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Staubsauger-Roboter von Dyson im Test: kraftvoll, aber teuer

Der 360 Eye ist der erste Staubsauger-Roboter vom für beutellose Staubsauger bekannten Hersteller Dyson. Das Modell punktet mit hoher Saugkraft und kompakter Bauform. Abschreckend ist der hohe Preis.

Das erste, was beim Dyson 360 Eye auffällt, ist die Größe. Sowohl die Verpackung als auch der Staubsauger selbst sind um gut 30 Prozent kleiner als die Staubsauger-Roboter von Pearl, Neato oder Proscenic. Mit 13 Zentimetern Gesamthöhe ist der 360 Eye zwar nur um gut 2 bis 3 Zentimeter höher als andere Modelle, durch den geringen Gehäusedurchmesser von nur 23 Zentimetern wirkt er aber deutlich höher.

Zur Orientierung setzt Dyson auf IR-Sensoren und eine 360-Grad-Kamera. Diese befindet sich mittig auf der Oberseite des Saugers. Um Treppenstürze zu verhindern, nutzt der Dyson-Sauger Infrarot-Sensoren. Für Vortrieb sorgen zwei kleine Raupenantriebe. Eine berührungsempfindliche Leiste zur Hinderniserkennung ist nicht vorhanden. Zur Bedienung ist nur ein einzelner Taster auf der Oberseite vorhanden. Er ist beleuchtet und gibt Auskunft über den Betriebszustand.

Der Schmutzbehälter sitzt an der Gehäusefront und hat ein Volumen von 0,33 Litern. Der Filter des Motors sitzt versteckt hinter dem Behälter. Der Abluftfilter ist rückseitig hinter einer Kunststoffblende versteckt. Auf der Unterseite befinden sich zwei Ladekontakte und die breite Bürstenwalze für Hart- und Teppichböden. Auf zusätzliche Bürsten an den Seiten verzichtet Dyson im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern.

Die im Lieferumfang enthaltene Ladestation ist sehr kompakt und kann bei Bedarf einfach zusammengeklappt werden. Das Kabel des Netzteils ist etwa 140 Zentimeter lang.

Der 360 Eye ist ein reinrassiger Bodenstaubsauger mit WLAN-Anbindung. Über eine Wischfunktion, wie der Proscenic Coco Smart 790T, verfügt das Modell nicht. Im Gegenteil: Dyson warnt explizit davor, Flüssigkeiten aufzusaugen, da diese den Motor beschädigen würden.

Um das Potential des Saugers zu nutzen, ist die kostenlose App notwendig. Auch ohne Smartphone startet der Roboter auf Knopfdruck, allerdings sind dann weder Reinigungsmodus noch Saugkraft einstellbar.

Da der Dyson sich per Kamerabild orientiert, muss seine Umgebung ausgeleuchtet sein. In kompletter Dunkelheit findet sich der Roboter nicht zurecht.

Durch die geringe Breite passt der Dyson problemlos zwischen Stuhlbeinen hindurch. Andere Testgeräte, wie das Modell von Pearl, haben die Stühle umfahren. Insgesamt klappt die Orientierung per Kamera und IR-Sensoren erfreulich gut. Der Sauger bemerkt Treppenabgänge ohne abzustürzen und knallt auch ohne Berührungssensoren nicht gegen die Wände.

Der 360 Eye unterteilt die Räume in ein quadratisches Raster und fährt dieses konsequent ab. Das führt mitunter dazu, dass er beispielsweise erst 80 Prozent des Esszimmers putzt, dann in der Küche weitermacht, um anschließend zurückzukehren und die restlichen 20 Prozent des Esszimmers zu saugen. Nach Beendigung des Vorgangs fährt der Roboter automatisch zur Ladestation zurück und meldet an die App.

Geht der Akku zu Neige, bevor alle erreichbaren Räume abgefahren sind, fährt er zum Nachladen an die Station und macht nach dem Ladevorgang dort weiter, wo er seine Arbeit zuvor unterbrochen hat. Das Laden des Akkus dauert in unserem Test etwa zweieinhalb Stunden. Stellt man den Roboter händisch in einen anderen Raum, findet er nicht selbstständig zur Ladestation zurück. Stattdessen parkt der 360 Eye dann nach getaner Arbeit an der Stelle, wo er zuvor platziert wurde.

Die Software zur Steuerung ist für Android- und iOS-Geräte erhältlich. Die Einrichtung dauert mehrere Minuten. Zuerst steht eine Registrierung mit Namen und E-Mail-Adresse an. Zur erstmaligen Verbindung benötigt die App die Kennwörter vom WLAN und dem 360 Eye. Nachdem wir den Staubsauger gekoppelt haben, kommt zunächst der Hinweis, das eine neue Firmware verfügbar ist. Das Überspielen der neuen Software dauert etwa fünf Minuten.

Die übersichtlich gestaltete App informiert über den aktuellen Status des Saugers und stellt zahlreiche Statistiken und eine Karte der gereinigten Flächen zur Verfügung. Die Bedienung ist insgesamt angenehm intuitiv und unkompliziert.

Neue Firmware-Updates aufspielen oder den Roboter per Fernzugriff starten, sind weitere Funktionen der App. Praktisch ist auch die Terminplanung per Smartphone. So startet der 360 Eye beispielsweise dann seine Arbeit, wenn man im Büro sitzt. Hat sich der kleine Helfer irgendwo festgefahren, schickt er eine kurze Meldung ans Smartphone.

Auch der Reinigungsmodus wird in der App eingestellt. Die Einstellung Max sorgt für maximale Saugkraft, aber verkürzt die Akkulaufzeit auf etwa 30 Minuten. Der Modus Leise reduziert zwar Lautstärke und Saugleistung, dafür liegt die Laufzeit dann bei circa 50 Minuten.

Ein Reset des Staubsaugers ist mit der App nicht möglich. Wer seinen 360 Eye verkaufen oder zurückgeben will, muss die Reset-Datei auf einen leeren USB-Stick speichern und diesen in den Anschluss hinter dem Luftfilter stecken. Drückt man dann den Knopf des Saugers für mehrere Sekunden, beginnt der Dyson mit der Übertragung der Datei. Das ist nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern auch komplizierter als nötig.

Der kleine Staubsauger-Roboter hat ordentlich Power. Das macht sich bei maximaler Saugleistung auch beim Geräuschpegel bemerkbar. Während der 360 Eye im Leise-Modus vergleichbar laut wie andere Modelle unterwegs ist, macht er bei maximaler Leistung deutlich mehr Lärm als beispielsweise der Neato D5. Die Saugleistung ist dann allerdings beeindruckend. Obwohl unser Testumfeld regelmäßig gesaugt wird, finden sich im Schmutzbehälter nicht nur Haare und extra platzierte Krümel, sondern auch jede Menge feiner Staub. Der Dyson-Roboter scheint bei Teppichen eine weit bessere Tiefenwirkung zu haben als günstige Sauger. Gerade für Allergiker kann das hilfreich sein.

Dank des kraftvollen Antriebs sind auch Türschwellen und Hochflorteppiche mit einer Höhe von bis zu zwei Zentimetern kein Problem.

Trotz der sehr guten Saugleistung ist auch der 360 Eye nicht unfehlbar. Obwohl die Bürste fast die komplette Breite des Saugers einnimmt, macht sich das Fehlen von seitlichen Bürsten deutlich bemerkbar. Ein schmaler Rand an den Wänden bleibt ungeputzt und muss per Hand nachgereinigt werden. Wer den Sauger regelmäßig auf Tour schickt, sollte damit aber nicht viel Arbeit haben.

Durch die höhere Bauform passt er auch nicht unter Sofas. Das stört uns allerdings nicht, denn die Erfahrung zeigt, dass sich die Roboter gerne unter Couchen festfahren. Zwar muss dann selbst Hand angelegt werden; nervige Rettungsaktionen um den Sauger zu befreien, entfallen aber.

Das der teure Dyson hin und wieder kleine Abschnitte von wenigen Quadratzentimetern nicht bearbeitet, hat uns allerdings verwundert. Gerade bei dem hohen Preis haben wir das nicht erwartet.

Um eine möglichst gründliche Reinigung zu gewährleisten, ist es notwendig, den Staubsauger regelmäßig zu warten. Dazu gehören in erster Linie die Entleerung des Schmutzbehälters und die Säuberung der Luftfilter und der Rundbürste.

Insgesamt dauert der gesamte Vorgang nur wenige Minuten. Die Entnahme und Entleerung des Schmutzbehälters ist unkompliziert und schnell erledigt. Und das ist auch gut so: die 0,33 Liter Volumen reichen für etwa zwei bis drei Stunden, dann ist der Behälter voll.

Rundbürste und Luftfilter halten da schon länger durch. Allerdings ist das natürlich davon abhängig, wie oft und was der 360 Eye saugt. Die Luftfilter sollten, laut Dyson, mindestens alle vier Wochen unter fließendem Wasser abgespült werden. Anschließend müssen die Filter dann etwa 24 Stunden lang trocknen.

Um die Rundbürste von Haaren zu befreien, wird sie kurzerhand ausgebaut. Zum Öffnen der seitlichen Arretierung reicht beispielsweise eine Münze. Nach dem Ausbau ist es einfach, die verhedderten Haare zu entfernen.

Unsere Befürchtung, dass sich lange Haare auch in den Raupenantrieben sammeln, hat sich nicht bestätigt. Der Antrieb ist auch nach mehreren Stunden im Praxiseinsatzfrei von Verunreinigungen.

Der 360 Eye macht besonders auf Teppichböden eine sehr gute Figur. Die Tiefenwirkung des sehr kraftvollen Staubsaugers ist beeindruckend. Aber auch auf Hartböden macht der Roboter einen sehr guten Job. Tierhaare und feinster Staub haben keine Chance gegen die Saugkraft des Dyson-Saugers. Insbesondere Allergiker können davon profitieren.

Das Fehlen von seitlichen Bürsten sorgt allerdings dafür, dass die Ränder nicht perfekt sauber werden. Händische Nacharbeit ist also auch bei diesem Modell notwendig. Die Systematik mit der der kompakte Roboter die Räume abfährt ist gut, aber anderen Saugern nicht überlegen. Dasselbe gilt auch für die App.

Wer auf eine besonders tiefenwirksame Reinigung haben möchte, sollte sich den 360 Eye genauer ansehen. Weder die Modelle von Neato, Pearl oder Proscenic haben vergleichbare Ergebnisse erzielt. Diese Gründlichkeit hat aber ihren Preis.

Um Räume von oberflächlichem Schmutz und Staub zu befreien, tut es auch ein günstigeres Modell. Auch wer möchte, dass sein Roboter unter dem Sofa saugt, muss sich nach einer Alternative umsehen. Dafür ist der Dyson schlicht zu hoch.

  • Proscenic Coco Smart 790T: Staubsauger mit Wischfunktion
  • Test: Günstiger Staubsauger-Roboter mit Wischfunktion
  • Neato Botvac D5 im Test: Was kann der Staubsauger-Roboter?

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Akku-Top-10: Smartphones mit der längsten Laufzeit

Kameras, Displays und Chips haben in Smartphones enorme Technologiesprünge hingelegt, doch die Akkus bleiben Spaßverderber. Wir zeigen die Handys mit dem längsten Durchhaltevermögen.

Bei den Messwerten greifen wir auf den Fundus unserer Kollegen von c't zurück. Dort werden Smartphones regelmäßig auf Herz und Nieren getestet, beispielsweise günstige Modelle zwischen 150 und 200 Euro inklusive Display, Kamera – und natürlich auch Akku. Für die Messung des Stromverbrauchs kommen verschiedene Tests zum Einsatz. Grundsätzlich werden die Smartphones aufgeladen, der Test gestartet und die Zeit gemessen, bis das Gerät sich mit leerem Akku abschaltet.

Gemessen wird die Zeit, in der das Smartphone ein Video im lokalen Player in Dauerschleife laufen lässt, bei einem festen Helligkeitswert von 200 cd/m². Bei gleicher Helligkeit wird außerdem gemessen, wie lange das Gerät über WLAN im Browser Webseiten abruft – also quasi „surft“.

Die verschiedenen Messungen sind natürlich synthetisch und die konkreten Ergebnisse nicht auf die Praxis übertragbar, sie sind aber untereinander vergleichbar.

In der Top-10 der Video-Wiedergabe sind ausschließlich Android-Smartphones vertreten, und spannenderweise nur wenige Modelle der klassischen, großen Markenhersteller wie Samsung, LG, Sony oder HTC.

Die folgende Tabelle zeigt die Daten im Detail.

Beim Surfen haben hingegen wieder die bekannteren Smartphone-Hersteller die Führung in der Hand: Ihre Akkus halten länger als die der Konkurrenz. Außerdem finden sich – wenn auch im hinteren Drittel – zumindest zwei iPhones in der Top-10. Zum Vergleich, das sündhaft teure iPhone X (Testbericht) kommt bei dieser Messung auf 625 Minuten – das sind 23 Prozent weniger als das iPhone 8 (Testbericht).

Werfen wir nun einen Blick auf die Preise der Produkte. Wenn es mehrere Ausführungen gibt, etwa verschiedene Farben oder Speichervarianten, haben wir immer das günstigste aktuell verfügbare Modell gewählt.

Der folgende Preisvergleich zeigt den tagesaktuellen Kurs:

Auffällig ist: Mit weitem Abstand die meiste Akkulaufzeit für's Geld gibt's bei Samsung mit dem Einsteiger-Smartphone Galaxy J3 2017 (Testbericht in c't 21/2017), das derzeit ab etwa 140 Euro über den Ladentisch wandert.

Im mittleren Preisbereich von etwa 300 bis 400 Euro gibt – wenig überraschend – vor allem Mittelklasse-Smartphones, deren Batterien in der Praxis überzeugen, etwa das Moto Z2 Play (Testbericht), das Sony Xperia XZ1 Compact (Testbericht) oder das Nokia 8.

Die günstigsten Angebote in der Oberklasse sind die Modelle Xiaomi MI6 (Testbericht in c't 22/2017) und OnePlus 5T (Testbericht). Wer Wert auf Marke legt, kommt aktuell am günstigsten mit dem LG V30 (Testbericht) und dem Huawei Mate 10 Pro (Testbericht) weg.

Ebenfalls auffällig ist, dass die Akku-Kapazität keine aussagekräftige Größe ist. Smartphones mit vergleichsweise kleinem Stromspeicher halten unter Umständen dennoch länger durch als Klopper mit Riesen-Akkus.

Der Grund dafür ist zum einen in der Software zu suchen. Das auf die Hardware perfekt optimierte iOS von Apple ermöglicht etwa dem iPhone 8 den letzten Platz in der Top-10 der Video-Wiedergabe. Die Kapazität ist mit 1821 mAh aber nicht einmal halb so groß wie die des Huawei Mate 10 Pro (4000 mAh), das bei diesem Test nicht unter den zehn stärksten Produkten landet.

Außerdem ist natürlich auch die Hardware mit dafür verantwortlich. Je nachdem, welche Inhalte dargestellt werden, brauchen OLED-Panels (z. B. iPhone X, Galaxy Note 8) mehr oder weniger Strom als gleich große LCDs. Displays mit höherer Auflösung und deren Grafikchips brauchen mehr Energie als Modelle mit niedrigerer Auflösung, was unter anderem das gute Abschneiden des Galaxy J3 erklärt. Und auch die ARM-Architektur und der Aufbau des SoC trägt einen entscheidenden Teil zur Energieeffizienz bei.

Bis neue Akkutechnologien marktreif sind und das Problem der kurzen Laufzeit nachhaltig lösen, werden wir wohl mit LiPo- und LiIo-Akkus (Lithium-Polymer und Lithium-Ionen) leben müssen; vermutlich noch einige Jahre. Dass mit diesen Technologien dennoch respektable Laufzeiten erreicht werden, ist vor allem der gesteigerten Effizienz und der höheren Akku-Kapazität geschuldet.

Wenn dieser Punkt ein entscheidendes Kauf-Kriterium ist, helfen die Messergebnisse bei der Entscheidung – auch, wenn die Werte natürlich im Labor entstanden sind und sich in der Praxis noch viele weitere Faktoren wie Umgebungstemperatur, Helligkeit und Qualität und Art der Funkverbindung mit einfließen.

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Montblanc Summit im Test: Luxus-Smartwatch mit Android

Die Summit aus dem Hamburger Traditionshaus Montblanc ist eine Luxus-Smartwatch mit Googles Android Wear OS. Los geht's ab 930 Euro – damit ist die Summit fast dreimal so teuer, wie eine Smartwatch von Technologieherstellern wie Motorola oder Samsung. Ist sie es auch wert?

Bei einer Uhr, die auf Prestige und Luxus setzt, sollte das Premium-Gefühl schon bei der Verpackung beginnen. Positiv ist uns beispielsweise die Star-Wars-Drohne mit aufwändiger, beleuchteter Box samt Sound-Effekten in Erinnerung geblieben. Das wird die Summit zumindest in diesem Punkt nicht schaffen: Sie kommt in einem unauffälligen Hartkarton in Montblanc-Optik daher. Natürlich erwarten wir hier weder pures Gold noch die Star-Wars-Melodie beim Auspacken, doch ein feines und hochwertiges Etui passt eher zu der Marke, die weltweit für ihre Lederwaren berühmt ist. Ein gutes Beispiel, wie ein Technologie-Accessoire edel, aber nicht verspielt verpackt sein kann, liefert Huawei mit der ersten Generation seiner Huawei Watch (Bildergalerie).

Ist einmal die Wellpappe-Verkleidung weggeschafft, erscheinen Ladestation und Verbindungskabel im Blickfeld. Ein USB-Netzteil für die Steckdose legt der Hersteller übrigens nicht bei. Eigentlich ist das kein Problem, schließlich haben die meisten von uns schon etliche zu Hause – aber bei dem Preispunkt hätten wir uns durchaus über einen Adapter mit Montblanc-Logo gefreut.

Aufgeladen wird entweder über USB am Computer (Type A) oder mit dem vorhandenen Ladegerät des eigenen Smartphones. Bei einem herkömmlichen Netzgerät mit einer Stromstärke von 1,5 Ampere und einer Spannung von 5 Volt dauerte es im Test 2 Stunden und 11 Minuten, bis der Akku voll war.

Den Strom nimmt die Summit kabelgebunden über die Ladestation auf. Die Uhr rastet magnetisch in die Form ein, für die elektrische Verbindung zeigen sich zwei Federkontaktstifte verantwortlich. Auf eine drahtlose Ladung per Induktionsspule verzichtet Montblanc bei seiner ersten Smartwatch. Grundsätzlich ist das kein Problem, in der Vergangenheit hatten andere Wearables mit dieser Ladetechnik aber Kontaktprobleme, wenn sich Schweiß, Regen und Reste von Cremes und Co. auf den Metallplättchen ablegen und für Korrosion sorgen. Wie sich die Montblanc hier schlägt, wird die Zeit zeigen.

Die Montblanc Summit ist einer der am hochwertigsten gefertigten Android-Smartwatches derzeit. Das geht aus den verwendeten Materialien und – viel wichtiger – dem Detailgrad der Verarbeitung hervor. Die Uhr gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Das Gehäuse ist entweder aus Edelstahl mit oder ohne Beschichtung mittels physikalischer Gasphasenabscheidung oder aus Titan; die Armbänder gibt es beispielsweise aus Kautschuk, Kalbs- und Alligatorleder.

Für den Testbericht liegt eine 88,3 Gramm schwere und 12,5 Millimeter dicke Montblanc Summit in der Farbe Schwarz mit einem PVD-beschichtetem Edelstahlgehäuse vor. Die Uhr ist oben und unten mit einem braunen Sfumato-Pelletteria-Armband verbunden. Klingt toll, ist letztlich Kalbsleder und kommt aus Italien. Ob und wie nachhaltig es gewonnen wird, geht aus dem aktuellen CSR-Bericht für 2017 nicht hervor.

Das Material des Touchscreens ist kratzfestes Saphirkristallglas. Es ist leicht konvex und spiegelt bei einfallendem Licht.

Zurück zum Gehäuse: Der Rahmen unseres Modells ist in mattem Schwarz gehalten, die nicht mit Zahlen geprägte Lünette glänzt. Im Gegensatz zur Gear S3 von Samsung (Hands-on) ist der Ring an der Oberseite nicht drehbar ausgeführt. Ebensowenig lässt sich die Aufzugskrone auf der rechten Seite der Uhr bewegen. In der Mitte gibt es einen mechanischen Knopf mit dem Montblanc-Emblem. Beim Drücken springt die Software auf die Startseite des Betriebssystems zurück. Mit 46 mm im Durchmesser gehört die Montblanc eher zu den großen Smartwatches.

Die Summit ist IP68-zertifiziert und damit resistent gegen Staub und Wasser. Dampf, Regen und Süßwasser machen der Uhr nichts aus. Nach Kontakt mit Salzwasser gehört das Gerät mit klarem Wasser abgespült, um Korrosionen am Boden der Uhr zu vermeiden.

Bei den Armbändern seiner ersten Smartwatch setzt Montblanc glücklicherweise auf den verbreiteten 22-mm-Standard und verkneift sich proprietäre Konstruktionen wie Apple bei seiner Watch oder Fitbit bei der Ionic (Testbericht). Der Schnellwechselmechanismus zum Austauschen des Armbands bietet Flexibilität bei der Gestaltung und unterschiedlichen Anlässen.

In der Summit arbeitet ein Qualcomm Wear 2100. Dieser Prozessor ist aktuell gängig in Uhren mit Android Wear OS. Dazu gibt es 512 MByte RAM sowie 4 GByte Speicher zum Auslagern von Musik-Dateien, falls man sie drahtlos über ein mit Bluetooth verbundenes Headset hören möchte. Ferner beherrscht die Uhr WLAN nach 802.11 b, g und n und geht darüber bei Bedarf auch eigenständig ins Internet, wenn das zugehörige Smartphone nicht in Bluetooth-Reichweite ist.

Der Akku der Summit hat eine Größe von 300 mAh. Auch das ist Durchschnitt. In der Regel hält die Uhr einen ganzen Tag und muss danach zum Laden auf die Station. Die Vibration ist mittelstark und sorgt dafür, dass man eingehende Nachrichten wahrnimmt. Die Intensität des Vibrationsmotors lässt sich nicht verstellen, dafür aber die Dauer in einigen Schritten.

Auf der unteren Seite der Uhr sitzt ein Herzfrequenzmessgerät, das optisch den Puls des Trägers misst. Die Werte finden sich unter anderem in der App Google Fit wieder. Was der Summit fehlt, ist GPS. Selbstredend: Nur zum Joggen kauft man keine 1000-Euro-Smartwatch. Weil sie aber von Montblanc selbst mit Begriffen wie „digitale Weltuhr“ oder „empfohlenes Reisetool“ attribuiert wird, gehört zumindest die Technik zur Bestimmung des Standorts rein. NFC für kontaktloses Bezahlen fehlt ebenfalls. Das dürfte für die meisten deutschen Nutzer nicht relevant sein, Android Pay wird hierzulande nicht unterstützt. Trotzdem: Wenn man eine Smartwatch im gehobenen Preissegment anbietet, muss man sich an allem messen lassen, was die Technik derzeit hergibt.

Die Montblanc Summit besitzt zwar ein Mikrofon für den Empfang von Sprachbefehlen für Google Assistant oder Übersetzungen, telefonieren kann sie jedoch nicht. Anrufe nimmt nur das verbundene Smartphone entgegen. In sporadischen Situationen, in denen die Hände nicht frei sind, wäre dieses Feature sinnvoll gewesen – aber zugegeben rennt auch niemand durch die Stadt und spricht in sein Handgelenk.

Die Summit-Smartwatch läuft mit Android Wear in der derzeit noch aktuellen Version 2.0. Google hat allerdings kürzlich erst mit dem Verteilen des Updates auf 2.9 begonnen. Die neue Software bringt überarbeitete Benachrichtigungen für eingehende Ereignisse wie SMS, WhatsApp oder E-Mails. Ob und wann die Summit das Update erhält, ist unklar. Die technischen Voraussetzungen erfüllt die Montblanc-Uhr jedenfalls.

Eigene Software-Funktionen oder gar eine Montblanc-Oberfläche besitzt die Summit nicht. Letzteres wird seitens Google im Rahmen der Android-Wear-Richtlinien auch nicht gestattet, damit die Plattform auf allen Geräten einheitlich aussieht. Ziel ist es, eine einzige Oberfläche global einzusetzen. Eine, von der Google glaubt, es sei die benutzerfreundlichste. Bei den Smartwatches versucht man, eine Fragmentierung, wie sie bei Android-Smartphones und -Tablets gang und gäbe ist, zu vermeiden. Vorteil für den Kunden: Er lernt schnell den Umgang mit Android-Wear-Uhren. Nachteil: Die Hersteller haben kaum Wettbewerbsvorteile und können sich nur von Material und Marke differenzieren. Deshalb geht der größte Hersteller, Samsung Electronics, seinen eigenen Weg und entwickelt Smartwatches mit dem ebenfalls offenen Betriebssystem Tizen OS.

Montblanc, ein deutscher Hersteller von Luxusgütern, bringt im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie seine erste Smartwatch auf dem Markt. Technisch ist sie kein Überflieger, es fehlen echte Highlights wie beispielsweise ein volles Sortiment an Sensoren, GPS und NFC. Die Bedienung und Interaktion der Summit sind ebenfalls gewohnte Kost und nichts Außergewöhnliches.

Worin Montblanc seine Stärke ausleben kann, ist die extraordinär hohe Verarbeitungsqualität. Für den ersten Wurf geht die Uhr in Ordnung, doch es geht deutlich besser. Wir würden den Kauf überspringen und auf die zweite Generation warten. Ob und wann eine Montblanc Summit 2 folgt, steht aber noch in den Sternen.

Wer nicht warten möchte und das Geld für diese Luxus-Smartwatch besitzt, kann den Kauf in Erwägung ziehen: Schlecht ist sie nicht, aber eines sollte klar sein: Den hohen Preis zahlt man hier nicht für die Technik, sondern für Marke und Design. Eine Alternative im gleichen Segment ist die 500 Euro teurere, aber technisch schlechtere, Connected Modular 45 von TAG Heuer (Testbericht).

Und wem es mehr auf die Technik als auf die Mode ankommt, der sollte sich deutlich günstigeren Modelle wie die Fossil Q Explorist (3. Generation, Testbericht) oder die Huawei Watch 2 ansehen.

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Gigaset Elements Alarm System im Test: ungewöhnlich gut

Gigaset bietet mit seiner Elements-Serie eine umfangreiche Auswahl an Smart-Home-Sensoren, die kabellos über DECT kommunizieren. Wir haben das Starterkit Alarm System L getestet und eine intelligente Alarmanlage mit App-Steuerung eingerichtet.

Einen Überblick über das Thema Smart-Home-Alarmanlagen, Grundlagen zur Planung des Systems und die Informationen, warum die Polizei solche Systeme und den privaten Einbau nicht empfiehlt, finden sich in unserem Grundlagen-Artikel: Smart-Home-Alarmanlagen selbst planen und einbauen

Gigaset Elements verhält sich in vielen Punkten ein wenig anderes als die gesammelte Konkurrenz. Zum einen liegt das an der verwendeten Technik. Wer Gigaset hört, denkt sofort an schnurlose Telefone, und in der Tat: Während andere Hersteller wie beispielsweise Bosch (Testbericht) zur Kommunikation auf Smart-Home-Standards wie Zigbee setzen, sprechen bei Gigaset die Sensoren per DECT-Funk mit der Zentrale. So macht das ansonsten noch AVM bei seinen Smart-Home-Produkten (Zwischenstecker AVM Fritz DECT 210 im Test).

Außerdem sind die Alarm-Sensoren von Gigaset irgendwie außergewöhnlich. Während alle anderen Hersteller zur Überwachung von Türen und Fenstern auf Sensoren setzen, bei denen ein Magnet am Fenster- oder Türflügel und ein Reed-Kontakt mit Funkmodul am Rahmen montiert wird, sind die Elements-Sensoren einteilig. Sie sind vergleichsweise groß und werden direkt auf Tür- oder Fensterflügel montiert, einen Magneten für die andere Seite gibt es nicht.

Das hat uns zunächst skeptisch gemacht und erst einmal an Microsofts Einführung von Windows Phone denken lassen: Hauptsache, erst mal alles anders machen?! In der Praxis haben sich die Sensoren aber bewährt. Sie nutzen Kompass und Beschleunigungssensor, um zu erfassen, ob Tür oder Fenster offen oder geschlossen sind. Die Montage ist einfach, denn die Magneten der anderen Lösungen im richtigen Abstand anzubringen, kann bei schmalen Rahmen oder schiefen Flächen durchaus eine Herausforderung darstellen. Und konzeptionell haben die Gigaset-Sensoren noch einen großen Vorteil. Während die Reed-Kontakte nur die Zustände „geschlossen“ und „nicht geschlossen“ voneinander unterscheiden können, erkennt Elements auch, wie ein Fenster geöffnet wird: Normal über den Griff von innen oder gewaltsam mit Stößen, Schlägen, und Hebeln. Im zweiten Fall lösen die Sensoren auch dann Alarm aus, wenn die Anlage eigentlich unscharf geschaltet ist. Respektive: Sie sollen es tun. Um die Fenster am Haus meines Kollegen zu schonen, haben wir das nicht ausprobiert.

Außerdem mit im Paket sind eine IP-Kamera für die Aufstellung im Inneren, ein Bewegungsmelder und eine kleine Sirene. Letztere ist ebenfalls erwähnenswert, denn auch hier ist das Konzept anders als bei der Konkurrenz: Die Sirene ist eine kleine Box mit Euro-Stecker auf der Rückseite. Hat man sie einmal mit der Zentrale gekoppelt, kann man sie überall in Haus oder Wohnung in die Steckdose stecken. Fertig.

Die Logik läuft bei Gigaset Elements lokal auf der Basis-Station, zur Einrichtung ist allerdings das Anlegen eines Nutzeraccounts beim Hersteller nötig. Wer das nicht möchte, sollte sich die Smart-Home-Alarmanlage von Bosch ansehen, die trotz App-Steuerung ohne Zwangsregistrierung auskommt.

Wir haben das Starterkit Elements L mit drei Tür- und Fenstersensoren, Bewegungsmelder, Sirene und Kamera getestet. Es gibt aber auch günstigere Sets:

Zugegeben, in diesem Punkt hatte das Gigaset-System keinen guten Start. Unser erster Gedanke beim Öffnen der Verpackung war: „Ach du Schande.” Der Grund dafür ist ein unglaubliches Sammelsurium an kleineren und größeren Bestandteilen, die sich im Karton befinden. Neben der Zentrale, den Sensoren, Kabeln und Netzteilen sind das etliche Kunststoffteile, Batteriedeckel, Gehäuserückseiten, verschiedene Halter zum Hinstellen, zum Schrauben und zum Kleben, mit oder ohne Winkel, Schrauben, Klebepads und so weiter.

Drapiert man das vor sich auf dem Tisch, gibt es zunächst einmal nur viele Fragezeichen. Es will sich nicht so recht erschließen, was wohin gehört. Nach ein paar Minuten und den ersten Erfahrungen ist das dann aber doch ganz logisch: In den meisten Fällen gibt es den eigentlichen Sensor, dazu die passende Batterie, einen Deckel für's Batteriefach, eine Gehäuserückseite und einen abnehmbaren Halter samt Klebepads. Vor allem letzteres ist genial: Während bei der Konkurrenz die Sensoren üblicherweise direkt auf Fenster und Türen geklebt werden, kann man sie bei diesem System relativ einfach wieder abnehmen. Dadurch sind Batteriewechsel und eine eventuelle Neukopplung komfortabel durchzuführen. Für den Bewegunsmelder, der in unserem Starterkit enthalten ist, gibt es gleich drei verschiedene Halterungen: einen Standfuß, einen Clip für die Wandmontage und einen angewinkelten Clip, der den Sensor im 45-Grad-Winkel ausrichtet. Das ist klasse, so findet sich für jede Wohnung und jedes Haus der passende Montageort.

Einmal zusammengebaut, sehen die einzelnen Komponenten dann durchaus attraktiv und hochwertig aus. Zwar wirken vor allem Tür- und Fenstersensor aufgrund ihrer gewählten Technologie deutlich größer als die Magnetkontakte der Konkurrenz, aber sie stören nicht. Vor allem auf weißen Fensterrahmen fallen sie nicht auf. Im direkten Vergleich zu Konkurrenzprodukten wirken die Sensoren wertiger. Sie sind hervorragend verarbeitet und es sieht nicht so aus, als hätte der Hersteller am Material gespart.

Etwas nervig ist die Aufstellung der Smart-Home- beziehungsweise Alarmzentrale Base. Sie benötigt eine Internet-Verbindung per Netzwerkkabel sowie Strom über das mitgelieferte Netzteil, die Kabel werden durch Öffnungen im Gehäuse geführt. Das funkioniert aber nicht, die Basisstation steht nicht sauber auf dem Tisch. Zur Lösung legt der Hersteller eine Metallklammer samt Schrauben bei, mit der man die Kabel unten einspannt – das ist fummelig, und irgendwie schaffen es andere Hersteller ja auch, die Kabel ohne Schrauben sauber zu führen. Ein Pufferakku ist übrigens bei Gigaset ebenso wie bei Bosch nicht in der Zentrale vorhanden. Wer auch bei Stromausfall ein funktionierendes System haben möchte, muss die Alarmzentrale und den Internet-Router per externer USV mit Strom versorgen.

Die Kopplung der einzelnen Komponenten funktioniert so: Sensor näher als einen Meter an die Basisstation heranbringen, Taster an Sensor und Zentrale lange drücken, in der App bestätigen. Das hat oft, aber nicht immer reibungslos geklappt. Der Grund ist eine etwas unklare Angabe in der App: Man soll die Taste drücken, bis die LED ausgeht. Seit einem Firmware-Update vor wenigen Wochen blinkt die LED aber beim Koppeln, die App soll erst in der kommenden Woche aktualisiert werden – wenn die Anleitung dann wieder zur Software passt, ist dieser Kritikpunkt aus der Welt.

Ähnlich wie bei anderen Smart-Home-Systemen ist die Alarmanlage bei Gigaset Elements zwar elementarer, aber eben auch nur ein Bestandteil. Vorhandene Sensoren können auch für andere Aufgaben genutzt werden. So schaltet beispielsweise der Bewegungsmelder auf Wunsch auch Philips-Hue-Leuchten an oder über den Schuko-Zwischenstecker eine Stehleuchte.

Im unserem Starter-Set ist ein Bewegungsmelder enthalten, dazu gibt es zwei Fenster- und einen Türkontakt. Der Bewegungsmelder hat keinen Unterkriechschutz und soll Haustiere bis zu einem Gewicht von 25 kg ignorieren. Weil unserem Testgerät weder Hund noch Katze beilagen, konnten wir das aber nicht ausprobieren. Der Bewegungsmelder unseres Testpakets ist bereits nach wenigen Tagen wegen leerer Batterie ausgefallen. Wir vermuten, dass die Batterie bereits gebraucht war und werden das noch einige Zeit weiter beobachten.

Tür- und Fenstersensoren arbeiten, wie oben schon erwähnt, nicht mit Magnetkontakten. Im Inneren sind stattdessen diverse Sensor-Chips verbaut, die wir etwa von Smartphones her kennen: Magnetfeldsensor, Gyroskop, Beschleunigungssensor, Thermometer und Barometer. Nach dem Koppeln in der App muss man sie auf Fenster oder Türen aufkleben und dann einlernen. Dazu schließt und öffnet man das Fenster abwechselnd und bestätigt das jeweils auf dem Smartphone; der gesamte Vorgang dauert etwa zwei Minuten.

Die Idee hinter diesem Prinzip ist genial. Während Magnetkontaktsensoren nur zwei Positionen kennen, soll das Gigaset-System beispielsweise auch Schläge und Tritte gegen Türen und Fenster, Bohren, Hebeln oder Erschütterungen bemerken und kann Alarm schon dann auslösen, wenn die Tür noch geschlossen ist. Außerdem erkennen die Sensoren so, wenn sie abgenommen werden. Im scharfen Zustand des Alarmsystems fangen sie dann sofort selbst an, Alarmtöne von sich zu geben. Ist das Alarmsystem unscharf, gibt es eine entsprechende Meldung in der App, dass der Sensor neu kalibriert werden muss. Manipulierte Sensoren bleiben so nicht lange unentdeckt.

Nicht Bestandteil unseres Starter-Kits ist der neue Universalsensor. Er funktioniert nicht nur bei normalen Türen und Fenstern, sondern beispielsweise auch an Schiebe- oder Schwenkschiebetüren, an der Katzenklappe oder am Garagentor – sowohl mit Sektionaltoren als auch mit Schwingtoren. Derzeit kostet er allerdings 20 Euro mehr als die anderen Melder, daher wird er in der Praxis wohl nur in solchen Sonderfällen zum Einsatz kommen.

Außerdem gibt es noch Rauchmelder sowie Wasserstandssensor als weitere Gefahrenmelder und einen „Smart Plug“, also einen Zwischenstecker, mit dem sich Verbraucher wie eine Stehlampe schalten lassen. Mit der entsprechenden Einstellung in der App sind so auch Komfortfunktionen möglich: Der Bewegungsmelder kann nicht nur Alarm auslösen, sondern auch das Licht einschalten. Wie beim System von Bosch ist es aber auch hier nicht möglich, das Grundprinzip der Zwangsläufigkeit einzuhalten – dafür fehlt es schlicht an Aktoren und Sensoren.

Auf den ersten Blick passt die App perfekt zum System: Die ersten Schritte sind nervig. Los geht's beim Start der App zunächst mit der Registrierung eines Nutzerkontos beim Hersteller. Dass es auch ohne diesen Registrierungszwang geht, hat uns Bosch bei seinem System gezeigt. Weiter geht's mit dem Abnicken des Kleingedruckten, das hier so nervig ist, wie zu besten Zeiten von Windows-Installationen: Man muss in der App den kompletten Text mehrere Seiten lang durchscrollen, bevor man ihn abnicken kann. Danach geht's an die Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort, und auch das läuft nicht so ganz sauber ab. Zwar zwingt einen die App sinnvollerweise, ein sicheres Passwort zu vergeben, aber strikte Vorschriften, wie das auszusehen hat, nerven. Und wir hatten Probleme bei der Einrichtung des Kontos mit einer GMX-Adresse, wobei das wohl ein „bedauerlicher Einzelfall“ ist. Mit einer anderen Adresse war es kein Problem.

Danach folgt das ebenfalls etwas fummelige Pariring von Basis und Sensoren. Weiß man aber, wie es wirklich geht, klappt das innerhalb von Minuten. Trotzdem: Dass der Sensor beim Anlernen weniger als einen Meter von der Basisstation entfernt sein sollte, nervt vor allem bei der mitgelieferten Sirene mit 230-Volt-Stecker.

In der App gibt es dann Hinweise, wie die Sensoren zu montieren sind. Das ist hübsch gemacht und klappt, inklusive dem Kalibrieren von Tür- und Fenstermeldern, auf Anhieb. Die Erklärungen der Bosch-App sind allerdings noch deutlich ausführlicher.

Außerdem haben wir noch die im Set enthaltene Überwachungskamera aufgestellt. Die Ersteinrichtung und das Verbinden mit dem WLAN klappt mit einem iPhone ganz hervorragend, mit einem Galaxy S4 Mini war es etwas holpriger: Zur Konfiguration baut das Smartphone eine Bluetooth-Verbindung zur Kamera auf. Beim iPhone passiert das unbemerkt im Hintergrund. Beim Samsung gab es immer Fehler – so lange, bis wir neben Bluetooth auch Zugriff auf GPS zugelassen haben. Absicht ist das laut Gigaset nicht, die Position des Nutzers wird nicht gespeichert. Eventuell ist das auf eine Hardware-Eigenheit des Galaxys zurückzuführen, die Entwickler wollen das prüfen.

Ist die Einrichtung erst einmal abgeschlossen, präsentiert sich die Gigaset-App attraktiv, aufgeräumt und logisch. Die Bedienung im Alltag lässt keinerlei offene Fragen. Es gibt eine übersichtliche Startseite mit allen Sensoren auf einen Blick, dort lässt sich die Alarmanlage auch scharf und unscharf schalten. Die Kamera ist ebenfalls vorbildlich in die App integriert.

Einen ausführlichen Überblick über die Funktionen der App sowie die Einrichtung der Alarmanlage gibt's in der folgenden Bilderstrecke:

Das Schärfen und Entschärfen des Systems ist ausschließlich per Smartphone und App möglich. Eine optionale Code-Tastatur oder ein NFC-Leser ist nicht im Angebot. Das gilt es vor allem dann zu beachten, wenn auch Dritte Haus oder Wohnung betreten können sollen, beispielsweise die eigenen Eltern oder eine Reinigungskraft.

Ist die Alarmanlage scharf, führt das Ansprechen der Sensoren zum Alarm. Im konkreten Fall unseres Sets bedeutet das, dass Push-Meldungen an die registrierten Smartphones herausgehen und die Alarmsirene in der Wohnung trötet – übrigens durchaus auffällig laut.

Aufgrund der Sensor-Technik, auf die Gigaset setzt, wird der Alarm unter Umständen auch dann ausgelöst, wenn die Anlage unscharf geschaltet ist. Stellen die Sensoren Gewalteinwirkung fest, aktivieren sie die Sirene.

Wer möchte, kann optional ein kostenpflichtiges Cloud-Speicher-Paket abschließen. Zum Ausprobieren gibt es das Willkommens-Paket (3 Monate für 1,09 Euro einmalig), danach ist das Safety Package ab 99 Cent pro Monat interessant. In dem Fall speichert die Kamera kurze Szenen, wenn der Bewegungsmelder anspricht, sowie bis zu fünf Minuten Videomaterial im Alarmfall in der Cloud. Praktisch, wenn man vom Alarm nichts mitbekommt.

Genau das ist übrigens auch ein großes Problem, unter dem fast alle Smart-Home-Alarmsysteme leiden: Was macht man, wenn es anspricht? Das sollte man sich im Idealfall bereits vor dem Kauf überlegen. Aktuell gibt es bei Gigaset keine Möglichkeit, externe Sicherheitsdienstleister zu beauftragen.

Aufgrund der verwendeten Sensor-Technik finden wir die Gigaset-Lösung sehr interessant – speziell deswegen, weil sie auch dann Alarm auslösen können, wenn die Anlage eigentlich unscharf geschaltet ist.

In diesem Punkt konzentrieren wir uns aber vor allem auf IT-Sicherheitsprobleme. Zumindest auf den ersten Blick macht der Hersteller hier alles richtig. Die Kommunikation zwischen App und Base erfolgt verschlüsselt, ebenso die Übertragung zwischen Base und den einzelnen Sensoren und Aktoren. Bei der Einrichtung wird der Nutzer gezwungen, ein sicheres Passwort festzulegen. So soll das sein.

Ob es in den Untiefen der Software allerdings Sicherheitslücken oder konzeptionelle Sicherheitsprobleme gibt, können wir ohne weiteres nicht feststellen. Gut ist jedenfalls, dass die Software der Base sowie die Software der einzelnen Sensoren aktualisiert werden kann – so kann der Hersteller auf Lücken reagieren. Im Rahmen unseres Tests gab es ein Update für die Sirene.

Gigaset Elements macht vieles anders. Das geht bei der DECT-Funkübertragung los und endet bei den außergewöhnlichen Sensoren ohne Magnetkontakt. Auf Anhieb wirkt das alles erst einmal etwas erschlagend: Unglaublich viele Bestandteile im Paket, deren konkreter Sinn sich erst später erschließt. Das gleiche gilt für die Ersteinrichtung, die zunächst etwas fummelig erscheint.

Läuft das System, kann es dann aber seine Vorzüge ausspielen. Die Sensoren haben sich in der Praxis bewährt und scheinen zuverlässig zu arbeiten, allerdings haben sie auch – toi, toi, toi – keinen echten Einbruch melden müssen. Uns gefällt das Konzept, dass die Melder Öffnen von Bohren und Treten unterscheiden können. Außerdem hat sich die App nach ersten Anlaufschwierigkeiten als extrem übersichtlich und sympatisch in unser Herz gebrannt.

Auch das Preis-Leistungsverhältnis erscheint uns stimmig. Eine unverbindliche Preisempfehlung von 350 Euro inklusive drei Öffnungsmeldern, Bewegungsmelder und IP-Kamera – das reicht für eine normale Wohnung aus.

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