt das Gerät seine komplett abrufbare Leistung frei. Erst bei der fünften Minute kommt das Galaxy Note 9 auf die 100-Prozent-Marke, danach pendelt es sich zwischen 60 und 80 Prozent ein. Während den 15 Minuten hat der Akku etwa 14 Prozent an Kapazität verloren, unter anderem wegen der Hitzeentwicklung von 30 auf 39 °C. Obwohl der Hersteller ein Kühlsystem eingebaut hat, entsprechen die Werte der Normalverteilung.

Das Galaxy Note 9 kommt in Speicherausführungen mit 128 GByte und 6 GByte RAM sowie mit 512 GByte und 8 GByte RAM. Beim kleineren Speicher-Modell stehen dem Nutzer nach Abzug des Betriebssystems und der Software rund 106 GByte zur Verfügung. Das entspricht 83,4 Prozent. Beim vergleichbaren Huawei P20 Pro (Testbericht) sind es immerhin 87,5 Prozent von ebenfalls 128 GByte. Dabei installiert Huawei viel mehr Bloatware auf seinen Smartphones als Samsung. Nichtsdestotrotz lässt sich der Speicher mit einer Micro-SD-Karte um theoretisch bis 2 TByte erweitern, alternativ speist das Telefon eine zweite Nano-SIM-Karte. Aktuelle Micro-SDXC-Karten gehen jedoch nur bis 512 GByte. Der Einsatz eines Systemspeichers von maximal möglichen 1 TByte in einem Smartphone ist in der Praxis kaum vorhanden. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, hat TechStage ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche MicroSD-Karte für Android?

Der Akku des Galaxy Note 9 hat eine Kapazität von 4000 mAh. Das sind 700 mAh mehr, als in der Generation zuvor. Allerdings ist der große Akku trotz anderslautender Werbeversprechen keine Neuheit. Hersteller anderer Smartphones haben die 4000er-Marke schon längst durchbrochen. Sowohl hoch- als auch niedrigpreisige Telefone, wie das Huawei P20 Pro oder Gigaset GS185 (Testbericht) können mit gleichen Nennladung punkten. Dennoch zählt, was unter dem Strich rauskommt. Beim Galaxy Note 9 sind es fabelhafte zwei volle Tage bei moderater Nutzung. Im Test mit einem kontinuierlich laufendem Video bei maximaler Helligkeit hat das Samsung-Smartphone 15 Stunden erreicht. Auch das ist ein hervorragender Wert, schlägt jedoch nicht die Laufzeit des kleinen Bruders Galaxy A8 (Testbericht) mit 17 Stunden. Das kabelgebundene Laden mit dem Schnellladenetzteil nimmt 1 Stunde und 50 Minuten in Anspruch. Im 30-Minuten-Quantil steht der Akku auf 34 Prozent. Das drahtlose Laden mit einer Leistung von 7,5 W dauert 3,5 Stunden.

In das Internet geht das Galaxy Note 9 über schnelles LTE und WLAN. An Bord hat es außerdem Bluetooth 5 und NFC. Die Gesprächsqualität und der Klang waren im Großraum von Hamburg mit Vodafone und Telefónica Germany tadellos. Gegenüber seinem Vorgänger hat das Galaxy Note 9 nun lautere Stereo-Lautsprecher mit mehr Volumen.

Das Display des Galaxy Note 9 ist von 6,3 um 0,1 auf insgesamt 6,4 Zoll gewachsen. Nach wie vor setzt Samsung auf ein hochqualitatives OLED-Display mit abgerundeten Ecken. Die Auflösung ist Quad-High-Definition+, das sind unveränderte 2960 × 1440 Pixel. Insgesamt stellt das Display eine Fläche von 4,3 Millionen Quadratpixeln dar. Die Pixeldichte beträgt dabei scharfe 514 ppi. Das sind hervorragende Bedingungen für das Betrachten von Virtuell-Reality-Inhalten. Allerdings zeigt sich das Gerät im Benchmark von VRMark Professional Edition nicht von seiner starken Seite. Trotz des manuell aktivierten „High-Performance-Modus“ in den Einstellungen des Akkus kommt das Galaxy Note 9 auf eine Bildwiederholfrequenz von 28 fps und einem Punktwert von lediglich 2300. Selbst nach mehrfachen Messungen ändert sich das Ergebnis kaum. Damit ist das Galaxy Note 9 in Sachen VR schlechter aufgestellt, als sein Vorgänger mit einem Leistungsvorsprung von etwa 91 Prozent (4400 Punkte).

Das Samsung Galaxy Note 9 hat wieder einmal das beste Display, zu diesem Ergebnis kommt auch der Bildschirmspezialist Displaymate, der das Galaxy Note 9 intensiv im Labor getestet hat. Die Farben der Anzeige sind gut abgestimmt und wirken nicht übersättigt. Hervorzuheben ist außerdem die überdurchschnittlich gute Helligkeit mit mehr als 1050 Candela pro Quadratmeter.

Bei der Kamera des Galaxy Note 9 hat sich nicht viel getan: Samsung hat die Technik aus dem Galaxy S9 Plus genommen und in das Galaxy Note 9 gesteckt. Es handelt sich um eine außerordentlich gute Dual-Kamera mit 12 Megapixeln. Dabei verfügt jede Linse über einen eigenen optischen Bildstabilisator (OIS), der unerwünschte Bewegungen ausgleicht, damit Bilder und Videos wackelfrei sind. Darüber hinaus schießen die Kameras Bilder mit variabel geöffneter Blende, je nach Situation beträgt das Verhältnis entweder f/1.5 für lichtschwache oder f/2.4 für helle Umgebungen. Entsprechend überzeugend sind die produzierten Bilder aus der Kamera des Samsung Galaxy Note 9. Das Kamerasystem reagiert nahtlos und ohne pumpen auf Distanzveränderung und stellt das Motiv augenblicklich scharf. Hierfür nutzt der Hersteller die Dual-Pixel-Technologie, die schon bei vorherigen Geräten zum Einsatz kam.

Der Hauptkamera auf der Rückseite steht eine Assistenzkamera zur Seite. Sie vergrößert ein Motiv um den zweifachen Faktor. Außerdem hilft sie beim Unterscheiden zwischen Vorder- und Hintergrund. Daraus resultierend sind Fotos mit weichem Hintergrund möglich. Der Bokeh-Effekt gelingt der Kamera gut und fehlerfrei. Schwierigkeiten bei der Interpretation tauchen selten auf. Neu hingegen ist eine in der Kamera sitzende Interferenzmaschine, die Objekte mittels der Methoden der künstlichen Intelligenz erkennt und die Bildparameter anpasst, ähnliche Optimierungen sind von Honor und Huawei bekannt. Samsung post damit lediglich nicht herum.

Im Großen und Ganzen gibt es beim Galaxy Note 9 nicht viel zu Bestaunen. Die eigentliche Neuheit des Smartphones ist der überarbeitete Stift namens S Pen. Dieser sitzt nach wie vor im Gehäuse. Durch Drücken löst eine Sprungfeder den Kopf des Stifts. So lässt er sich aus dem Galaxy Note 9 herausziehen.

Er hat jetzt Bluetooth Low Energy und dient als Fernbedienung für das Telefon. Seine Energie speichert der Stift in einem kleinen Kondensator. Eine Ladezeit von 45 Sekunden im Gehäuse ermöglichen eine Akkulaufzeit von 37 Minuten, die Ladung erfolgt drahtlos im Telefon. Die herkömmlichen Schreib-Funktionen funktionieren übrigens auch ohne Strom.

Der neue S Pen mit seinem Knopf steuert Powerpoint-Folien, schießt ein Foto oder entsperrt das Telefon aus der Ferne. Die Möglichkeiten sind noch überschaubar. Der Hersteller will Dritten die Möglichkeit geben, neuartige Dinge für den S Pen mit Bluetooth zu entwickeln. Ob es coole Apps für den S Pen geben wird, zeigt wohl die Zeit. Die Reichweite betrug im Test 8 m. Danach verliert der Stift die Verbindung zum Galaxy Note 9.

Das Samsung-Smartphone ist ab Werk mit Android in der Version 8.1 Oreo geladen. Warum der Hersteller nicht direkt auf das aktuelle Android 9 Pie setzt, ist unklar. In wenigen Tagen öffnet die Kommunikationsmesse IFA 2018 seine Pforten in Berlin. Hersteller wie Sony und Co. werden ihre neuen Smartphones vorstellen, unter anderem ist mit den ersten Android-9-Pie-Geräten zu rechnen.

Wie auch immer, zumindest ist auf dem Galaxy Note 9 der aktuelle Sicherheits-Patch vom 1. Juli 2018 installiert. Google bereitet derweil die Ausgabe von August vor. Wenigstens in diesem Punkt macht Samsung einen zuverlässigen Job. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass der Konzern seine Kunden oft hängen lässt, wenn es um Upgrades geht. Auch das Galaxy Note 8 vom letzten Jahr kam mit Android 7.X Nougat auf den Markt, die Aktualisierung auf 8.1 Oreo bekam es acht Monate später im April.

Was die Gestaltung betrifft, so lernt Samsung von Zeit zu Zeit dazu. So ist die Oberfläche auf dem Galaxy Note 9 etwas übersichtlicher. Der Einrichtungsassistent fragt bei der Erstnutzung, ob und welche Apps er optional installieren soll.

Das Galaxy Note 9 von Samsung ist ein leistungsstarkes Smartphone mit moderner Hardware. Es ist qualitativ hochwertig verarbeitet und IP68-zertifiziert. Akku, Display, Kamera und Multimedia zählen zu den weiteren Stärken. Nennenswerte Schwächen sind kaum vorhanden, eventuell die veraltete Software, die lediglich eine Sache der Zeit ist. In der Regel definiert Samsung mit seiner Galaxy-Note-Reihe den Markt neu und setzt Maßstäbe für das kommende Jahr. Dieses Mal sind die Unterschiede zum Vorgänger jedoch gering, sie lassen das Galaxy Note 9 langweilig aussehen.

Wer auf der Suche nach einem aktuellen Smartphone mit Stift ist, kommt kaum um das Galaxy Note 9 herum. Wer allerdings etwas Geld sparen will, kauft sich vielleicht den Vorgänger: Das 8er-Note ist gar nicht so weit entfernt vom Galaxy Note 9. Bis auf den S Pen mit Bluetooth beherrscht es alle anderen Funktionen fast ebenso gut.

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